Geschwisterliebe

Bei uns zu Hause gibt es seit einiger Zeit ein vorherrschendes Thema: das eigene Kinderzimmer. Natürlich hat unser Großer sehr genaue Vorstellungen, wie es aussehen soll und so langsam nimmt es immer mehr Gestalt an. Die Möbel haben wir schon gekauft, das Bett und Kleiderschrank stehen schon hier. Und doch treibt uns der Große immer wieder Verzweiflungstränen ins Gesicht, denn immer noch will er ständig etwas anderes. War es gestern noch das Metallbett, ist es heute eins aus Holz und morgen ein schickes Autobett. Ganz aktuell erklärt er uns täglich, dass er später dann auf jeden Fall mit seinem Bruder in einem Bett schlafen möchte, denn schließlich will er auch mit seinem Bruder kuscheln. Natürlich hat er auch ganz genaue Vorstellungen, worin sie schlafen wollen – in einem Hochbett nämlich.

Hochbett vs. Kleinkinder

Noch bis zum letzten Jahr gab es bei Ikea ein richtig tolles Hochbett – unten eine 140cm breite Liegefläche, oben 90cm. Unten perfekt zum Kuscheln, oben zum schlafen. Alternativ kann man natürlich auch unten gut schlafen – mit dem kleinen Bruder zum Beispiel. Und wenn der mal wieder nervt, klettert man halt einfach hoch in sein eigenes Bett. So in der Art denkt sich das unser Ältester im Moment, nur ist es für mich leider eine Milchmädchenrechnung. Die Gefahr, dass der Kleine dann einfach hinterherklettert, ist einfach viel zu groß.

Mit Erstaunen sehe ich immer wieder, wie viele Eltern ihren Kleinkindern ein Hochbett kaufen. Oft ist noch eine (viel zu steile) Rutsche dran, weil man damit ja sooooo schön spielen kann. Wie schnell damit ein Unfall passieren kann, will nur leider niemand sehen. Das Internet ist voll von Unfallstudien, Unfallberichten (teils mit dramatischen Folgen!) und Warnungen, aber trotzdem fragt man in Foren, ob denn jemandem persönlich schon mal etwas passiert ist. Wenn sich dann keiner meldet, kann es ja nicht so schlimm sein. Ich kann nur für mich reden – ich finde Hochbetten total toll und bei uns wird bestimmt eins einziehen. Allerdings erst dann, wenn beide Kinder alt genug sind, um verantwortungsbewusst damit umzugehen und sich (hoffentlich) nicht zu verletzten.
(Auf der Homepage der Bundesarbeitsgemeinschaft „Mehr Sicherheit für Kinder“ kann man übrigens hier noch mal genau nachlesen, worauf man beim Hochbettkauf achten sollte, denn das ist nicht nur das Alter der Kinder!)

Ein Hochbett entfällt für uns also JETZT ganz sicher! Und wenn ich ehrlich bin, glaube ich sowieso nicht, dass die beiden ständig miteinander kuschelnd schlafen wollen. Dafür beschwert sich der Kleine viel zu sehr, wenn der große Bruder nachts mal ins Bett gekrochen kommt. Andersrum meckert der Große, dass sein Bruder sich viel zu breit macht und er nie so richtig Platz hat. Außerdem will unser Großer im neuen Zimmer ja auch sein ganzes „kleines“ Lego ausgebreitet liegen lassen, dann darf der Kleine sowieso nicht ins Zimmer.
Aber eigentlich sind alles noch irgendwie ungelegte Eier.  Fest steht, dass die beiden sich anscheinend endlich ein Stück weit annähern und auch zueinander finden. Und das will ich auf gar keinen Fall stören.

kinder

„Er nervt nicht!“

„Mamaaaaaa nimm ihn weg, er nervt!“ So oder so ähnlich klang es noch bis vor einiger Zeit. Doch statt dessen kuscheln die beiden inzwischen immer häufiger und stecken die Köpfe zusammen. Es gibt Momente, da ist es so ruhig, wie früher nur mit einem Kind. Dann spielen beide einträchtig miteinander oder hecken wieder irgendwelchen Blödsinn aus. Im nächsten Moment brüllen sie sich zwar wieder an und schubsen bzw. ziehen an den Haaren, aber immerhin spielen sie mal eine Zeit lang friedlich. Beide lieben es zur Zeit, Bilderbücher anzuschauen. Wimmelbücher sind hier der totale Hit, auch wenn der Kleine die Fragen des Großen noch nicht so richtig beantworten kann. Woher sollte er auch wissen, was genau der Löffelbagger ist, auf den er zeigen soll? Dafür zeigt er lieber völlig euphorisch auf Bäume und Pflanzen, denn Autos interessieren ihn fast gar nicht.
Auch groß im Kommen ist das Versteckspielen und Fangen. Selbst der Kleinste hat inzwischen begriffen, wie man sich versteckt. Das still stehenbleiben klappt zwar noch nicht so wirklich gut, aber dafür sucht der Große ihn dann auch ausgiebig, um ihn nachher mit ganz viel Trara in den Arm zu nehmen, wenn er ihn denn gefunden hat. Wen interessiert es dabei schon, dass er immer hinter der gleichen Gardine steht? ;)

Während ich früher fast ständig schlichtend eingreifen musste, ist es manche Tage wirklich entspannt. Es ist toll ihnen beim Toben zuzusehen und dabei an das zu denken, was bald im Obergeschoss neben den Kinderzimmern entstehen wird (wenn es denn fertig ist). Die beiden lieben ihr Papphaus, auch wenn es schon alt und ramponiert ist. Für ihre große Spielecke bekommen sie dann ein Tipi zum Spielen. Das ist einiges größer und wird mit ganz vielen Kissen und Decken ausgelegt und natürlich wird man den Eingang und das eine Fenster auch schließen können. Nähtechnisch wird da sicher einiges kommen, auch wenn ich inzwischen davon ab bin, auch die Deckenbezüge selbst zu nähen. Herkömmliche Bettwäsche ist genauso gut und teilweise sogar günstiger. Noch bin ich nicht sicher, aber sehr wahrscheinlich werde ich einfach zu Wendebettwäsche von H.I.S. greifen, die ist absolut neutral in Karo und Linien gehalten und passt perfekt zum Design des Zeltes. Noch dazu kostet sie hier im Shop von Schlafwelt im Moment teilweise gerade nur knapp 10 Euro – besser gehts doch nicht.
Das Tipi ist natürlich eine Überraschung für die beiden und ich freue mich jetzt schon wie ein kleines Kind auf ihre Gesichter. Ich hoffe sehr, dass sie bis dahin immer noch so friedlich miteinander umgehen können, schließlich soll das Tipi auch eine Weile halten und nicht gleich kaputtreißen. Aber da werde ich ihnen wohl vertrauen müssen – etwas, das nicht nur meine Kinder üben müssen. …

2 Kommentare

  1. Simone

    Hi, sehr interessant was Du so über Deine Kinder schreibst. Ich habe auch 2 Kinder. Sie sind 2 Jahre und 3 Monate auseinander und nun fast erwachsen. Aus Erfahrung kann ich Dir raten Dich nicht ein zu mischen wenn die Beiden sich mal fetzen. Ausser sie werden handgreiflich dann einfach auseinander und Dich mit ihnen mal hinsetzen und nichts machen nur dabei sein. Wenn es nicht funktioniert habe ich dann einfach Beiden eine „Strafe“ gegeben. Weil man ja nie genau weiß wer wirklich angefangen hat und diese Strafe sah so aus, dass z.B. Beide ein Bild malen mussten und zwar warum sie sich gestritten hatten. Du glaubst gar nicht wie toll die Beiden plötzlich zusammen eifrig sich ans malen gemacht haben. Später musste es dann halt eine kleine Geschichte sein ;)
    Auch heute noch mische ich mich grundsätzlich nicht ein. Wenn meine Meinung gefragt wird, dann sage ich sie ehrlich ohne eins vor zu ziehen. Kennst Du eigentlich den neuen Blogger-System Anbieter qwer com ? Ich würde mich sehr über eine Antwort auch per Email von Dir freuen. Vielen Dank und weiterhin viel Erfolg mit Deinem Blog.

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Noch bis vor ein paar Monaten konnte sich der Kleine nicht selbst verteidigen, da mussten wir helfen – ob wir „wollten“ oder nicht. Inzwischen ziehen wir uns aber auch selbst mehr und mehr raus und lassen die beiden das ein Stück weit „allein“ klären. Es geht noch nicht immer, aber immer öfter.
      DIe Idee mit der Strafe ist genial! Die werde ich mir auf jeden Fall für später merken und hoffe, dass es dann auch so wie bei euch klappt :D Kann mir gut vorstellen, dass die beiden sich in dem Moment beim Malen schon wieder super verstehen.

      Von qwer.com habe ich schon gehört, ist für mich aber nicht interessant. ;)

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