(Un)Gefährliche Kinderzimmerleuchten

Energiesparlampen sind ökologisch wertvoll, haben eine lange Brenndauer und sind überhaupt einfach viel besser als die alten Glühbirnen. Stimmt doch, oder?

Vor langer Zeit las ich einen Artikel einer seriösen Zeitung, den ich leider nicht wiedergefunden habe, in dem dringend davon abgeraten wurde, Energiesparlampen noch weiter zu benutzen. Sie wären gefährlich, denn nach einem eventuellen Zerbrechen tritt sofort das Nervengift Quecksilber aus. Außerdem würden sie in eingeschaltetem Zustand verschiedene Gifte absondern, die allesamt für die Gesundheit nicht gerade förderlich sind. Insbesondere gewarnt wurde vor einer Verwendung im Kinderzimmer, denn wie schnell schießt Kind vielleicht einen Ball oder ähnliches nach oben und das Leuchtmittel zerbricht?

Zu dem Zeitpunkt waren die Kinderzimmer sowieso noch nicht fertig und ich machte mir nicht so viele Gedanken darum. Aus den Augen, aus dem Sinn war das Motto, bis mir vor einigen Tagen (beim Lampe für das Kinderzimmer aussuchen) das Thema wieder in den Kopf kam und ich Google ein „bisschen“ befragte. Ich landete bei den verschiedensten Meinungen, wobei die Mehrheit sagt, dass Energiesparlampen einfach sehr viel schlechter sind als ihr Ruf. Sie kosten in der Herstellung sehr viel mehr, in der Entsorgung sowieso. Außerdem ist ihr Licht schlechter und sie enthalten hochgiftige Inhaltsstoffe. Zerbricht sie, muss der Raum sofort gelüftet und die Birne mit Handschuhen aufgenommen und in ein Schraubglas verpackt entsorgt werden. Nicht einmal der Staubsauger darf zum Einsatz kommen, um Reste aufzusaugen. Statt dessen sollte man mit Klebeband den Boden „abarbeiten“.
Sehr schön aufgearbeitet hat das Thema ZDF Zoom. Und auch wenn das Video schon vom 8.8.2012 ist, lohnt es sich auf jeden Fall, es anzuschauen. Gezeigt werden  das Verhalten beim Zerbrechen, diverse Labortests und neben der Aussage von Stiftung Warentest zur Haltbarkeit bzw. Lebensdauer der Energiesparbirnen kommt auch ein Abgeordneter des Europaparlaments zu Wort. Besonders spannend finde ich übrigens den Hinweis auf die starke wirtschaftliche Beeinflussung ca. bei Minute 18. Aber hier mag jeder das seine denken ….

Wer gern weiterlesen möchte, kann das in einem Artikel des Focus vom 30.4.2012 tun, in dem auch auf ein weiteres Video verwiesen wird. Dagegen hält zum Beispiel die Ärztezeitung mit einem Bericht von 2011, in dem Arbeitsmediziner keine konkrete Gefahr von Energiesparlampen erwarten.

Alternativen zur Energiesparlampe

Trotz des Videos finden sich bei uns zu Hause reichlich Energiesparlampen, denn sobald eine normale Glühbirne kaputt ging, wurde sie gegen eine Energiesparlampe ausgetauscht. Bis vor wenigen Tagen dachte ich schließlich auch, dass sie besonders gut für die Umwelt wären – wird ja auch immer behauptet und ich glaubte das ohne weiteres. Nachdem ich das Video allerdings gesehen hatte, war ich froh, dass wir durch Zufall nur Lampen für unser Obergeschoss gewählt hatten, die mit Halogen- oder LED-Leuchtmitteln funktionieren.

Bei uns werden wohl so nach und nach alle Energiesparlampen gegen LEDs ausgetauscht werden. Inzwischen ist der Stand der Technik so weit, dass es nicht mehr nur die altbekannten Dioden gibt, sondern auch ganz normale glühbirnenförmige LEDs, die in die Standard E27- und E14-Fassungen passen. Noch dazu bieten LEDs einige unschlagbare Vorteile:

  • Sie haben keine Einschaltverzögerung und sind sofort richtig hell.
  • Keine gesundheitsschädlichen Inhaltsstoffe.
  • Muss nicht als Sondermüll entsorgt werden.
  • Entwickeln kaum Wärme.
  • Längere Lebensdauer bzw. Schaltzyklen
  • Man kann sich mit diversen Zubehörteilen eigene Leuchtsysteme oder LED Lichtleisten bauen, die relativ klein sind – sehr viel kleiner als die altbekannten Lichtschläuche.

Leider sind vor allem LED-Birnen noch sehr teuer, so dass die Ausstattung eines kompletten Hauses schon ein großes Loch in den Geldbeutel reißen kann. Lohnen wird sich das erst im Laufe der Zeit, wenn die LED die Energiesparbirne überlebt. Aufpassen sollte man allerdings beim Kauf vom günstigen Lampen mit LED-Leuchtmitteln. Uns ist im Ausverkauf eine Lampe in den Wagen gerutscht, deren LED-Element fest installiert und nicht austauschbar ist. Ist es kaputt, muss man gleich die ganze Lampe entsorgen. Das ist dann wiederum alles andere als umweltfreundlich, auch wenn auf der Verpackung mindestens 20.000 Stunden Brenndauer angegeben werden. Umtauschen oder zurückgeben können wir sie leider nicht mehr, also werden wir wohl austesten (müssen), ob die LEDs versprechen, was sie halten.

Zurück zur guten alten Glühbirne?

Wusstet ihr, dass der Beginn des Glühlampenverbotes in Neuseeland zu suchen ist? Anfang 2007 verbot man dort den Verkauf, Ende 2008 schon hob man das Verbot wieder auf. Als Grund nannte man unter anderem die Gesundheitsgefahr durch das enthaltene Quecksilber, sowie die hohen Herstellungskosten. Inzwischen darf dort wieder jeder Bewohner selbst entscheiden, womit er seine Räume erhellt. Nur hier in der EU wird so eine Entscheidung wohl noch recht lange auf sich warten lassen. ….

1 Kommentar

  1. MestraYllana

    Ich habe die Energiesparlampe total übersprungen, wir haben von den altbekannten Glühbirnen gleich auf LED’s umgerüstet, die Energiesparlampe war mir von Anfang an unsympathisch, weil die ewig brauchten, bis sie richtig hell wurden.
    Zudem ist einer meiner besten Freunde Elektriker, der mir von Anfang an gepredigt hat, dass Energiesparlampen sündteuer in der Herstellung und in der Entsorgung sind.

    Aber dass da auch noch giftige Dämpfe austreten, wenn sie zB. kaputtgeschossen werden, das muss ich irgendwie überhört haben! Glück gehabt!

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