Früher war alles besser …

Vor ein paar Jahren noch brachten wir uns aus Spanien Wein mit – jeder 5-8 Liter. Im Handgepäck! Unglaublich eigentlich, wenn ich heute so darüber nachdenke. Wir ließen uns leere Wasserkanister in einer Bodega auffüllen und nahmen den Wein dann in den Rucksack, damit er nicht so großen Temperaturschwankungen ausgesetzt ist. Durch den Scanner lief das Handgepäck damals auch schon – Probleme gab es nie. Heute dagegen bekommt man schon Probleme, wenn man zu viel Shampoo oder Lippenpflege dabei hat. Ich erinnere mich noch, dass ich kurz nach der Einführung der verschärften Bestimmungen (noch bevor sie wieder etwas gelockert wurden) einen nagelneuen Lippenstift am Flughafen in Manchester entsorgen musste. Was habe ich mich damals geärgert … :/

Früher konnte man Dinge noch unbesorgt draußen stehen lassen! Zum Beispiel einen Grill, bestehend aus einer großen Stahlwanne. Leider wurde unserer vor 3 Jahren geklaut. Direkt aus unserem Garten und zusammen mit diversem anderen Stahlschrott, der dort noch lagerte.
Früher konnte man auch einfach so Oster- oder Maifeuer brennen. Auch ein Feuer im Herbst war kein Problem. Heute braucht man dafür die Genehmigung vom Ordnungsamt, der Polizei und der Feuerwehr. Schriftlich versteht sich.

Feuer

Ohne Euro war alles besser! So zumindest behaupten gerade viele Ältere. So abwegig ist es sicher nicht. Mit der Umstellung damals sind viele Preise einfach gleich geblieben, nur dass statt dem DM- dann ein €-Zeichen dahinter stand. Auch müssten wir uns jetzt keine Gedanken um Griechenland, Spanien oder andere Pleitegeier machen.
Könnt ihr euch noch an die Benzinpreise erinnern, als ihr Fahrschule hattet? Ich schon. Benzin kostete damals 1.45 DM (!) / Liter. Das war irgendwann 1996 oder 1997. Gestern kostete das „neue“ E10 bei uns hier 1.60 Euro. Vor Jahren meckerten alle, dass sie jetzt halt umsteigen würden auf das Fahrrad oder die Bahn. Getan haben es nur wenige.

Früher waren die Leute interessierter und hilfsbereiter!
Das würde ich so sofort unterschreiben. Wir merken es seit Jahren bei uns im Verein, dass kaum einer noch helfen möchte. Ich erinnere mich noch an diverse Sommerfeste, bei denen wir ein paar Stunden früher mit 10-15 Mann alles geschleppt und aufgebaut haben. Für unseren großen Pavillon brauchten wir auch schon mindestens 4 Leute, um ihn ordentlich aufstellen zu können. Wir frühstückten in aller Ruhe, arbeiteten 2 Stunden, hatten Spaß und kamen nachher alle entspannt zum Fest.
Die letzten Male schleppten nur der Mann und ich die diversen Sachen hin. Zum Aufbau kamen immerhin noch 1-2 andere, aber die Hauptarbeit von ein paar Stunden blieb bei uns beiden. Unseren Pavillon zum zusammenstecken tauschten wir gegen einen Faltpavillon aus, den man auch nur zu zweit problemlos aufstellen kann, was wohl noch mehr zum Anlass nahmen, nicht mehr helfen zu müssen. Wofür auch – sich bespaßen zu lassen ist doch viel einfacher. Man zahlt ja auch Mitgliedsgebühren und möchte dafür etwas geboten bekommen, oder?
Inzwischen wird der Pavillon bei uns zu Hause im Garten aufgestellt und die Sommerpartys haben wir auch gestrichen. Findet sich nämlich keiner, der sie organisieren und durchführen will ….

Früher hielten elektrische Geräte wenigstens! Unsere Telefone sind das beste Beispiel. Das eine ist schon über 10 Jahre alt und funktioniert immer noch super. Das andere kauften wir auch vor gut 10 Jahren, mussten aber schon nach 6 Jahren ein neues anschaffen. Die letzten Telefone hielten immer nur rund 2 Jahre, bis knapp über die Garantiezeit. Auch bei vielen Großgeräten ist es so, das sie früher 20 Jahre hielten und heute nur noch 5.

Insgesamt finde ich die Entwicklung schon erschreckend. Zum Großteil sind wir einfach selbst dran Schuld, dass überall so viel Ignoranz herrscht. Wen interessiert es schon, wenn ein Gerät nur 2 Jahre hält? Man kauft ein ganz preiswertes und ärgert sich dann halt nicht mehr. Unser alter Pavillon war damals auch nicht wirklich teuer. Er hielt zwar ewig, wurde aber nur 1x pro Jahr aufgestellt und dafür hielt er eine viel zu kurze Zeit. Inzwischen merken wir dank dem Marken-Faltpavillon auch den Qualitätsunterschied zwischen bezahlbar /gute Qualität und einfach nur billig. Vielen ist es völlig egal, was mit einem Altgerät passiert. Aus den Augen, aus dem Sinn – genauso wie überall. Nachbarn sind doch völlig egal. Die nerven nur, wenn man eine Party feiern will. Und Ehrenamt? Warum sollte man seine Freizeit für anderen opfern?

Was denkt ihr? War früher wirklich alles besser? Ignoranz oder Interesse zeigen?

1 Kommentar

  1. Janett

    Also ich finde nicht das früher alles besser war. Ich denke das ist nur der Blickwinkel, der das Leben schlechter wirken lässt. Die Welt ändert sich nun mal und einige Sachen sicherlich auch zum Negativen. Ein Großteil aber auch zum Positiven. In meiner Kindheit zum Beispiel war Reisen in Staaten wie die USA oder nach Italien, Spanien, England so gut wie unmöglich, ich hätte nicht meinen Wunschberuf erlernen können und vor allem hätte ich ohne so Sachen wie Social Media einige Personen nie wieder gefunden. Ich kann meinem Hobby Schreiben nachgehen ohne das mir jemand sagt, was ich schreiben kann und was nicht. Und Hilfsbereite Menschen gibt es auch noch, wenngleich immer weniger, denn es ist halt immer ein „eine Hand wäscht die andere“-Prinzip.

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