Finanzministerin. Ich.

Es gab mal eine Zeit, da habe ich tatsächlich gern ferngesehen. Keine Stunden, sondern nur so ein bisschen. Seit unser kleiner Mann bei uns ist und ich jeden Abend mit dem Schaukeln des Hängesessels verbringe, kommt es mir zwar total unwirklich vor, aber ja – so ein bisschen abschalten vorm TV war immer gar nicht so schlecht. Am liebsten mit den Hausbau-Katastrophensendungen, denn die erinnerten immer so schön an das eigene Drama. Noch dazu fühlte man sich gleich nicht mehr so allein mit seinen Problemen. Eins habe ich allerdings nie verstanden – wie man sich mit einem Haus hoch verschulden und gleichzeitig Kredite so mit der Ratenzahlung planen kann, dass immer beide arbeiten gehen müssen. Für uns war damals klar, dass wir Kinder wollen und dann (zumindest eine Zeit lang) nur einer von uns beiden ein volles Gehalt hat. Die Raten wurden niedriger eingeplant, dafür haben wir bei einer Teilsumme jedoch die Möglichkeit, 1x im Jahr eine Sonderzahlung zu leisten. Für uns die perfekte Lösung. Einige scheinen sich aber um solche Dinge gar keinen Kopf zu machen.

Ich – die Finanzministerin

Wie beim Hausbau auch haben wir im Haushalt eine klare Arbeitsteilung. Zu meinen „Aufgaben“ gehört unter anderem der Überblick über die Finanzen – und damit meine ich nicht nur die monatlichen Abbuchungen und den Kontostand, sondern ich führe schon lange eine Art Haushaltsbuch. Das klingt alt, antiquiert und verstaubt, ist in Wirklichkeit aber eine Excel-Tabelle bzw. ein Programm, das damit arbeitet. Ich trage jede Ausgabe bzw. Einnahme dort ein und das schlaue Programm zeigt mir automatisch, wie es am Ende des Monats aussieht. Es macht zwar ein bisschen Arbeit, jedoch lohnt sich das Ergebnis. Gerade wenn man nur noch mit einem Gehalt haushalten kann, Kredite und sonstige laufende Kosten bezahlen muss, sollte man wissen, wie viel man sich wirklich leisten kann. Oft ist das leider nämlich sehr viel weniger, als man so denkt. Auch hat es den wunderbaren Vorteil, dass man wahre Geldfresser sofort erkennen kann.

kassenzettel

Jeden Cent aufschlüsseln?

Natürlich macht so ein Haushaltsbuch nur Sinn, wenn man jede Ausgabe einträgt. Dabei nutze ich allerdings nur die Endsummen und ordne sie in eine Kategorie ein, wie zum Beispiel Lebensmittel, Arztkosten, Hausbau oder Geschenke und viele weitere. Genauer will ich es gar nicht aufdröseln, das würde auch viel zu viel Arbeit machen und tut in der Regel nicht Not. Nimmt eine Kategorie plötzlich Überhand, kann man immer noch genauer kucken. Auch würde ich nie von meinem Mann verlangen, dass er jede Ausgabe erklärt, denn er darf mit seinem Geld von seinem Konto machen was er will und ich mit meinem, zumindest so lange alle anderen Ausgaben bezahlt werden. Eine Regel übrigens, mit der wir auch nach 8 Jahren Ehe immer noch sehr gut fahren. Man muss nach der Heirat nicht unbedingt die Konten zusammenlegen. Macht nur Schwierigkeiten, wenn man zum Beispiel Geschenke für den anderen kauft. ;)

Schon seit Jahren nutze ich für unsere Finanzübersicht das gleiche Programm. Es ist total super, denn es hat sogar einen Part für die Selbständigkeit mit drin, jedoch ist es nur die eingeschränkt nutzbare kostenlose Version eines Programms, das man sonst (recht teuer) bezahlen muss. Das würde mich nicht stören, wären da nicht die kleinen eingebauten Schikanen oder Wartezeiten, die mich schon seit Jahren überzeugen sollen, das Programm doch nun endlich zu kaufen. Durchringen konnte ich mich nicht, denn für den Preis überzeugt es nicht richtig. Dafür schaue ich mich inzwischen so langsam nach einem anderen Programm um und landete in der letzten Zeit öfter bei Lexware. Sie versprechen, die Familien-Finanzen mit Quicken im Griff zu haben und genau das überzeugt natürlich. Noch dazu darf man 4 Wochen das komplette Programm testen und nicht nur sehen, was man alles in der kostenlosen Version nicht darf. Ein riesiger Pluspunkt im Programm ist auf jeden Fall das integrierte Onlinebanking, das noch dazu alle Überweisungen automatisch in die Kostenaufstellung übernehmen kann – etwas, dass total praktisch ist. Leider ist es nicht gerade günstig, aber dafür kann es auch ganz viel. Den Überblick über die Kredite behalten zum Beispiel.
Noch ist die Entscheidung nicht gefallen, denn noch nervt mich mein kostenloses Programm noch nicht genug. Ich hatte sogar mal überlegt, die Excel-Tabelle selbst zu erstellen, aber dafür werde ich wohl nie die Zeit finden. Und bevor ich Stunden und Tage investiere, lohnt es sich wohl eher, dann doch ein ordentliches Programm zu kaufen. Fragt sich halt nur welches ….

Führt ihr ein Haushaltsbuch-Programm? Wenn ja – welches? Ich freue mich über Tipps!

2 Kommentare

  1. Dennis R.

    Hi Sandra,

    ich nutze MyMicroBalance. Mit diesem kostenlosen Haushaltsbuch kann man sich eine gute Übersicht über seine monatlichen Ausgaben, Einnahmen und seine aktuellen Kontostände verschaffen. Bin sehr zufrieden mit diesem Haushaltsbuch-Programm. Schon mal von diesem Programm gehört?

    Du kannst jeder Zahlung eine Kategorie zuordnen. So lässt sich dann haargenau auswerten, wie viel Bares zum Beispiel für Bekleidung, Sprit und Wohnungsmiete draufgeht. Mit einem Passwort schützt du dann noch deine wichtigen Haushalts-Daten vor Fremdzugriff.

    MFG

    Dennis

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Oh, danke für den Tipp! Ich habe bisher immer (bzw. eher weniger als mehr) ein spezielles Programm in einer Excel-Tabelle verwendet. Finanzplaner oder so? Da nervt mich nur, das sman immer so ewig lange warten muss, bis man es benutzten kann und es diese Sperre nach jedem Speichern gibt. Liegt halt aber daran, dass man möglichst die Vollversion kaufen muss, zu der ich mich bisher nie durchringen konnte.

      MyMicroBalance werde ich auf jeden Fall mal ausprobieren!

      Antworten

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