Erkältungszeit – Ätherische Öle sind nichts für kleine Kinder!

Wir haben die erste fiese Erkältung des Jahres schon hinter uns, die Kinder allerdings sehr viel weniger als ich. Passend dazu gab es von beiden Großeltern dann auch direkt Tipps, was ich doch alles beachten soll, damit es den beiden ganz schnell wieder gut geht (dabei ging es ihnen gar nicht so schlecht). Von Tee über Fliederbeersaft bis hin zu Einreibungen war so ziemlich jedes Mittelchen dabei – unter anderem auch die berühmte Erkältungssalbe für Erwachsene.
Ich erinnere mich noch gut an meine eigene Kindheit und Erkältungen oder Husten. Auf Rücken und Brustkorb wurde großzügig eine Erkältungssalbe aufgetragen, dann ein dicker Wollschal darüber gewickelt. Schließlich sollte die Salbe ja in die Haut einziehen bzw. die Dämpfe eingeatmet werden und nicht an der Bettwäsche kleben. Gleiches wurde mir nun auch für meine beiden Kleinen empfohlen und wenn ich nicht vor einiger Zeit schon über den Warnhinweis gestolpert wäre, dann hätte ich es vielleicht sogar auch getan. Aber:

Erkältungsbäder, -Salben und ätherische Öle sind nicht für (kleine) Kinder geeignet!

Und genau deshalb gibt es heute mal einen kleinen Abriss zum Thema.

medizin

Jahrzehntelang bewährt, aber trotzdem nichts für Kinder!

Eins der Produkte, die man für kleine Kinder nicht benutzen darf, ist zum Beispiel die Erkältungssalbe Wick Vaporub. Es gibt noch viele mehr, aber mich begleitete diese Salbe durch meine Kindheit und ich glaube, vielen wird es ähnlich gehen.
Liest man sich die Packungsbeilage genau durch, dann findet man einen Hinweis, dass die Einreibung von Kindern unter 2 Jahren und die Inhalation bis zum Alter von 6 Jahren verboten ist. Aber wer liest sich die Packungsbeilage von etwas alt bekanntem durch? Viel eher vertraut man doch seinem Wissen und seiner Erfahrung – war bei mir ja nicht anders, wobei ich nie in die Verlegenheit kam, meine beiden damit einzureiben.

Was für Erwachsene gut ist, kann für Kinder durchaus zu viel des Guten sein. Die Erkältungssalben und Bäder zum Beispiel enthalten ätherische Öle und auch Kampher, die bei kleinen Kindern schnell zu Atemnot führen können. Sucht man ein bisschen im Internet, trifft man auf diverse Artikel und Warnhinweise, die leider immer noch viel zu wenig verbreitet sind. Einen schönen Überblick bietet zum Beispiel der Artikel vom Spiegel, in dem unter anderem auch Kinderärzte zu Wort kommen. Alle raten sie von ätherischen Ölen ab, denn (glaubt man dem Artikel und diversen Infos im Internet) die Erkältungssalben führen eher zu einer Verengung der Atemwege, gaukeln aber durch die Kühle vor, dass man besser bzw. freier atmen kann. Die Inhaltsstoffe fördern demnach auch die Schleimbildung, was gerade bei kleinen Kindern und den noch viel schmaleren Atemwegen fatale Folgen haben kann. Außerdem könnten schon kleinste Mengen Öle in Mund oder Nase der Kleinen zu lebensbedrohlichen Verkrampfungen des Kehlkopfs oder Atemstillstand führen!
Viel besser ist es hier, auf spezielle Cremes für Kinder oder Kleinkinder zuzugreifen.

Für Kinder geeignet

Auch hier gibt es eine ganze Menge verschiedenster Produkte und am einfachsten ist es sicher, sich in der Apotheke seines Vertrauens beraten zu lassen. Wer das nicht kann oder möchte, sollte unbedingt auf Produkte speziell für Babys und Kleinkinder zurückgreifen. So steht hinter vielen kindgerechten Produkten ein „Baby“ oder „mild“. Die Apotheke hier auf der Ecke mischt selbst spezielle Cremes für die verschiedenen Altersstufen an. Den typischen „beißenden“ Geruch sucht man dann vergeblich, aber das ist auch gewollt. Helfen tun sie trotzdem, bzw. haben sie bis jetzt bei uns immer. Neben den Einreibungen aus der Apotheke gibt es hier in der Regel Hausmittel, denn ein Schnupfen oder auch ein grippaler Infekt braucht keine Arzneimittel. (Ein paar sehr nützliche Infos zum Thema findet ihr übrigens auf der Seite der Europa-Apotheek.)

Bewährt hat sich bei uns neben den Einreibungen auch die Inhalation. Während wir früher noch einen 5€-Heißwasser-Dampfinhalator nutzten, steht hier schon seit letztem Herbst der Kinder wegen ein Pariboy. In der Regel läuft er nur mit entkalktem Leitungswasser, das reichte bis jetzt völlig aus. Unser nun 1.5jähriger sitzt jedes Mal begeistert davor und inhaliert recht brav und problemlos 10 Minuten am Stück. Der 4.5jährige ist da schon schwieriger, denn er mag es überhaupt nicht.
Pariboy’s kann man übrigens recht gut gebraucht kaufen. Bei uns steht der blaue, also die Erwachsenenversion. Dazu kaufte ich noch ein neues Set mit Schlauch, Mundstück und Filter, dann ist die Benutzung trotz gebrauchtem Gerät absolut hygienisch. Eine Maske kaufte ich damals auch noch dazu, aber die mögen beide Kinder überhaupt nicht. Mit Mundstück klappte es aber vor einem Jahr schon beim Jüngsten sehr gut.

Und wir Erwachsenen?

Wenn ich merke, dass ich eine Erkältung bekomme, dann tue ich in der Regel viel schneller etwas als bei den Kindern. Die beiden können auch problemlos einen Tag im Bett bleiben und sich schonen, aber was ist mit mir? Ich greife dann tatsächlich sehr gern zu Wick Vaporub, Pinimenthol und Co und versuche, einfach viel zu trinken (was leider nicht immer klappt). Eine Freundin schwört schon seit Jahren auf Umckaloabo und erklärt mir immer wieder, wie gut es doch bei einer Erkältung hilft. Bis jetzt hielt ich es immer für Schönreden, aber nachdem ich jetzt erst 3 Wochen mit einer dicken Erkältung im Bett verbringen musste, werde ich es wohl beim nächsten Mal doch ausprobieren. Mehr als nicht helfen kann es auch nicht.

Ganz sicher nicht verfallen werde ich den ganzen Grippemittelchen, die schnelle Hilfe über Nacht versprechen. Dann lieber ein Erkältungsbad, warm einpacken und früh schlafen gehen. Bei Bedarf nutze ich gern noch Nasenspray (selten!) und auch etwas gegen Fieber und Gliederschmerzen, aber das war es auch. Und auch wenn die Auswahl riesig ist (wie man hier bei der Europa Apotheek sehen kann), so braucht alles oftmals nur ein bisschen Zeit. Gerade bei den Kindern merke ich es immer wieder, dass es ihnen nach 1-2 Tagen Auszeit ganz schnell und auch ohne Medikamente wieder viel besser geht. Gerade da zeigt sich immer wieder, das altbekannte Hausmittel oft die besten Mittel sind und es auch problemlos ohne ätherische Öle geht …

2 Kommentare

  1. Gabi Fischer

    Ja das gute alte Wick Vaporup kenne ich auch noch aus meiner Kindheit. Stimmt allerdings, man sollte sich vielleicht wirklich die Beilage immer etwas genauer durchlesen. ;)

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  2. Christina Kulhaar

    Oha dass ätherische Öle Kindern schaden wusste ich ja noch gar nicht. Mein armer Kleiner wurde dabei immer mit Vaporup behandelt. Beim nächsten Mal lasse ich es lieber sein. Der Artikel vom Spiegel hat das ja eindrucksvoll geschildert.
    Aber da es für Erwachsene noch immer gut ist, werde ich dabei bleiben. Wobei ich mich frage, ob das nur für die gängigen Mittel gilt oder auch für die homöopathischen Mittel? Ich kaufe nämlich immer Öle für mich bei Spinnrad und die sollen natürlich und ohne extra Stoffe und Chemie sein. Nicht, dass ich darauf auch noch verzichten muss :-(

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