Entspannung, Babys und nervige Mütter

Entspannung. Gerade nach einer Geburt – egal ob spontan oder per Kaiserschnitt – wünscht man sich nichts anderes, oder? Die Geburt unseres Großen war damals schon ein Kaiserschnitt und ich war einfach nur froh, ein bisschen Ruhe zu haben. Sich kennenlernen zu können. Sich zu erholen. Und mal ehrlich – der ganze Besuch kann auch nach und nach zu Hause vorbeikommen.
Ein Einzelzimmer muss es zur Erholung ja nicht gleich sein, denn das wird auch langweilig. Bei uns im Krankenhaus gibt es ansonsten eh nur 2-Bett-Zimmer. Im Normalfall reicht das sicher auch. Wenn da nur die Neu-Mütter nicht wären. Die nervenden und rücksichtslosen Neu-Mütter. Klingt genervt? Bin ich auch zum Teil, denn immerhin habe ich mich deshalb auch früher entlassen lassen. Aber vielleicht sehe ich das auch nur viel zu extrem?

Das hier ist passiert:
Tag 1.5 nach Kaiserschnitt – 4.30 Uhr in der Nacht: Das Licht über dem anderen Bett geht an und eine neue Bettnachbarin wird ins Zimmer gerollt. Kaiserschnitt. Junge. Warum auch nicht, wird bestimmt nett.

5.00 Uhr – Das Licht ist immer noch an. Eine Abtrennung zwischen beiden Betten gibt es nicht. Schade, aber ist halt so. Aus Rücksicht mache ich die Augen zu und tue so als ob ich schlafe. Auch wenn es bei der Lautstärke echt schwer ist. Auch ihr Mann ist immer noch da. War meiner auch nachts beim ersten Kind, allerdings aus Rücksicht auf meine damalige Bettnachbarin nur kurz. Ihr Mann hat Sitzfleisch.
Da eine Infusion und Pumpe angeschlossen werden muss, verschwindet die Schwester ab und an nach draußen. Kaum ist sie weg, geht es los: „Ohhhhhhh jaaaaaaaaa, mein Süßer, genau so. Hmhmmmmmm, jaaaaaa“…. Arbeiten die beiden etwa schon am 2. Kind? :o
Mein Frustpegel steigt deutlich an, zumal ich mich inzwischen auch bei der Lautstärke kaum noch schlafend stellen kann Mit der frischen Narbe kann ich mich nicht mal auf die Seite drehen… Immerhin tröstet mich der mitleidige und entschuldigende Blick der Nachtschwester ein bisschen. Ich weiß, dass ich das letzte freie Bett auf Station in meinem Zimmer hatte.

5.30 Uhr – Das Licht brennt immer noch, obwohl die Schwestern schon seit fast einer halben Stunde fertig sind. Auch der Mann ist immer noch da und die beiden unterhalten sich in normaler Lautstärke, wie toll und süß doch ihr Sohn ist.
Leider haben sie nun auch mitbekommen, dass ich wach bin. Kein Kunststück, denn ihr Sohn brüllt wie am Spieß – da kann keiner schlafen. Wobei sie da nun wirklich nichts dafür kann, unser Großer war damals auch so.
Die wichtigsten Fragen hat sie mir bis hier hin schon gestellt – wie groß, wie schwer, welches Geschlecht, Name und so weiter und so fort. Ich antworte kurz, knapp und fast ein bisschen unhöflich und denke wehmütig an die gerade mal 2 Stunden, die ich bis dahin in der Nacht geschlafen hatte.
Ihr Mann versucht ihr zu erklären, dass es gerade mal halb 6 ist und ich vielleicht schlafen möchte. Sie interessiert es überhaupt nicht. Leider.
Gerade als ich es fast geschafft habe wieder einzuschlafen, beschließt mein Sohn, dass er nun gern gestillt werden möchte. Ausgiebigst. Kleine Kinder können manchmal grausam sein.

6.00 Uhr –  Inzwischen ist das Licht aus und im Zimmer ist es trotzdem hell. Für das Morgenrot hat es sich sogar fast gelohnt wach zu sein. Meine Bettnachbarin löchert mich mit Fragen wie „Wann kann ich aufstehen?“. Ich würde sie am liebsten ignorieren oder sie noch mal an die Uhrzeit erinnern, aber traue mich dann doch nicht. Will ja nicht unhöflich sein.
Wenn sie mich nicht ausfragt oder ihr Leben erzählt, stöhnt sie weiter Kosenamen für ihren Sohn oder schnarcht ganz schrecklich laut. An Schlaf ist nun garantiert nicht mehr zu denken, zumal gegen 7 Uhr sowieso geweckt wird.

Bis ca. 10 Uhr kenne ich ihre grobe Lebensgeschichte. Und die ihres Mannes Lebensgefährten. Die genaue Geburt natürlich auch nicht zu vergessen.
Ich muss zugeben, dass sie ja schon irgendwie nett ist. Nett, aber nervig. Und sie schnarcht. Nicht nur ein kleines bisschen, sondern richtig laut.

Ca. 24 Stunden später kenne ich noch mehr private Details, habe noch viel mehr Kosenamen und Schnarchen gehört. Und sie stöhnt immer noch. Es ist mir rätselhaft, wie man 24 Stunden am Stück reden kann. Entweder sie schläft oder sie redet. Selbst wenn sie nachts merkt, dass ich wach bin, fängt sie ein Gespräch an. Oder versucht es zumindest.
Inzwischen weiß ich auch schon längst, was sie da stöhnt. Auch wenn es merkwürdig klingt, sind es nur Liebesbekundungen an ihren Sohn. Und wenn das nicht, dann eine Ermunterung für ihn, dass alles so genau richtig ist.  Trotzdem verstehe ich nicht, warum man dabei „ohhhhhhh jaaaaaaa…. hmmmmmmm… genau daaaaaaa …… mein Süßer….. ahhhhhhhh“ stöhnen muss…. Auch kann ich keine blanke Haut mehr sehen. Meine Nachbarin lag einen Großteil der Zeit oben ohne im Bett und wenn man sich unterhält, sollte man ja nun zumindest in die Richtung schauen. Und nein, es war kein supertoller Anblick …. ;)
Ich bin genervt und mein Aggrensionspegel steigt deutlich. Ich wünsche mir meine erste Bettnachbarin zurück. Eine junge Türkin mit mind. 40 Besuchern am Tag. Mindestens die Hälfte fand meinen Sohn total süß und musste mir das auch ständig sagen, aber irgendwie war das bei weitem nicht so anstrengend wie meine spätgebährende neue Bettnachbarin …..

Seit Sonntag bin ich nun wieder zu Hause – einen Tag früher als geplant. Ich frage mich immer noch, ob nur ich das so eng sehe, oder meine Nachbarin wirklich rücksichtslos ist bzw. war.
Wie war das bei euch nach der Geburt?  Seit ihr direkt nach Hause gegangen oder freiwillig so lange geblieben wie es ging?  Kennt ihr das Problem mit nervigen Bettnachbarn?

7 Kommentare

  1. chasty

    Leider hatte es bei uns keine gewünschtes Einzelzimmer mehr frei, bzw Fam.Zimmer, also kam ich in ein Zweibettzimmer mit einer die am selben tag in der Früh ein mädchen entbunden hatte. Sie war nett, ihr Mann war nett, besuch hatten wir bei de wenigund Unterhaltungen hin und wieder. Meine größte Sorge war auch das ich etwas in der Art deiner ausführungen erlebe, dann wäre ich aber auch eher gegangen. Ich kann dich da totalverstehen nd denke nicht das du zu empfindlicht bist. Ein bisschen Ruhe kann man ja wohl erwarten.Ich glaub ich wäre schier ausgeflippt bei so einer.^^

    LG Mel

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  2. Manus-Testwelt

    o.O haben wir beide in den selben Krankenhäusern gelegen? Ihc hab ein 5 Tagen / nach dem Kaiserschnitt / grade mal 9 Stunden geschlafen. NEIN nicht etwa an einem Stück sondern insgesamt. Tolle Bettnachbarinnen ( ähnlich wie deine ) eine plärrende Tochter, die NUR Hunger hatte – kein Wunder bei 4260 Gramm und knapp 59 cm. Die Schwestern meinte ich solle stillen, ich meinte das aber nicht. Flasche bekam ich nicht – Kind schrie wie irre. Bis mein Mann dann am anderen Tag zur Hilfe eilte. Dann gabs zumindest mal eine Flasche. Michelle sollte normal geboren – Meinung meines Doc´s, meine Meinung dazu war eine andere. Denn wenn man davor schon 2 Kinder hatte weiss man wenn etwas falsch ist. Erst nachdem ich ihm zu zischte ( dem Doc natürlich, nicht meinem Mann ) das ich ihn umbringen werde, erschlagen, erdolchen und was auch immer, war er bereit ein OP Team zu rufen. Wäre meine Tochter die erste gewesen, hätte ich danach keine Kinder mehr haben wollen. Sie ist mein ganzer Stolz, ich liebe sie, aber das war damals zuviel. Auch ich habe mich eher entlassen nach Rücksprache mit meinem damaligen Frauenarzt, der mich dann ambulant weiter versorgt hat. Gott sei Dank:)) Fein das auch die Naht komplett schief war. Als wir dann zu Hause waren habe ich glaube ich, 24 Std Dauerschlaf hingelegt. Püppi bekam die Flasche vom Papa.

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  3. Manus-Testwelt

    Oh weh ich gehe besser ins Bett was ich ja schon vor hatte :D und lasse schnell ne Tüte Deutsch hier…weia Fehler übersehen :D

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  4. Pumucklchen

    Meine Horrorvorstellungen sehen in etwa genauso aus wie das, was du erlebt hast. Die Frau muss doch selber total am Ende gewesen sein, Kräftetechnisch nach Kaiserschnitt & mit Baby dazu ..

    Ich drück mich mal so aus: Wozu die Höflichkeit? Du siehst die Frau wahrscheinlich nie wieder & wenn doch kannst du es doch noch auf den Schlafmangel & die Hormonumstellung schieben. ;)

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  5. danny

    das ist ja mal der absolute horror!
    was sind denn das für schwestern?
    mein mann wurde abends um 23 uhr raus geschmissen und durfte nicht mehr mit aufs zimmer, wegen der bettnachbarin und die hatte sogar mehrfach beteuert es wäre vollkommen in ordnung wenn er noch bleiben würde, sie könne eh nicht schlafen….. aber die gute frau war ein absoluter nachtmensch und demnach war ich nach 2 tagen wieder zu hause…. ich brauche meinen schlaf!
    ich bin bei beiden jungs nach 2 tagen wieder nach hause gegangen weil man im KH eh nicht zur ruhe kommt und ich lieber in meinem bett schlafe.

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  6. Melliausosna

    Oh ich trau es mir ja nicht zu sagen, aber ich hatte ein Einzelzimmer.Und das war auch gut so.Beim Ersten musste ich 8 Tage bleiben, er kam 5 Wochen zu früh und hatte eine extreme Gelbsucht.Zu der Zeit war in dem KH so viel frei das einfach keiner in mein Zimmer gelegt wurde.Beim Kleinen bin ich nach 12 Stunden nach Hause..

    Aber ich war ja schon oft im KH und hatte das, was du da beschreibst, auch.Da wurde mir die Gallenblase entfernt und ich lag mit 3 alten schnarchenden Monstern in einem Zimmer!Da hab ich mich nach der ersten Nacht selber entlassen!

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  7. Silvi

    Hallo,

    also ich muss sagen das ich Glück hatte, bei beiden Kindern. Ich hatte eine Zimmernachbarin, jedes mal aber es war so das die Kinder und wir irgendwie den gleichen Takt hatten. Es kam nie zu Stress. Ansonsten wäre ich aber auch direkt geworden.

    Gruß Silvi

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