„Eins, zwei, drei, beim vierten bist du frei“ – Rezension

Paula ist mit Johann zusammen, doch eigentlich ist sie viel lieber im Ausland unterwegs. Zuletzt jobbte und lebte sie in New York, bis ihr Arbeitgeber ihr kündigte. So zieht sie wohl oder übel wieder zurück nach Schweden. Und zu Johann. Und obwohl sie in New York mit Jason zusammen war und sich verliebt hatte, lebt sie ihr altes Leben weiter – wie vor ihrer Abreise. Nur Anna erfährt von Jason und dem, was sie in New York teilten.
Einiges hat sich getan, seit sie wegging. Ihre Freundin Anne ist schwanger und total verliebt, Rakel ist wie immer schon auf ihre Karriere bedacht. Jason allerdings ist froh, dass sie wieder da ist und hofft, dass nun alles gut wird und Paula für immer bei ihm bleibt und sie es vielleicht doch noch zusammen schaffen.
Doch eigentlich weiß Paula gar nicht so recht, was sie eigentlich will. Sie lebt in den Tag hinein, lässt sich von Johann bekochen und „beputzen“ – sie selbst tut wenig. Irgendwann findet sie doch einen Job, schmeißt ihn allerdings schon nach einer Saison für ein Schauspielangebot. Sie spielt eine der Hauptrollen in Ralf Brygges neuem Film! Anna ist begeistert, Rakel hält es für keine gute Idee und Johann ist schlichtweg entsetzt, denn schließlich fällt der gemeinsame Urlaub ins Wasser. Ihre Beziehung bekommt einen Riss – nicht den ersten….

Ich lese sehr gern Frauenromane. Einfache Geschichten, die man oft schon mal irgendwie und irgendwo gehört und gelesen hat, eingängige Charaktäre, Witz und Charme. Sie lesen sich recht einfach und sind perfekt für „mal eben zwischendurch“. Genau das hatte ich mir auch von diesem Buch versprochen. Doch wie so oft kommt es anders als man denkt.
Bereits von Anfang an hatte ich große Schwierigkeiten, überhaupt in das Buch und die Geschichte zu finden. Es beginnt damit, dass Paula am Flughafen in Schweden ankommt. Relativ schnell werden verschiedene Personen eingeführt, zu denen ich einfach keinen Zugang finden konnte. Paula’s Vorgeschichte, ihre Reise nach New York und wer überhaupt Johann ist, erfährt man erst nach und nach.
Relativ schnell war mir Paula einfach nur unsympathisch. Sie ist zwar den ganzen Tag zu Hause, kauft aber nicht ein, kocht nicht und tut auch sonst nichts. Johann erledigt alles, „erträgt“ sie stumm und hofft auf einen guten Ausgang. Ich hätte sowohl sie, als auch ihn alle paar Seiten schütteln wollen, so offensichtlich war es für mich, dass sie ihn eigentlich nur „liebt“, weil er sie aushält. Und weil es bequem ist. Sämtlichen Konfrontationen geht sie aus dem Weg und läuft lieber fort, als sich mit einem Problem zu beschäftigen. Selbst wenn sie im Unrecht ist, reagiert sie wie ein stures und bockiges Kind. Für mich unverständlich, dass Johann auf eine gemeinsame Zukunft und Kinder mit einer Frau hofft, die zwar schon über 30 ist, aber überhaupt keinen Plan vom Leben hat und nur auf die nächste Chance hofft, wieder weg zu kommen.

Die häufigen Straßennamen und Ortsbezeichnungen machen das Kopfkino nicht wirklich einfacher. War man schon einmal in Stockholm, kann man mit einigen Namen vielleicht etwas anfangen und hat ein Bild im Hinterkopf. Doch ohne diese Hintergründe ist das unmöglich.
Ein bisschen Witz – egal ob trockener Humor oder doch ein paar plumpe Sprüche – hätte das ganze sicher aufgelockert. Doch leider habe ich vergeblich darauf gewartet.  Die „Uppsala Nya Tidning“ schrieb unter anderem, dass es (Zitat) „ein höchst frecher und witziger Roman über die Angst, erwachsen zu werden.“ ist. Leider sind genau diese Textpassagen wohl an mir vorbeigegangen. Ich habe mich regelrecht durch das Buch gequält, was mir bis auf eine Ausnahme schon seit Jahren nicht mehr passiert ist. Aber immerhin habe ich es nicht zur Seite gelegt – obwohl ich versucht war es zu tun! Und so lief die erste Hälfte des Buches recht zähflüssig dahin, denn eigentlich passierte nichts wirklich spannendes. Erst als das Rollenangebot auftaucht und konkret wird, kommt so etwas wie „Spannung“ in das Buch. Allerdings reicht diese auch nur so weit, um wissen zu wollen, wie es nun mit Paula und Johan weitergeht. Schon nach der Hälfte des Buches war mir klar, was am Ende passiert und so kam es dann auch.

Ein Satz am Anfang des Buches trifft den Nagel auf den Kopf: „Das Buch, dass sie am Flughafen in Newark gekauft hatte, hatte sie zu Ende gelesen und die Handlung bereits vergessen.“ Und so wird es wohl auch mir mit diesem Buch gehen …. Schade eigentlich.

2/5 Sternen

1 Kommentar

  1. Anja

    Danke für die Kritik, hatte schon erwogen mir das Buch zu kaufen-die kurze Zusammenfass ung klang ganz gut…Aber ich glaub jetzt nicht mehr, auch wenn ich „schwedische“ Bücher eigentlich recht gern lese….

    Antworten

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