Ein neues Auto muss her – Tipps zum An- und Verkauf

Es gibt Leute, die kaufen sich jedes Jahr ein neues Auto, manche leasen, wieder andere sharen einfach nur – die Mehrzahl aber behält ihr Auto über einen längeren Zeitraum. Wir auch und eigentlich war so schnell kein Autokauf geplant. Wie auch, brauchten wir in diesem Jahr doch erst einen neuen Herd und einen Kühlschrank und auch für das nächste Jahr stehen die nächsten großen Ausgaben im Hausbau schon fest. Um so schlimmer traf uns ein Satz unseres Schwagers, als er eine kleinere Reparatur am Auto durchführte. „Der kommt im nächsten Jahr so ganz sicher nicht mehr durch den TÜV“, sagte er so ganz nebenbei. Wäre der Spruch von einer Werkstatt gekommen, dann hätte ich wohl zuerst noch eine andere Meinung eingeholt, aber so weiß ich, dass es wirklich so ist. Für uns stellt sich also die Frage, ob wir noch einmal viel Geld in Reparaturen stecken oder doch lieber gleich neu kaufen. Ein extrem nerviges Thema, zumal wir beide schon zwei Mal großes Pech beim Autokauf hatten und eigentlich auch die Zeit fehlt, sich intensiv mit dem Thema zu beschäftigen. Und da beim An- und Verkauf so einiges schief laufen kann, gibt es für euch und auch für mich zur Erinnerung einfach mal ein paar gesammelte Tipps zum Thema.

auto

Dreckig, falscher Lack und Rostflecken – das wird garantiert kein Verkaufsschlager …

Das eigene Auto verkaufen

  • Zuerst einmal gilt es zu klären, ob man das Auto schnell und ohne Aufwand oder aber mit reichlich Arbeitsaufwand verkaufen möchte. Ganz ohne Aufwand geht es zum Beispiel bei www.wirkaufendeinauto.de, einer Art Rundum-Sorglos-Paket. Der Anbieter verschickt eine kostenlose Preiseinschätzung per mail, bietet eine kostenfreie Besichtigung in der Werkstatt an und zahlt nach eigener Aussage den Kaufpreis innerhalb von 3 Tagen. Auch melden sie das Auto kostenlos ab. Gefällt das Preisangebot, lässt man das Auto direkt nach dem Besichtigungstermin im Autohaus und ist durch mit dem Thema.
    Wer lieber selbst die Fäden in der Hand halten möchte, muss mit reichlich mehr Zeit rechnen:
  • Für eine erste Übersicht Verkaufspreise im Internet recherchieren. Nichts ist besser, als einschlägige Seiten oder die Kleinanzeigen zu beobachten und zu schauen, wie bestimmte Autos dort verkauft werden oder ob sie sich überhaupt verkaufen lassen.
  • Für einen näheren Preis bieten sich diverse Dienste an: das örtliche (Fach-)Autohaus wird dabei recht genau sein, meins zumindest schaute sogar unter das Auto. Die DAT-Liste gibt einen Orientierungswert für Autos bis zu einem Alter von 12 Jahren und kann kostenlos online befragt werden. Allerdings verschafft sie nur einen recht groben Überblick, da sie zwar die Fahrzeugdaten berücksichtigt, aber nichts über den genauen Zustand des Autos weiß.
  • Je nach Zustand des Autos lässt es sich in der Regel am besten privat verkaufen. Selbst heute noch gibt es ab und an Angebote von Autohäusern, den Alten in Zahlung zu geben und dafür einen Neuwagen günstiger zu bekommen. Ist gar nichts mehr zu holen, lohnt es sich eventuell, sein Auto in den Export oder als Ersatzteillager abzugeben.
  • Vor einer Besichtigung zur Preisschätzung ganz wichtig: Auto putzen! Alten und farblosen Lacken kann dabei auch durchaus eine Lackauffrischung nicht schaden. Kleiner Tipp: Ballistol Universalöl in Wasser aufgelöst wirkt wahre Wunder!
  • Auto abmelden! Wird das Auto sowieso nicht mehr bewegt, kann es auch abgemeldet werden. Das erfolgt mit sämtlichen Papieren und den Nummernschildern beim örtlichen Ordnungsamt. Mit der Abmeldebescheinigung kann man sich bei der Versicherung melden und so seine zuviel bezahlte Versicherungsgebühr zurückerstattet bekommen. Das Finanzamt wird von der Abmeldung automatisch benachrichtigt, auch von dort bekommt man seine Steuer verrechnet.
    Potentielle Käufer werden so unter Umständen auch auf das Auto aufmerksam – steht das Auto also nicht vor einer einzelnen Haustür, sollte der Hinweis auf die eigene Telefonnummer im Auto auf gar keinen Fall fehlen.
  • Preise vergleichen und für einen Verkaufsweg entscheiden: in der Regel sind das die Kleinanzeigen, diverse Internetportale, ebay und co oder aber Aushänge an schwarzen Brettern bzw. der Zettel im Auto. Dabei auf vorteilhafte Bilder und gute Beschreibung achten. Überlegt, was euch selbst bei einem Autokauf in einer Anzeige wichtig ist und beachtet das.
  • Kaufinteressenten nie allein Probefahren lassen, denn wer sagt euch, dass die vielleicht als Pfand gelassenen Papiere echt sind?
  • Sämtliche Papiere erst mit Erhalt des vollen Kaufpreises aus der Hand geben.
  • Auf einen schriftlichen Vertrag und dem Ausfüllen aller Daten (auch Nummer des Personalausweises, usw.) bestehen. Den Vertrag kann man auch kostenlos im Internet zum Ausdrucken finden.

Wenn man einige Dinge beachtet, kann man nicht viel verkehrt machen. Manchmal gehört auch einfach eine große Portion Glück dazu, so wie bei meinem Auto. Am Freitag abgemeldet, klingelte nur einen Tag später ein Kaufinteressent an der Haustür, der das fehlende Nummernschild bemerkte. Einen weiteren Tag später war mein Auto verkauft und weg, so dreckig wie es war.

Für uns im Moment viel wichtiger ist aber das hier:

Ein Auto kaufen

  • Egal ob neu oder alt, Autohaus oder privat – Traue niemandem! Alle wollen etwas zum besten Preis verkaufen, dabei vergisst man gern einmal, bestimmte Dinge zu erwähnen. Den Unfallschaden zum Beispiel oder den Rabatt, der sich an anderer Stelle im Kaufpreis wieder aufhebt.
  • Besichtigung nur bei Tageslicht oder in einer Werkstatt, am besten mit jemandem, der Ahnung hat. Probefahrt nicht vergessen!
  • Bei der Besichtigung auf ungewöhnliche Dinge achten – unterschiedliche Farbschattierungen im Lack, die Größe der Lücken an den Türen (Spaltmaß), Lackspritzer im Auto. Alles kann zum Beispiel auf einen Unfallschaden hinweisen. Auch der Blick unter die Motorhaube sollte nicht fehlen, wobei eine frische Motorwäsche auch ausgetretenes Öl vertuschen kann.
  • Kaufvertrag genau lesen, Finanzierung nachrechnen! Ein Händler muss zum Beispiel auch auf Gebrauchte eine Gewährleistung geben!
    Auch beim Neukauf sollte der Vertrag genau gelesen werden, vor allem, was die Zahlung betrifft. Versteht man die Zahlung nicht zu 100%, sollte man den Verkäufer so lange nerven, bis man es wirklich versteht. Bei meinem Autokauf war ich jung und dumm las ich alles im Schnellverfahren, vertraute eher dem Verkäufer. Eine von ihm eingesetzte Restkaufsumme nach X Jahren war viel zu hoch angesetzt – ein Fehler, den ich leider nicht bemerkte, weil ich einfach nicht nachrechnete (wer tut das schon?). Im Nachhinein stellte sich das übrigens sehr renomierte Autohaus taub, denn schließlich hatte ich unterschrieben. Der Hinweis, dass man meinen Verkäufer unter anderem wegen solcher Probleme inzwischen entlassen hätte, tröstete mich dabei herzlich wenig.

Unser jetziges Auto ist ein Gebrauchtwagen, unfallfrei gekauft von einer Privatperson. Als wir damit rund 2 Jahre nach dem Kauf in der Fachwerkstatt waren, staunten die nicht schlecht. Anhand der Fahrzeugnummer sagte der PC, dass unser Auto rund 200km entfernt mit Totalschaden in der Werkstatt gemeldet und nicht repariert wurde. Wir waren erst einmal sprachlos, schließlich konnte man es dem Auto damals nicht ansehen und laut der Verkäuferin und dem Vertrag war der Wagen unfallfrei. Sie hatte uns den Unfall sehr wahrscheinlich absichtlich verschwiegen – in dem Fall hätte sie das Auto zurücknehmen müssen. Uns war es damals aber einfach zu anstrengend dagegen anzugehen, so dass wir es auf sich beruhen ließen. Hätten wir beim Kauf das Auto vom TÜV, der Dekra oder einer Werkstatt kurz checken lassen, wäre das ganz sicher nicht passiert.

Noch wissen wir nicht einmal genau, was für ein Auto wir überhaupt haben wollen. Ein Kombi mit großem Kofferraum soll es werden, Isofix ist ganz wichtig und der Rest wird sich finden. Vielleicht lassen wir den jetzigen auch doch noch einmal reparieren und zögern so den Neukauf hinaus. Ich glaube, die Zeit und auch unser Kontostand wird es zeigen, wobei es vielleicht auch nichts schaden kann, schon einmal nach Schnäppchen Ausschau zu halten. …

Hattet ihr schon einmal Probleme beim Autokauf?

19 Kommentare

  1. Jan

    Hallo Sandra,

    ja unser Gebrauchtkauf hat gleich bei der ersten Langstreckenfahrt auf 300km 3 Liter Öl verbraucht. Daher haben wir seit Juni kein Auto und warten jetzt seit sieben Wochen auf das Gutachten.

    Jan

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Wow, klingt nicht gut. Bei solchen Problemen lohnt es sich immer, wenn man eine Rechtschutzversicherung hat – aber wer hat das schon? Drücke euch die Daumen, dass sich das bald klärt! :)

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  2. Saraohneh

    Toller Artikel.
    Wir haben unser Auto letztes Jahr auch verkauft und haben keine guten Erfahrungen mit dem beworbenen Anbieter gemacht. Wobei ich jetzt nicht auf die Details eingehen möchte, nur kurz: Das versprochene Geld wurde nicht bezahlt.

    Nur als Tipp für diejenigen, die sich auf diesen tollen Blog verirren.

    Gruß aus Osnabrück

    Edit: Links zu zwei weiteren Anbietern entfernt …

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Das tut mir leid, wenn es bei Dir schlecht gelaufen ist. Ehrlich gesagt habe ich nur ein paar kleine Zweifel an der Geschichte, wenn du direkt dazu zwei verschiedene Konkurrenzanbieter als Links unterbringst …

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      1. Saraohneh

        Wenn du dich mal durchgooglest, merkst du was ich meine und das es nicht nur bei uns schlecht gelaufen ist. Ich würde ja kaum Werbung für zwei konkurrierende Unternehmen machen:D Bei den beiden lief es halt besser. War wirklich nur nett und als Alternative gemeint.

        Schöne Grüße

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  3. Marc

    Ein sehr interessanter Beitrag. Das eigene Auto erstmal los zu werden gestaltet sich immer erstmal als etwas schwierig. Ich kann da den Weg über den Autoankauf empfehlen. Natürlich muss man schauen, dass der Ankauf seriös ist, denn wie in jeder Branche gibt es da auch schwarze Schafe.

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  4. Sanita

    Sehr interessanter Artikel. Wir sind unseren Alten sehr schnell los geworden – da wir Familiennachwuchs bekommen haben, müsste auch ein größeres Auto her. Also gaben wir unseren alten einfach in Zahlung und holten uns einen Van. Der genügend Platz für unsere Bedürfnisse hatte. Interessant finde ich den Gebrauchtwagenprogramm von Mercedes – Junge Sterne: da bekommt man wagen mit ein 24 monatigen Fahrzeuggarantie. Was glaube ich selten ist.

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  5. Bernd

    Ja das ist immer so eine Sache mit dem verkaufen von Autos. Da gehört immer eine Menge dazu. Das mit der Versicherung muss auch geklärt werden. Alles nicht so einfach. Da ist man froh wenn man das hinter sich hat.

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      SO schlimm ist es gar nicht. Wenn man sich ein Mal damit beschäftigt, ist es eigentlich ganz leicht – haben es gerade selbst erst hinter uns. Und so oft kommt es ja in der Regel nicht vor. ;)

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  6. Martin

    Ich finde es macht immer eine Menge her wenn man ein gebrauchtes Auto wieder auf Vordermann bringt. Also mich einer gründlichen Innenraumreinigung, den Lack polieren und eventuell sogar die Sitze mit einem Nasssauger reinigen.
    Habe erst kürzlich für meine Cousine, die ihr erstes Auto bekommen hat, ihr auto komplett gereinigt. Danach meint man fast es ist ein neues auto *lach*.

    Gruß
    Martin

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  7. Jo

    Hallo Sandra, zunächst vielen Dank für diesen umfassenden Artikel. Ich kann quasi aus erster Hand berichten und nur zustimmen, dass es gerade unter den professionellen Händlern viele schwarze Schafe gibt. Deshalb ist es umso wichtiger, sich selbst bei einem auf den ersten Blick „fairen“ Angebot ein zweites/drittes Vergleichsangebot einzuholen. Dabei sollte man sich dann auch nicht unter Druck setzen lassen, denn viele Händler wollen genau das vermeiden und den Deal direkt an Ort und Stelle abschließen.
    Gruß,
    Jo

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Ich finde es super und auch wichtig, dass gerade ein Autoverkäufer selbst das sagt. Bei den meisten ist es wirklich so, dass man regelrecht bequatscht wird, doch alles sofort abzuschließen und das supertolle Angebot, dass so nie wieder kommen wird, anzunehmen.

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  8. Rene

    Mit Autos kenne ich mich generell nicht so gut aus, deswegen fand ich das bei unserem alten VW auch sehr schwer einen richtigen Preis zu verhandeln. Die Tipps in dem Blog hier sind deswegen wirkloich sehr hilfreich! :)

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  9. Lukas

    Super Artikel wirklich. Ich bin gerade dabei, mein Auto zu verkaufen und mit diesen hilfreichen Tipps werde ich bestimmt einen fairen Preis aushandeln. Besonders der Ratschlag mit der Probefahrt hat mich zum nachdenken gebracht und ich gebe Sandra da vollkommen recht.

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  10. Carlos

    Echt klasse Beitrag! Beim An- und Verkauf von gebrauchten Autos kann man sich nie genug Ratschläge holen! Mein Auto hat vor einigen Wochen den Geist aufgegeben weswegen ich mich auch wieder auf die Suche nach einem neuen fahrbaren Untersatz machen muss,
    Leider habe ich in den letzten Jahren fast nur schlechte Erfahrungen gemacht, weswegen ich jetzt auf Neuwagen mache. Ich habe keine Lust mehr jede paar Monate mein Auto in die Werkstatt zu bringen weil es (dem Alter entsprechend) repariert werden oder Teile ausgetauscht werden müssen. Dafür greife ich auch gerne bei der Anschaffung etwas tiefer in die Brieftasche!
    Viele Grüße

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  11. Marko

    Hey super schön geschrieben 🙂 Mal schauen was es am Ende dann wird 🙂

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  12. William

    Ein gut geschriebener Artikel!

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  13. Peter

    Vielen Dank für den gut geschriebenen Text. Bitte noch mehr so interessante Artikel.

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  14. Steve

    Sehr interessanter Artikel. Leider konnte ich mein Auto nicht bei wir kaufen dein Auto so einem guten Preis verkaufen. Ich habe mein Auto dann bei Autoankauf-mobil.de verkauft.

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