Ein Haus als großes Glück?

Für die einen bedeutet viel Geld das ganz große Glück, für die anderen ist es total nebensächlich. Auch ich gebe zu, dass Geld wichtig ist, aber nicht so wichtig, dass ich es über alles stelle. Da ich aktuell noch in Elternzeit bin, können wir zwar keine richtigen Sprünge machen, aber es reicht, um nicht jeden cent 2x umdrehen zu müssen und allein das finde ich schon wichtig. Wirklich viel Geld würde ich gar nicht haben wollen. Was macht man damit, außer es auf der Bank zu stapeln und sich so lange an den Zinsen zu erfreuen, bis das Finanzamt die Hand aufhält? Ein Haus als Immobilie kaufen, nur um Geld auszugeben? In unserer Nachbarschaft wurde das wirklich gemacht. Seit über einem Jahr steht das Architektenhaus schon leer zum Verkauf und die Besitzer müssen wirklich reichlich Geld haben, wenn sie sich so einen langen Leerstand leisten können. Doch auch sonst greift die Immobilien-Ferienhaussucht hier im Freundes- und Bekanntenkreis um sich.

berge

Einfach mal raus aus dem Trott – DAS ist Glück!

Mein Auto, mein Haus, mein Ferienhaus

Früher galten zwei Autos noch als Statussymbole, heute sind es die Häuser. Während ein eigenes Haus (und sei es noch so klein) als absolut wichtig erachtet wird, geht der Trend heute immer mehr zum Zweithaus. In unserem Freundeskreis sucht sich nun schon die dritte Familie ein Häuschen für die Ferien, denn „das kann man doch das ganze Jahr über vermieten und auch selbst drin wohnen“. Ich bewundere sie zwar für ihren Mut, aber für mich wäre das nichts. Wir sind froh, wenn das Thema Hausbau für uns erledigt ist und wir endlich einfach mal ein Wochenende nichts tun können, ohne gleich ein schlechtes Gewissen zu haben. Ich mache dann dafür sehr gerne in den Ferienhäusern der anderen Urlaub. In Barcelona zum Beispiel, wo eine Freundin gleich mehrere Wohnungen vermietet. Oder in Tirol, wo sich eine befreundete Familie jetzt eine kleine Wohnung kaufen möchte. Oder lieber doch in Manchester bei Freunden? Oder in Schweden, wo inzwischen noch weitere Freunde ein Ferienhaus haben?

Haus = Geld = Glück?

Hat man Glück, nur weil man ein Haus besitzt? Manchmal wünsche ich mir wirklich eine Wohnung zurück – wenn die jährliche „Anpassung“ der Grundsteuer kommt zum Beispiel, die hier schon regelrecht ausufert. Oder wenn ich an die Strom- und Gaspreise denke. Aber dann schaue ich in den großen Garten und denke, dass wir auf jeden Fall Glück haben, dieses Haus zu haben. Ein tolles Haus zu einem damals tollen Preis, einem großen Garten zum Rumtoben, ganz vielen Möglichkeiten und am Rande der Stadt. Es gehört wohl schon Glück dazu, so ein Haus überhaupt zu finden und es sich leisten zu können. Aber braucht man zum glücklich sein noch unbedingt ein Ferienhaus, um jederzeit und (fast) immer mal rauszukommen? Für uns Norddeutsche mögen die Berge und Tirol vielleicht verlockend sein, um mal frei durchzuatmen – ich bevorzuge da lieber den Strand. Ein paar Stunden ohne Kinder am Meer und ich bin tiefenentspannt. Mit Kindern wird es schwieriger, wenn auch nicht weniger lustig. … ;)

Habt ihr ein Haus und wenn ja – macht es euch glücklich?

9 Kommentare

  1. Drapegon

    Wir haben sogar ein Haus – es macht Tatsache glücklich, weil es das eigene Reich ist. Nur die Außenanlagen ist noch ein Dorn im Auge – keine Eingangstreppe – keine Terrasse fertig bzw. noch nicht einmal Unterstellmöglichkeiten fürs Auto. Ja das ist der Preis dafür, wenn man ein Haus haben will.

    Wobei es bei uns auch eine Familie gibt die extra bei uns ein Doppelhaus gebaut haben nur um es zu verkaufen. Das Ende vom Lied in einer Doppelhaushälfte wohnen die nun selbst- weil sich Doppelhäuser bei uns nicht so leicht verkaufen lassen. Wobei ich mich da frage, warum hat unsere Gemeinde ein Doppelhaus überhaupt genehmigt. Laut Bauplan sollten es nur Einzelhäuser sein. Sehe ich auf unser Nachbarsgrundstück – macht die Gemeinde was sie will. Denn auf diesem Grundstück stehen nun zwei hässliche Schuppen (wegen Solarstrom) statt einem Haus und der Besitzer baut fleißig daran weiter (daher wird es immer hässlicher statt schöner) Daher wünsche ich mir schon oft eine zwei Meter hohe Hecke. Das ist auch der Preis fürs eigene Haus, weil man nicht weiß welche Nachbarn man bekommt.

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    1. Sandra

      Wir hatten damals auch erst überlegt, ein Doppelhaus zu bauen und die andere Hälfte zu verkaufen. Allerdings ist es halt immer das Problem, dass man nie weiß, was man für Nachbarn bekommt – selbst wenn man selbst verkauft :D So ist es mir allein dann doch schon lieber …

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    2. Sandra

      Terrasse ist hier übrigens auch noch lange nicht fertig. Im nächsten Jahr kommt die Außenfassade dran, da bleibt dann kein Geld mehr für die Terasse. Im Moment (und hoffentlich nicht ewig ;) ) liegt da ein Provisorium aus Waschbetonplatten, so dass wir schon eine Art kleiner Terrasse haben. Ist ja gerade mit Kindern nicht ganz unwichtig, dass man auch mal einfacher raus kann…

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  2. Waltraut

    Glück ist wie Geschamck. Jeder hat es, aber für jeden ist es anders. Den einen macht ein eignes Haus glücklich, den anderen reicht ein schöner Sommertag mit der Familie.

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  3. Merida Mamoru

    Hallo Sandra ,

    ja ein Haus ist noch immer eine gute Investion, da stimme ich zu. Ist aber auch immer eine Vermögensfrage, finde ich. Viele Leute nutzen das eigene Haus ja quasi als eine Art Altersvorsorge und stecken ihr ganzes Geld hinein. Wenn man es richtig anstellt und von Anfang an niedrige Kreditzinsen aushandelt, kann eine selbstgenutzte Immobilie tatsächlich eine gute Geldanlage für die Zukunft sein. Viel sicherer als zB. Aktien oder Dergleichen. Das Ganze Vorhaben darf man aber auch nur in Erwägung ziehen, wenn man anfallende Raten fürs Eigenheim über viele Jahre hinweg tragen kann.

    Liebe Grüße
    Merida

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    1. Sandra

      Da gebe ich Dir absolut Recht. Wichtig finde ich dabei nur, dass man die Raten vor allem auch so berechnet, dass man sie auf jeden Fall zahlen kann. Ich sehe immer wieder mit Staunen, dass manche mind. ein komplettes Monatsgehalt allein als Rate rechnen. Wird dann einer der beiden Partner plötzlich arbeitslos, steckt man ganz schnell in der Schuldenfalle. ….

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  4. Louna

    Hallo Sandra,

    ein schöner Artikel, der zum Nachdenken anregt. Ich muss sagen, dass ich auf jeden Fall irgendwann später ein kleines aber feines Haus haben möchte. Es muss wirklich nicht groß sein, wichtig ist mir nur, dass das Haus einen eigenen kleinen Garten hat, wo ich mein eigenes Obst und Gemüse anpflanzen kann.

    Möchtest du auch später Obst und Gemüse anpflanzen oder überlässt du das lieber anderen Leuten? Mich würde hier mal deine Meinung interessieren.

    Grüße aus noch einer 1-Zimmer-Wohnung
    Louna

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    1. Sandra

      Oh wir haben schon eigenes Obst und hoffentlich auch bald wieder Gemüse! Ich finde es auch eins der Highlights bei einem Garten, dass man Nutzpflanzen hat – ohne würde ich gar nicht wollen. Auch und gerade für kleine Kinder ist es total super, wenn sie eigene Kirschen, Tomaten oder Äpfel essen können :)

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  5. kleini_coali

    Da muss ich Louna zustimmen.

    Ich habe in einem relativ großen Haus seit Jahren gewohnt, wo ich auch einen Garten hatte und meine eigenen Tomaten angebaut habe. Jetzt wurde mein Job gekündigt und ich musste leider ausziehen und in eine Wohnung ziehen.

    Hier habe ich nur einen kleinen Balkon, wo ich natürlich versuche kleineres Gemüse, wie Party Tomaten und Pflanzen anzubauen. Das Ganze klappt jedoch nicht so richtig, da mir auch die Motivation etwas fehlt.

    Fest steht, dass ein eigener Garten einfach nur ein Traum ist. Wer es sich leisten kann, der sollte immer einen Garten sein Eigen nennen können.

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