Ein ganz normaler (Sonn)Tag …

Morgens 6 Uhr in Deutschland – (fast) alles schläft. Nur unser großer Sohn nicht. Schon mindestens eine halbe Stunde ist er wach und sieht so überhaupt nicht ein, dass alle noch schlafen. Im Laufe der Monate haben wir es perfektioniert, uns schlafend zu stellen. Manchmal klappt es und er legt sich wieder hin, um noch mindestens 2 Stunden zu schlafen – schließlich ist er selbst auch noch müde. Schon verloren hat man, wenn der Große auch nur ahnt, dass man wach ist. Dann wird so lange am Ohr gezupft oder ins Auge gepickst und dabei „Aufwaaaaacheeen“ gerufen, dass man irgendwann entnervt aufgibt.
Heute morgen jedoch nicht. Der Große hat sich in den Kopf gesetzt, jetzt Buch lesen zu wollen. Und nachdem Papa beim ersten „Vorlesen“ nicht reagierte, wird er halt mit einem überhaupt nicht sanften Schlag mit dem Buch auf den Kopf geweckt. Um 10 nach 6.

Der Mann verzieht sich mit dem Großen ins Wohnzimmer und lässt den Kleinen und mich noch schlafen. Gegen halb 8 kommt unser Sohn ins Zimmer gestürmt. Laut schreiend und rufend. Was genau er will – keine Ahnung, denn gerade als ich ihn fragen will, ist er schon wieder mit einem lauten Türknall verschwunden. Dafür meldet sich jetzt der Kleine mit lauten Gebrüll. Irgendwie verständlich. Ich würde auch nicht so geweckt werden wollen.
Kaum ist es wieder ruhig, kommt der Sohn zurück. Diesmal leiser und sehr viel vorsichtiger. Weiß er doch genau, dass er morgens im Schlafzimmer nicht so viel Lärm machen soll. Dafür teilt er mir mit aber einem breiten Grinsen im Gesicht mit, dass das Baby jetzt wach ist und verschwindet dann wieder. Übrigens wollte er beim vorherigen Besuch nur mal kucken. …

ein bisschen Natur

Beim Frühstück mache ich den Fehler, irgendwas über unseren neuen Kinderwagen zu sagen. Ergebnis: Mindestens 20 und gefühlte 100x die Frage, wann wir denn endlich raus spazieren gehen. Er will doch Kinderwagen schieben. Blöd nur, dass es gerade regnet.
2 Stunden später sind wir unterwegs. Ohne Regenplane, denn die muss ich für den neuen Wagen noch besorgen. Und natürlich fängt es an zu regnen. Aber wenigstens nicht so doll.
Man sollte meinen, dass ein 3jähriger nach 2 Stunden Kinderwagen schieben und spazierengehen fertig und müde ist. Nicht so unser Sohn. Wie aufgezogen rast er zu Hause sofort wieder durch die Gegend. Nach einem endlich mal friedlichen Mittagessen ohne ein „das mag ich aber nicht“-Genörgel freue ich mich auf den Mittagsschlaf.
Der Große ist endlich müde, will schlafen und mit mir kuscheln. Dabei rotiert er alle 2 Minuten um die eigene Achse und tritt mich dabei, während der Kleine auf der anderen Seite von mir anfängt zu quengeln. Schlussendlich bekomme ich dank mehrmaligem Stillens immerhin rund 20 Minuten Schlaf mit diversen Fußtritten des rotierenden Sohnes.

Nachmittag – endlich. Es gibt so Tage, da freut man sich, wenn sie endlich vorbei sind. Heute ist so einer. Wie angestochen rennt der Große durch die Gegend. Der Kleine zuckt teilweise schon zusammen, wenn er angerannt kommt. Kein Wunder, denn aufpassen oder zurückhalten kennt der Große nicht.
Eine Beschäftigung muss her. Da es schon mal wieder nach Regen aussieht, bleiben wir drin und kneten. Zumindest 10 Minuten. Obwohl es die absolute Lieblingsbeschäftigung ist, kann man ihm heute nichts recht machen. Also alles wegräumen und  – wie gewünscht – die Malsachen raus. Auch das hält nur 5 Minuten, dann will er schauen was Papa macht und runter vom Stuhl. 2 Minuten später soll doch wieder die Knete raus. Weitere 20 Minuten später – ahnt ihr es schon? Genau. Malen. Mit recht deutlichen Worten stelle ich die Buntstifte raus und sprinte mit dem Kleinen auf dem Arm zum klingelnden Telefon. Als ich wieder an den Tisch komme, ist der recht großflächig bemalt. Hatte ich doch neben dem Telefonklingeln vergessen, das Papier wieder hinzulegen. Und aufstehen und sich Papier vom Stapel neben dem Tisch nehmen wollte er nicht. Klar, mit 3 Jahren kann man das ja auch nicht. :mad:
Nicht das erste Mal, dass er etwas bemalt. Ein kleines Stück Tapete musste vor Wochen schon dran glauben. Eigentlich hatte ich ihm damals recht deutlich erklärt, dass ich unser Bilder an den Wänden gern selbst bestimme. Aber da schlug wohl das berühmt männliche selektive Gehör wieder zu. Übrigens die Erklärung meines Mannes dafür, dass der Große heute bei jedem 2. meiner Sätze fragt „was hast Du gesagt?“. Und natürlich nervt er dann so lange, bis ich alles ganz genau wiederholt habe.

Irgendwann ist der Tisch wieder holzfarben, das Abendbrot steht auf dem Tisch und alles ist wieder gut. Den alltäglichen Kampf und das Gebrüll beim Zähneputzen überstehe ich schon mit stoischer Ruhe, schließlich geht der Große gleich ins Bett. Das motiviert.
Schlussendlich ist es gegen 21.30 Uhr, als der Große endlich schläft. Auf mich warten jetzt noch Haushalt, diverser Papierkram und die Gewissheit, dass der Große morgen früh bestimmt wieder gegen 6 wach ist. Fit, hellwach und aufgedreht wie immer versteht sich.

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