Ein Besuch im Sea Life

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An sich sind Ferien der Kinder ja kein Problem, zumindest dann nicht, wenn schönes Wetter ist. Man kann rausgehen, toben, buddeln und vieles mehr. Regnet es dagegen, fällt einem schnell die Decke auf den Kopf. Und damit genau das nicht passiert, besuchten wir in der ersten (und völlig verregneten) Ferienwoche das SEA LIFE in Timmendorfer Strand. Eindrucksvoll war es, wenn auch viel zu schnell vorbei. Zeit, die Stunden ein bisschen Revue passieren zu lassen und Bilder zu kucken. Und vielleicht bekommt ihr ja Lust, eines der anderen Aquarien in eurer Nähe zu besuchen ….

SEA LIFE – Die Fakten

7 Aquarien und einen Abenteuerpark gibt es in Deutschland. Ein weiteres ist sogar in das Legoland integriert. Außerdem gibt es Parks in England, den USA, Spanien, Italien und vielen weiteren Ländern Europas. Sea Life ist dabei jedoch nicht nur der Unterhalter diverser Aqarien, sondern engagiert sich sowohl im Naturschutz, als auch in der Tiernotrettung. Kranke Tiere, vor allem Seehunde und Meeresschildkröten, werden aufgenommen, aufgepäppelt und danach wieder in die Freiheit entlassen. Die vom Aussterben bedrohten Seepferdchen zum Beispiel werden sogar eigens gezüchtet, um ihre Arten zu erhalten.

Auch wenn ich es erst nicht glauben konnte, aber Timmendorfer Strand, dass ja nun mal direkt am Meer liegt, zählt zu den kleinsten Aquarien in Deutschland. Während in den anderen Städten bis zu 40 Aquarien (in Speyer) und teilweise sogar über 5.000 Tiere (in Berlin) leben, sind es in Timmendorf „nur“ 2.500 Tiere in 33 Aquarien und Becken. Trotzdem ist es eine ganze Menge, die es da zu bestaunen gibt!

3 japanische Seespinnen

Japanische Seespinnen

Die Tiere

Sie sind natürlich das wichtigste am ganzen Besuch überhaupt und um so wichtiger ist ihre „Präsentation“. Sehr angenehm finde ich die zurückhaltenden Becken, die teilweise in recht überraschenden Formen daherkommen. Teils als Säule, mal beult sich das Glas als eine Art Bullauge aus, dann wieder gibt es das große Becken, unter dem man in einem Tunnel hindurch laufen kann. Und natürlich finden sich auch die normalen, herkömmlichen Aquarien, die in Wände eingelassen sind.
Es gibt große Fische, kleine Fische, Otter, Krebse, eine Schildkröte, Haie, Rochen, Seespinnen, Quallen und viele andere Arten mehr. Einige sind wirklich imposant, so wie zum Beispiel die riesigen japanischen Seespinnen oder die Rochen, die im offenen Becken bestaunt werden können. Wieder andere sind dagegen eher unscheinbar und verschmelzen mit ihren Becken.
Neben jedem Becken gibt es übrigens eine kleine Tafel mit den wichtigsten Infos zur jeweiligen Art. Außerdem kann man bei einigen Arten live die Fütterung erleben. An den jeweiligen Becken hängt am Fütterungstag ein Schild mit der entsprechenden Uhrzeit am Becken. Wir erlebten die Fütterung der Seebarsche, wobei es jetzt nicht so spektakulär war, wie man das vielleicht denken könnte. Man sieht nur ganz viele Fische, die wild durcheinander schwimmen und ein paar Brocken, die an den Grund des Beckens sinken. ;) Im Vorfeld las ich, dass die Fütterungen kommentiert werden, nur leider kam bei uns davon nicht sehr viel mehr rüber außer „Bitte im Gebäude nicht essen und nicht trinken.“

das Logbuch inkl. Button

Das Drumherum im Sea Life

Wirklich toll gemacht fand ich das ganze Drumherum für Kinder. Sie bekamen am Eingang ein Tauch-Logbuch, mit dem sie durch das Sea Life gehen konnten. Wenn sie verschiedene kleine Aufgaben gelöst hatten, durften sie sich einen Stempel in ihr Heft drücken – damit bekam man am Ende noch ein Geschenk. Das entpuppte sich als Ansteckbutton – nicht so der große Hit für die Kinder. Dafür steckt im Logbuch allerdings noch der Gutschein für eins von zwei Büchern von Bertelsmann, das man sich per Post anfordern kann. Doch ein Hit also, denn die Bücher sind gar nicht mal so schlecht.

Immer wieder erfährt man auf seinem Rundgang wissenswertes über den Schutz der Meere und auch seiner Bewohner. Man wird zwar angehalten, sorgsam mit der Natur umzugehen, jedoch stehen ganz klar die Bewohner des Aquariums und nicht die Belehrungen im Vordergrund (was ich persönlich sehr entspannend fand).
Absolut spannend fanden alle das Berührungsbecken, in dem man Seesterne und auch Annemonen anfassen durfte. Anders als auf der Homepage beschrieben erklärte man uns allerdings, die Tentakeln der Annemonen auf gar keinen Fall zu berühren, denn dies bedeute einfach nur Stress für sie (nicht, dass ich das überhaupt hätte tun wollen).  Am Fuß (dem Saugnapf) kann man sie allerdings problemlos berühren und wie nicht anders zu erwarten, fühlen sie sich ziemlich glitschig an. Wer sich nicht traut, die Tiere zu berühren, muss dies übrigens nicht tun. Niemand wird überredet oder gar gezwungen – den Stempel für ihr Logbuch bekommen die Kinder auch so.

2 Seewölfe

Seewölfe

Der Preis ist nicht heiß

Auch wenn ich vollstes Verständnis für hohe Unterhaltungskosten habe, die natürlich auch wieder eingenommen werden müssen – die Preise im Sea Life haben es wirklich in sich. Wer seinen Besuch planen kann, sollte unbedingt online buchen, denn dann kostet die Karte 4-5 Euro weniger. Der normale Kassenpreis liegt für Erwachsene bei 14,95 Euro und für 3-14jährige Kinder bei 10.95 Euro. Einzeln klingt das nicht viel, wenn man jedoch als Familie den Besuch plant, wird es sehr schnell teuer.
Wer in der Nähe eines der Aquarien wohnt, sollte sich für 26 bzw. 36 Euro direkt eine Jahreskarte besorgen, denn die lohnt sich dann schon ab dem zweiten Besuch.

riesenschildkröte

Lohnt sich ein Besuch mit kleinen Kindern?

„Mama, ich will auch mal stempeln!“
„Warum darf ich meinen Finger nicht ins Wasser halten?“
„Ich will aber da sitzen und fernsehen!“
„Wann können wir endlich an den Strand?“
….

Kurz gesagt – Jein.

Wir besuchten das Sea Life mit Freunden und hatten zwei 4-jährige dabei, die durch das ganze Center rannten, als hätten sie gestern schon wieder draußen sein müssen. Ab und an schauen sie zwar völlig begeistert, ein wirkliches Lesen der Schilder war aber kaum möglich. Unserem 1jährigen war das ganze alles unheimlich. Es war dunkel, ab und an bewegte sich etwas in den Becken – alles sehr suspekt.
Zur gleichen Zeit erlebten wir noch diverse andere Familien, die auch mit ihren Kleinen unterwegs waren. Ihnen erging es ähnlich wie uns. Nach rund 1.5 Stunden waren wir schon wieder draußen und viel länger hätten wir die Kinder auch nicht drin halten können.

Wirklich erstaunt war ich allerdings, als unser Großer zu Hause erklärte, dass es total toll war und er sogar von selbst einige Dinge aufzählte, die er gesehen hatte.

2 Zwergotter

Bonnie und Clyde, die beiden Zwergotter

Mein Fazit

Wäre ich allein gewesen, ich hätte mich sicher ein paar Stunden länger im Sea Life aufgehalten. So sitze ich nun hier, schaue mir die Bilder an und frage mich, wie viel ich eigentlich gesehen und vor allem gelesen habe. Nicht viel, denn sobald ich ein Foto gemacht oder aber mich um den Kleinen gekümmert hatte, war die Kolonne schon weitergezogen und mein Großer rief von weiten „Maaaaama, kommt du?“. Nicht gerade die besten Voraussetzungen.
Dabei hatte ich mir einen Stempel geben lassen und hätte am gleichen Tag sogar erneut kostenfreien Eintritt gehabt. Aber wenn man mit der ganzen Familie da ist, geht das nicht so einfach. …

Ein Gedanke, der mir inzwischen nicht mehr aus dem Kopf geht, ist die die Größe der Becken. Ist es wirklich artgerecht, die Tiere ständig in kleinen Becken zu halten? Immer wieder überlege ich, wie sich eigentlich die Fische dabei fühlen, den ganzen Tag hinter Glas ausgestellt zu sein. Vielleicht ist es für sie wie für uns und sie beobachten uns? Wer weiß das schon? Im Zoo haben Tiere in der Regel ein großes Gehege und Rückzugsmöglichkeiten, hier dagegen nicht unbedingt.  …

Trotzdem – vielleicht gehe ich ja noch mal hin. Dann aber allein. Ohne Kinder und mit ganz viel Zeit.

(Die Bilder entstanden übrigens mit einer Spiegelreflex – vorinstallierte Sporteinstellung ohne Blitz und ohne Stativ. Es geht also auch ohne Profiausrüstung …)

11 Kommentare

  1. Anja

    Ich glaub da ist das Tropenaquarium in Hagenbecks Tierpark besser für euch-vom Eintritt her ist es günstiger und zu sehen-gerade für Kinder- gibts da viiiieeel mehr ;) Richtig große Krokodile ;-) waren schon zum zweiten Mal mit unserem Großen drin-die Schaukästen und die Schlangen haben es ihm angetan…
    Liebe Grüße!

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    1. Sandra

      Stimmt, das soll richtig toll sein – steht aber auch noch auf unserer Liste. So wie noch 10 andere Zoo’s auch :D

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  2. Danny

    wir waren in oberhausen in dem sea life, da waren meine jungs aber schon deutlich älter wie deine beiden und wir fanden es wirklich klasse.
    man konnte bei der hai und rochen fütterung zuschauen und das war natürlich der hit an dem tag….. besonders wenn man bedenkt das die becken enden auf augenhöhe der kids war und sie von den rochen nass gespritzt wurden :D
    wir werden auch auf jeden fall noch mal ins sea life fahren, ob es oberhausen sein wird oder ein anderes weiß ich allerdings noch nicht

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    1. Sandra

      Das klingt super und wahrscheinlich ist es wirklich so, dass es stark auf das Alter und die Interessen der Kinder ankommt. Mal schauen, ob wir es in ein paar Jahren noch mal probieren ;)

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  3. Gabi Fischer

    Ich war zwar noch nie im Sealife, aber habe auch schon gehört, dass die Becken etwas klein sein sollen. Ich hoffe für die vielen Fischer und Meeresbewohner ist der Platz ausreichend. lg Gabi

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    1. Sandra

      Ich denke, es wird wahrscheinlich bestimmte Mindestmaße haben, die die Becken haben müssen. Viel mehr werden sie wahrscheinlich aber nicht haben :(

      Grundsätzlich finde ich es eigentlich total schade, dass bei Fischen kaum jemand über die Größe der Becken redet. Bei Landtieren schreit man sofort, wenn das Gehege auch nur 2m² zu klein ist – bei Fischen scheint es vielen egal zu sein …. :(

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  4. niko schulze

    Gerade mit Kindern ist das ein tolles Erlebnis, wir waren schon da und können es weiter empfehlen.

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    1. Sandra

      Die Kindergartengruppe meines Kleinen war auch erst da. Sie fanden es auch alle großartig :)

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  5. Erni

    Hallo,
    War letzens auch mit meinen Kindern im Sea Life. Die waren total begeistert von den Meerestieren. War schon zweimal dort. Natürlich war es bei ersten Mal viel interessanter als beim zweiten Mal. Den Kindern gefällts jedoch jedes mal wieder.
    Liebe Grüße
    Erni

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  6. frank

    Das Sea Life ist in der Tat nicht wirklich günstig. Vor allem, wenn man mit der ganzen Familie hin will. Als Ausgleich könnte man mal mit den Kids ins Paläontologisches Museum in München gehen. Dort kann man nämlich die Skelette von Säugetieren wie dem Riesenhirsch, dem Säbelzahntiger oder dem Urelefant und auch von Dinosauriern bewundern. Die Ausstellung ist zwar nicht riesig, dafür aber absolut kostenlos. :-)

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  7. Sonia

    War leider noch nie im Sea Life wollte es mal mit meiner Frau begutachten werden wir glaube ich demnächst auch machen.
    toller Artikel!:)

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