Dragon NaturallySpeaking – Erzähl mir was!

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Auch wenn mich das Schreiben von Texten schon fast mein ganzes Leben begleitet – irgendwie nervt es trotzdem. In meiner Schulzeit schrieb man seine Hausaufgaben, mehrseitigen Ausarbeitungen usw. noch mit der Hand, nicht mit dem PC. Während meiner Arbeit als Arzthelferin hatte ich es recht häufig mit Arztberichten und Gutachten  zu tun, die geschrieben werden wollten und schon seit fast 3 Jahren schreibe ich Blog, Protokolle und sonstigen Kleinkram. Fast immer macht es Spaß, aber schon so manches Mal schon wünschte ich mir ein Spracherkennungsprogramm. Ich malte mir aus, wie ich locker und entspannt am PC sitzen würde und statt dem ewigen Tippen einfach nur noch diktieren würde. Was hätte mir das gerade im Arbeitsleben für Zeit gespart!
Vor Jahren probierte mein Chef tatsächlich mal eine Software aus – leider mit nur sehr geringem Erfolg. Die Worte wurden entweder gar nicht, oder nur halb erkannt und schlussendlich hatte man beim Korrigieren mehr Arbeit, als wenn man es gleich per Hand geschrieben hätte. Doch seit dem sind einige Jahre vergangen. Es gibt inzwischen sehr viel mehr Hersteller auf dem Markt und es gibt sogar für den normalen Bürger bezahlbare Varianten. Eine davon ist die Dragon NaturallySpeaking Software von Nuance, die in der aktuellen 12er Homeversion für rund 75 Euro zu haben ist. Ein absolutes Schnäppchen, wenn man sich überlegt, was man damit alles für Zeit spart! Grund genug für mich Vielschreiberin, mir das Programm genauer anzuschauen und zu testen.

Schreiben oder Diktieren?

Grundsätzlich (finde ich zumindest) lohnt sich eine Sprachsoftware nur, wenn man auch wirklich (viel) schreibt. Mit Dragon kann man zwar auch problemlos seinen PC bedienen, aber da nehme ich persönlich lieber selbst die Maus in die Hand, als dass ich einem Programm den Befehl gebe, welches Programm er für mich öffnen soll.
Schreibt man aber viel, lohnt es sich auf jeden Fall – zumindest dann, wenn man schon weiß, was man sagen will. Beim Schreiben Diktieren erst zu überlegen, was man eigentlich sagen will, ist schwierig und klappte bei mir in den seltensten Fällen.  Hat man aber alles schon im Kopf, schreibt Dragon schnell und zuverlässig alles auf.

dragon

Dragon 12 – die Eckdaten

  • Zum Schreiben von Texten, aber auch zum Bedienen des PCs
  • Es lernt mit jedem Text und wird so immer besser und genauer
  • enthält ein Lernprogramm – sowohl für den Nutzer, als auch für Dragon selbst (später dazu mehr)
  • auch über iPhone und Android als kabelloses Mikro bedienbar
  • kann den diktierten Text auch vorlesen
  • inkl. Headset

Installation und Einrichten

Die Installation ist einfach, geht sehr schnell und ist selbsterklärend. Nach dem ersten Start der Software wird man automatisch durch ein Lernprogramm geleitet, in dem das Programm versucht, die Eigenarten und die jeweilige Sprechweise des Anwenders zu verstehen und zu lernen. Man wird gebeten, verschiedene Texte vorzulesen, ganz so, wie man sonst auch spricht. Außerdem erhält man eine Einführung in die Technik des Diktierens und die verschiedenen Befehle, die man für Dragon benötigt.

Das Arbeiten mit Dragon / meine Erfahrungen

Ich hätte nicht gedacht, das der Anfang mit der Dragon Software so einfach sein würde. Beim Diktieren erscheinen mit mehr oder weniger kurzer Verzögerung alle Worte auf dem Bildschirm im eigenen kleinen Diktierfenster. Wie von Dragon auch beworben, passen wirklich rund 99 % aller erscheinenden Worte auf das, was ich diktiert habe. Passt es nicht, kann man mit verschiedenen Kurzbefehlen zu den betreffenden Worten zurück gehen und diese ändern. Korrekturen funktionieren relativ einfach, indem das Programm mittels Zahlen verschiedene ähnliche Begriffe vorschlägt. Alternativ kann man auch selbst das Wort per Tastatur eingeben. Und wer mag bzw. gerade ein klein bisschen Zeit hat, übt direkt bestimmte einzelne Worte oder auch Kombinationen im Lernprogramm.

Für mich absolut ungewohnt ist es, dass man immer nur im Diktierfenster von Dragon schreibt. Zum Übertragen des Textes muss man vorher im Dokument an der entsprechenden Stelle die Maus positionieren, dorthin wird dann der Text übertragen. Die Übertragung startet man mittels Button aus dem Diktierfenster. Vergisst man den Mauszeiger vorher zu positionieren und überträgt trotzdem, verschwindet der diktierte Text im Nirwana. Das ist ein Punkt, der mir leider überhaupt nicht gefällt, vor allem, da mir auf diese Weise schon zwei Texte verloren gingen. Sie waren zwar nicht lang, aber ärgerlich war’s trotzdem. Auch wäre es schön, wenn ich selbst entscheiden könnte, wo ich diktieren möchte. Schreibe ich meine Artikel zum Beispiel direkt in WordPress, werden sämtliche Texte automatisch immer wieder gespeichert, ohne dass ich mich darum kümmern muss. In Dragon ist das nicht der Fall. Hier habe ich mir angewöhnt, die Texte vor dem Übertragen immer in den Zwischenspeicher zu kopieren, außerdem übertrage ich die Texte immer in kürzeren Abständen und diktiere nicht gleich einen ganzen Bericht.

Für mich ein großer Pluspunkt ist die freie Arbeitsweise – dass ich nämlich nicht mehr ständig auf dem PC kucken muss. Im Normalfall könnte ich vormittags, wenn mein kleiner Sohn wach ist, gar nicht mehr arbeiten. Allerdings findet er mich mit Headset und Mikro so lustig, dass er ständig am grinsen ist und ich im Notfall dann doch ein bisschen arbeiten kann. Wirklich viel ist nicht möglich, aber ich kann so problemlos auf ihn achten, mit ihm spielen und mich mit ihm beschäftigen und nebenbei diktieren. Einziger Haken daran: ich muss schon genau wissen, was ich eigentlich sagen will. Nebengeräusche, durch lautes Spielen zum Beispiel, stören übrigens überhaupt nicht Auch das relativ lautes Spielen mit unserem Musikcenter und Geklapper von Holz stört Dragon überhaupt nicht und erscheint auch nicht als „Wort“ im Diktierfenster.

Ich tippe normalerweise sehr schnell, so dass die Arbeit mit Dragon für mich schon eine Umgewöhnung ist. Ich finde es am entspanntesten, wenn ich gar nicht erst auf das Diktierfenster kucke, sondern einfach nur hintereinander meinen Text mit Punkt und Komma diktiere. Bei mir am PC dauert es rund 1-4 Sekunden, bis der diktierte Text jeweils in Teilen bzw. später komplett erscheint. Am Anfang ist das ein bisschen verwirrend, denn ich wunderte mich doch, wo denn nun der Text bleibt. Je nach Systemauslastung dauert das aber ein bisschen. Auch erscheint das Programm manchmal so ein bisschen das System auszubremsen und braucht eine kleine Ewigkeit. Dabei habe ich „schon“ 4GB RAM. Mit nur 1GB würde ich es wohl gar nicht erst nutzen wollen.

Ein weiterer, sehr großer Vorteil für mich ist die fehlende Ablenkung beim Diktieren mit Dragon. Schreibe ich selbst, klicke ich oft zwischendurch mal hier, kucke mal schnell da oder mache 20 Sachen gleichzeitig. Wenn ich diktiere, kann ich nicht überall rumklicken und wenn ich etwas aus einem anderen Dokument / Fenster herausschreiben möchte, lese ich das einfach vor, muss also auch hier nicht klicken. In der Regel bin ich schon allein deshalb viel schneller mit meinen Texten fertig. ;)

Fazit

Ich als Schnelltipperin brauche Dragon normalerweise nicht unbedingt, denn ich bringe im Normalfall auch so meine Texte schnell auf dem Bildschirm. Gerade in meiner speziellen Situation mit Kind finde ich es allerdings sehr angenehm, die Sachen einfach auch mal diktieren zu können, ohne dafür mit den Augen am Bildschirm zu kleben. Für meinen Mann, der mit Zehn-Finger-Adlersuchsystem arbeitet, kommt Dragon dagegen wie gerufen. Für ihn wäre es, so er sich denn endlich rantrauen würde, sicher eine enorme Erleichterung bei den vielen Dingen, die er schreiben muss. Für Dragon wäre es gar kein Problem, denn das Programm unterscheidet auch problemlos verschiedene Nutzer mit ihren Eigenarten. Allerdings natürlich nur, wenn man auch für die 2. Person ein eigenes Profil anlegt.
Die Bedienung ist sehr einfach und intuitiv und auch wenn ich immer wieder sehr viele Kurzbefehle vergesse – ich kann sie nachlesen oder aber einfach mit der Maus an die betreffende Stelle gehen.

3 Monate nutze ich Dragon nun schon mehr oder weniger intensiv. Und auch wenn ich es nicht täglich oder immer nutze, so hole ich doch immer wieder das Headset hervor und diktiere lieber, als das ich schreibe. Gerade bei den doch recht arbeitsintensiven Protokollen, bei denen man immer noch seine Mitschrift entziffern muss, rentiert es sich sehr. Ich lese in meinen Notizen, kann gleichzeitig diktieren und muss nicht immer hin- und herspringen. Perfekt.
Bei mir wird Dragon NaturallySpeaking auf jeden Fall noch sehr häufig im Einsatz sein.

Habt ihr schon mal mit einer Spracherkennungssoftware gearbeitet?

Die Software wurde mir für diesen Test kostenfrei zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.

2 Kommentare

  1. Pingback: Dragon NaturallySpeaking 12.0 --> 50 % Rabatt!

  2. Tom

    Gerade für unsere coaching-sessions nutzen wir das Dragon sehr gerne! Es unterstützt die Software einzigartig! Allerdings schon das neue Dragon 15…

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