Die Web Connect Analysewaage von Soehnle – ein teures Spielzeug

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Ich liebe meine Fitbit-Waage, aber in der letzten Zeit zweifelte ich manchmal ein wenig an ihr. Plötzliche Sprünge von einem Tag auf den anderen ließen mich stutzen, auch fehlte mir manchmal der so oft angepriesene Wasseranteil in der Auswertung. Vielleicht war das Mehrgewicht ja nur Wasser? In dieser Situation kam mir die Anfrage von Soehnle gerade recht, zumal die neue Web Connect Analysewaage neben Gewicht und Körperfettanteil auch noch den Wasseranteil überwacht und somit einiges mehr als die Fitbit Aria bietet. In den letzten Monaten fuhr ich also zweigleisig, um die Waage von Soehnle zu testen.

Die Eckdaten

  • digitale Körper-Anaylsewaage
  • Oberfläche aus Sicherheitsglas
  • beleuchtete LCD-Anzeige mit großen Ziffern
  • Tragkraft max. 150kg
  • Automatische Erkennung von max. 8 Personen
  • benötigt für die meisten Funktionen zwingend Internetzugang
  • übermittelt die Daten automatisch in das eigene Soehnle-Onlineprofil bzw. in verschiedene Apps
  • Komplette Auswertung und Diagramme online
  • Messung des Gewichts – auf der Waage zu sehen
  • Messung bzw. Auswertung von Körperfett-, Muskel- und Körperwasseranteil – nur online zu sehen
  • im Onlineprogramm Differenzanzeige bis zum Wunschgewicht
  • Von „Fit for Fun“ empfohlen

Soehnle Web Connect Waage

Das Einrichten

Bevor die Waage starten kann, muss man sie zuerst einmal zusammenstecken. Ein wenig überrascht war ich schon, denn bei meiner Aria ist alles in der Waage verbaut und sie benötigt nur Batterien. Hier ist das nötige Zubehör recht umfangreich und vor allem groß. Die Waage selbst braucht 4 AAA-Batterien, für die Internetanbindung braucht sie noch einen zusätzlichen kleinen Kasten, die Funkbrücke. Die wird in den Router eingesteckt, hat zusätzlich aber noch ein Kabel für die Stromversorgung. Wer den Router, so wie wir, (noch) im Wohnzimmer stehen hat, wird sicherlich wenig begeistert sein. Ich habe mich jetzt, nach gut 2 Monaten, auch immer noch nicht daran gewöhnt und muss ehrlich sagen, dass es für mich ein Grund wäre, die Waage nicht zu kaufen, auch wenn sie durchaus Vorteile mit sich bringt.

Ich habe zwischenzeitlich mal bei Soehnle nachgefragt, warum man nichts in der Waage verbaut, sondern die extra Box mitliefert. Demnach ist sich Soehnle sehr wohl bewusst, dass diese Art umständlicher ist, man hat sich jedoch gezielt gegen eine Bluetooth-Verbindung ausgesprochen. Die Box bietet demnach eine stabilere Verbindung, die vor allem über weitere Strecken reicht. Ich kann das aus meinem Test absolut bestätigen, denn unser Router steht am anderen Ende unseres großen und alten Hauses mit dicken Wänden. Die Aria schafft es mit ihrer eingebauten Technologie nur in 1 von 10 Fällen, eine Verbindung aus dem Obergeschoss herzustellen und die Daten zu übertragen. Die Soehnle Waage war dabei in der Übermittlung absolut zuverlässig.

Ein sehr wichtiger Fakt ist, dass man zwingend einen freien Steckplatz am Router benötigt. Schließt man die Waage nicht an und bringt sie nicht online, bleibt einem nur das Gewicht, keine weiteren Auswertungen. Aber dazu gleich mehr.

Soehnle Waage - Zubehör für den Internetzugang

das alles muss am Router bleiben …

Hat man alles zusammengesteckt, wird die Waage eingerichtet. Man erstellt sich einen Nutzeraccount auf my.soehnle.com, gibt die Seriennummern der Funkbrücke und der Waage ein (stehen jeweils auf der Unterseite) und startet per Knopfdruck die Synchronisation. Das war’s auch schon, danach kann man sich normal wiegen.
Übrigens sollte man sich ein paar Minuten Zeit nehmen, um gleich zu Beginn die Daten im Nutzeraccount von Soehnle auszufüllen. Mindestens die Körpergröße muss sein, sonst kann der Bmi nicht berechnet werden.

Soehnle Web Connect in der Seitenansicht

Eine sehr wählerische Waage

Die Waage geht automatisch an, wenn man mit einem Bein auf bestimmte Kontaktpunkte kommt. Für mich war das ein wenig ungewohnt, schließlich kannte ich bisher nur Waagen, die bei kleinster Berührung reagierten. Hier staunte ich jedoch nicht schlecht, als ich für’s Foto eine 6kg schwere Tasche auf die Waage legte und rein gar nichts passierte. Erst als ich mit einem Bein kurz rauftrat, sprang sie an, um direkt danach 0kg anzuzeigen, schließlich war da ja nun mein Bein weg – die statt dessen da liegende Tasche interessierte meine Waage nicht. Kaum stellte ich die Tasche aufrecht hin, sprang die Anzeige auf knapp 6kg um, nur um kurz danach wieder auf 0 zurückzugehen und sich wenig später auszuschalten. Heißt, ich kann nicht einmal einen Koffer damit wiegen? Für eine so hochpreisige Waage ist das sehr schwach.

Soehnle Waage mit Tasche

Da sollten eigentlich rund 6kg angezeigt werden

Als ich mich das erste Mal wog, blieb ich eine ganze Weile auf der Waage stehen und wartete. Sie zeigte mir das Gewicht, dann das Internetsymbol und andere Zeichen, aber keinen Körperfettanteil oder weitere Daten. Ich war überrascht und sah wenig später, dass man alle Daten nur online sehen kann. Hier kommt der Fallstrick für alle ohne Router – die Waage muss zwingend ans Internet angeschlossen werden, ansonsten bleibt einem nur die reine Gewichtsanzeige. Möchte man also seine Daten sehen, verbringt man erst einmal Zeit am Handy oder PC.

Onlineauswertung bei my.soehnle.com

Eine Darstellungsmöglichkeit der Onlineauswertung

Die Onlineauswertung

Auch wenn die Waage selbst ein bisschen geizig mit ihren Angaben ist – die Onlineauswertung ist wirklich gut und auch sehr übersichtlich. Man kann sich alle Daten sowohl als Diagramm, als auch als Tabelle ansehen, Daten selbst nachtragen oder auch löschen. Ein FAQ-Bereich klärt häufig gestellte, allgemeine Fragen, zum Bsp. wo die Waage am besten stehen sollte, was eine Bioimpedanzanalyse ist und welche Bedeutung der Wasseranteil für den Körper hat.

Die Auswertung selbst erreicht man über den Browserzugriff auf my.soehnle.com, wo man bei entsprechender Auswahl auch eine Weile eingeloggt bleibt. Das morgendliche Nachschauen der Daten geht also recht schnell, wenn es nur der eigene Account ist. Andere Waagennutzer müssen sich jedoch für ihre Daten in ihren eigenen Account einloggen.
Inzwischen gibt es auch eine App von Soehnle, die bisher aber leider nur für iPhones bereitgestellt wurde. Außerdem ist die Waage kompatibel mit der Apple Health App, aber auch nur mit der.
Mir persönlich ist es egal, ob ich meine Daten in einer App oder einem Browser nachschaue. Am Handy bevorzuge ich sogar die Browservariante, um den Speicher nicht so vollzumüllen. Und dank des responsive Designs sieht die Soehnle-Oberfläche auch da sehr gut aus.

Mit den gemessenen Werten selbst habe ich ein wenig Probleme, denn ich weiß nicht, in wie weit ich ihnen wirklich trauen kann. Grundsätzlich werde ich nicht die Aria mit der Soehnle vergleichen, denn ich weiß gar nicht, welche von beiden nicht richtig misst. Vielleicht zeigen beide auch nicht ganz das richtige an, denn zwischen beiden liegt rund 1kg Differenz. Was mich aber sehr erstaunte, waren die großen Abweichungen in den Messdaten der Soehle-Waage. Beide stehen nebeneinander fest auf dem Boden und wurden über den Zeitraum auch nicht bewegt. Wenn ich mich gewogen habe, dann immer im gleichen Zustand – erst auf die eine Waage, direkt danach auf die andere.
Als Vergleich hier einfach mal der Körperfettanteil über den kompletten Messzeitraum:

Fitbit Aria Körperfettanteil-Diagramm

Hier bei der Aria von Fitbit …

Körperfettanzeige bei Soehnle

… und bei der Web Connect von Soehnle.

Schon krass, oder? Mit so starken Schwankungen fällt es natürlich auch irgendwie schwer, den Daten wirklich zu trauen.

Mein Fazit nach 2 Monaten

Auch wenn die Funkbrücke nervt, so sorgt sie tatsächlich für eine bessere Reichweite und hat damit sogar den Bluetooth-Waagen etwas voraus. Trotzdem finde ich es nicht gut, dass ich zusätzlich Strom brauche, nur um die Waage online zu bringen.
Etwas, das für mich bei einer 149€-Waage (UVP) überhaupt nicht geht, ist die Anzeige der Daten. Das Display ist zwar schön groß und kommt mit gut lesbaren Zahlen, jedoch kann ich ohne Internetanbindung nicht mehr als mein Gewicht sehen. Das kann aber auch jede Waage für 10 Euro, da brauche ich so eine teure Waage nicht.
Am Anfang habe ich zwar regelmäßig nach meinen Daten geschaut, fand es aber schnell zu umständlich. Ich möchte die wichtigsten Daten direkt auf der Waage sehen, auch wenn ich die Onlinespeicherung sehr praktisch finde. Wie man oben auf den Bildern sieht, sind die täglichen Schwankungen extrem, während sie bei meiner Aria recht ausgeglichen sind.

Die Web Connect von Soehnle wird von den Fit for Fun-Experten empfohlen – so ein wenig entzieht sich mir aber das Verständnis, warum das so ist. Klar hat sie eine größere Reichweite und das Onlinetool ist schön gemacht. Jedoch kann sie nicht mehr, als andere Waagen auch können. Eher im Gegenteil. Allein durch die Nicht-Anzeige der Daten ist sie anderen Waagen deutlich im Nachteil. Ich habe für mich auf jeden Fall beschlossen, bei meiner bisherigen Waage zu bleiben.

Benutzt ihr eine internetfähige Waage?

(Die Soehnle Web Connect wurde mir für diesen Test kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Meine Meinung beeinflusst das nicht.)

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4 Kommentare

  1. Manu

    Tja, irgendwie war ich anfänglich ja begeistert, zumal die Waage ja sogar mich Mega Mops gewogen hätte. Je weiter ich allerdings nach unten kam, um so unzufriedener wurde ich dann. Da tut es dann wirklich die Waage für 10,00 Euro. Schade eigentlich, sie hätte mir vom Design sehr gefallen.

    Dann wiege ich mich eben nicht :P

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Haha, netter Versuch :D Wiegen kann sie dich ja trotzdem ;)

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  2. Bloody

    Die Waage hört sich ganz interessant an, aber sowas wäre wohl nichts für mich. Ständig am PC nachschauen, welche Werte gerade gemessen wurden, weil man die Werte gar nicht auf der Anzeige sieht? Finde ich auch nicht gut… als Extra fände ich es in Ordnung, aufgrund der Speicherung. Naja, man muss auch mal schlechte Erfahrungen gemacht haben! ;-)

    Viele liebe Grüße und einen guten Start in die neue Woche!
    Bloody

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      An das am PC nachschauen gewöhnt man sich schon. Wenn man das dann auch wirklich auswerten kann und halt nur bei Bedarf reinschaut, finde ich das völlig ok.
      Doof ist nur, wenn man zwangsweise kucken muss, um überhaupt seine Daten sehen zu können.

      Und du hast Recht – es kann nicht alles immer rosarot sein :D

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