Die Sucht nach kleinen Preisen

Noch vor vielen Jahren kaufte alle Welt bei einem großen Internetauktionshaus und machte oft sogar tatsächlich ein Schnäppchen. Doch im Laufe der Jahre stieg die Anzahl der Bieter und damit auch die Preise und so ist ein ersteigerter Artikel oft gar kein wirkliches Schnäppchen mehr. Schon 2005 gab es das Problem, denn hier postete der Spiegel damals schon diverse Alternativen zu dem großen Auktionsriesen. Gebracht hat es nicht so wirklich viel, denn Marktführer ist er weiterhin.
Verkäufer auf eben jenen überteuerten Plattformen dagegen freuen sich – ich mich auch, denn viele Babysachen von H&M werde ich dort einsetzen und wahrscheinlich noch fast den Neupreis dafür bekommen. Verrückte Welt!

Seit Jahren schon nutze ich für Dinge, die ich günstig kaufen möchte, nur noch Flohmärkte oder auch die Kleinanzeigen – gerade bei Babysachen lohnt es sich kaum, die für ein halbes Jahr komplett neu zu kaufen. Es ist ein weit verbreiteter Irrtum, dass alle Dinge vom Flohmarkt schäbig und abgenutzt sind. Sucht man eine Weile und kauft vor allem nicht das Erstbeste, kann man oft wirklich gute Schnäppchen machen. Regensachen für den Herbst kann man zum Beispiel auch schon gut jetzt kaufen – bei meinem 4-jährigen ändert sich die Kleidergröße ja inzwischen nicht mehr so schnell. Oder auch Spielzeug. Wie ich neulich schon schrieb, bekommen meine beiden Männer zu Weihnachten eine LEGO Eisenbahn geschenkt. Seit Januar schon beobachte ich dafür die Kleinanzeigen deutschlandweit und habe hier schon 2 verschiedene Sets liegen. Alle gebraucht gekauft und alle sehr günstig. Das sie gebraucht sind, stört mich überhaupt nicht – Hauptsache sie funktionieren und fahren. Die Teile kommen nach und nach einfach heimlich mit in die Waschmaschine, dann sehen sie auch wieder aus wie neu.
Auch den „fahrenden Ritter“, den Bus, den viele sicher noch aus Harry Potter und der Gefangene von Askaban kennen, habe ich erst kürzlich in den Kleinanzeigen gefunden. Bezahlt habe ich nur rund die Hälfte des üblichen Marktpreises. Ich freue mich, auch wenn ich ein bisschen traurig bin, dass er verschenkt wird. Er ist nämlich das Geburtstagsgeschenk für den besten Freund meines Sohnes und wechselt als solches in 2 Wochen den Besitzer. Immerhin kann ich also noch ein bisschen damit spielen. ;) Im Normalfall unerschwinglich für einen Kindergeburtstag, dank Kleinanzeigen bezahlbar und sogar günstig.

der fahrende Ritter

Ich steh über den Dingen

Als ich mich neulich mit einer Freundin unterhielt und von meinen Anzeigenfunden erzählte, schaute sie erst komisch und fragte mich dann, ob wir das wirklich nötig hätten. Wer würde denn die Kleinanzeigen durchsuchen, um etwas zu kaufen?
Ganz klar – nicht nur ich, sondern tausende andere auch! Wie kommt man in schätzungsweise 90% der Fälle an eine neue Wohnung? Oder ein (neues) gebrauchtes Auto? Eine Arbeitsstelle? Für viele ist es total alltäglich, die Zeitungsanzeigen zu lesen oder Onlineportale zu nutzen. Die diversen Wohnungs-Suchseiten sind auch nichts anderes als Kleinanzeigen, gleiches mit den Auto-Suchseiten.

Unsere vorherige Wohnung zum Beispiel fanden wir per Zeitungsanzeige, unser Auto bei AutoScout24. Lange haben wir gesucht, aber wie ich oben schon schrieb – wenn man genug Zeit hat und nicht das erste Angebot kauft, wird man in der Regel mit einem sehr guten Preis belohnt. Und wenn man dann noch einen Freund oder Bruder hat, der Kfz-Mechaniker ist und zur Besichtigung mitkommt, hat man schon fast gewonnen.
Nachdem das Motorrad meines Mannes in diesem Jahr wohl endgültig das Zeitliche segnet, werden wir auch da wieder per Kleinanzeige suchen. Noch steht allerdings nicht genau fest, was genau mein Mann haben möchte, denn irgendwie spielt ja der Preis eine nicht ganz unwichtige Rolle. Aber bei Autoscout24 gibt es eine große Auswahl an verschiedenen Motorrad-Typen und ich bin mir sicher, dass er ganz schnell das Richtige finden wird. Und sein altes Motorrad bekommt er da bestimmt auch problemlos an einen Bastler oder Liebhaber verkauft.

Nutzt ihr Kleinanzeigen?

2 Kommentare

  1. junglejane

    Hallo,
    ich kaufe auch nur auf Auktionshäusern, wenn ich wirklich nicht auf dem Flohmarkt fündig wurde – eine Regenjacke in der gewünschten Größe (oder überhaupt eine) fand ich z.B. auf den letzten drei Märkten nicht.
    Dafür habe ich nun eine ersteigert, ich steigere allerdings nie mehr als 50 % dessen, was es mich neu kosten würde (mit Versand). Teilweise habe ich gesehen, dass gebrauchte Regensets für den selben Preis über die „Theke“ gingen, wie das selbe Produkt neu kostet?!
    Manchmal stellen verschiedene Leute auch die selbe Jacke ein und der eine bekam 7 Euro, der andere 25 (!) dafür.
    Das ist mir irgendwie zu stressig und ich versuche es zu vermeiden, bei hood.de kann man aber oft noch sehr billige Sofort-Kauf Schnäppchen machen.
    Über die Kleinanzeigen finde ich auch oft billige Sachen, Möbel oder gratis Artikel, das lohnt sich wirklich.
    lg
    junglejane

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    1. Sandra

      Ich finde es gut (und mache es auch so), dass ich mir ein Limit setze und vorher nach den aktuellen Preisen schaue. Teilweise ist es wirklich unglaublich, wie viel die Leute zu zahlen bereit sind. Ich suche ja nun schon eine Weile nach LEGO Eisenbahnen und stelle da immer wieder fest, dass die auch heute noch zum Originalpreis von damals über die virtuelle Theke gehen. Obwohl sie 10 Jahre bespielt wurden, der Karton fehlt usw.

      Ansonsten ist es bei ebay ja leider schon lange gängige Praxis, selbst den eigenen Preis hochzutreiben. Ein sehr schönes Beispiel ist mein Kinderwagen, den ich im letzten Jahr ersteigert hatte. Lange stand er bei 50 Euro, dann bot jemand ganz neu angemeldetes und 0 Käufen plötzlich hoch auf über 100. ;)

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