Die Macht der Puppen

Endlich  – seit 2 Tagen geht der Große nun in den Kindergarten. Lange genug mussten wir warten, denn im März bzw. April hätte er schon fertig sein sollen, doch dann verschob sich der Termin immer weiter. Nun wurde es Oktober und der Kindergarten ist immer noch ein Stück weit eine Baustelle. Immerhin scheinen nun endlich alle Bodenbeläge verlegt zu sein, so dass „nur“ noch die Restarbeiten am Fußboden, die Maler und die Fahrstuhlbauer im Haus sind. Ist ja nicht so, dass man nicht wusste, dass es einen Eröffnungstermin gab ….
Für mich heißt Kindergarten zwar ein Stück weit Erleichterung, aber auch viel Stress – gerade am Anfang. Mit 5 Monate altem Kind im Schlepptau gleichzeitig ein großes Kind einzugewöhnen, ist nicht so wirklich spaßig. Noch dazu klammert der Große extrem und hat (in seinen Augen) nur dann Spaß, wenn Mama oder Papa ihm auch zukucken. Die Tatsache, dass man, dank noch bis zum Frühjahr fehlender Außenanlage, vorerst nicht mit den Kinder rausgehen will, tut sicher ihr übriges. Für mein Bewegungskind ist das fatal, denn er hasst es, auch nur 2 Stunden drinnen und nicht an der frischen Luft zu sein – da kann das Spielzeug noch so toll sein. Spannend ist für alle Kinder im Moment aber, dass immer wieder neues Spielzeug dazukommt. So gab es am 2. Tag schon mal mehr Spielzeug als am ersten, aber sonst fehlt noch ganz viel. Alle Dinge für den Bewegungsraum zum Beispiel, aber auch immer noch Spielzeuge, Teppiche, Matratzen, Geschirr …. Die Liste ist lang – zu lang für mich als Elternteil. Für die Kinder ist es zwar spannend, den Handwerkern bei der Arbeit zuzusehen, aber für alle ist es auch trotzdem irgendwie Stress.

beim Bauen

Mein oberstes Ziel ist im Moment, dass Sohnemann allein im Kindergarten bleibt und auch Spaß dabei hat. Zum Vermitteln habe ich dafür mal wieder „Tudu“, seinen großen Teddy ins Boot geholt. Schon vor Monaten hatten wir mit ihm Erfolg, als es damals so große Probleme während meiner Kur gab. Eher durch Zufall und beim Spielen stellte sich nämlich heraus, dass unser Sohn mit „Tudu“ sehr viel freier sprach, als mit uns. Das heißt natürlich nicht, dass er mit uns nicht redet. Im Gegenteil, denn er erzählt schon viel. Trotzdem muss man ihm manches halt aus der Nase ziehen. Bei Tudu dagegen überhaupt nicht.
Als Tudu dann gestern fragte, wie es denn im Kindergarten war, kam dann auch ein begeisterter Redeschwall. Der Sohn erzählte ihm, dass Mama Blödsinn erzählt hätte, schließlich würde man sich im Kindergarten gar nicht die Zähne putzen (der Kindergarten hält das für unnötig), außerdem von seiner Spielkreisfreundin, die er hier im Kindergarten wieder getroffen hätte, einem anderen Kind, dass er auch kennt und der großen Frau, die seine Erzieherin ist. Alles in allem klang es super und erstaunlich positiv – das hätte ich gar nicht erwartet. Im nächsten Satz fand er es allerdings langweilig, denn es gibt keine Rollbretter, keine Hand- oder Fußtwister, die er so liebt und aus einem anderen Kindergarten kennt – nicht mal ein Bobbycar gibt es. Ich habe ihm zwar schon erklärt, dass da bestimmt noch irgendwas kommt, aber genau weiß ich es natürlich auch nicht.

Als ich vor einer kleinen Ewigkeit mal irgendwo las, dass Kinder mit Puppen viel offener reden, hielt ich das ehrlich gesagt für Blödsinn. Ich hätte nie im Leben geglaubt, dass das funktioniert, denn schließlich sieht und weiß er ja auch, dass ich dem Teddy meine (verfremdete) Stimme leihe. Um so erstaunter war ich vor Monaten, als ich ihm Spiel „Tudu“ eine Stimme gab und der Sohn fröhlich losplapperte und auch Fragen beantwortete. So gestern auch. Irgendwann kam natürlich die alles entscheidende Frage, ob Mama denn immer mit in den Kindergarten muss. Leider war seine Antwort sehr deutlich: Ja! „Tudu“ versucht nun schon seit gestern, ihm die Angst zu nehmen. Mal schauen ob es klappt. ;)
Und auch wenn er natürlich mit Problemen oder generell immer zu uns kommen soll oder kann – manchmal gibt es einfach Dinge, die man so Mama oder Papa nicht unbedingt erzählen will. Dann ist es schön, wenn man jemanden hat, so wie im Moment Tudu. Wobei ich nicht weiß, wie lange er den Riesenteddy überhaupt noch toll findet. ;) Ich schleiche ja schon seit Jahren um die Living Puppets – Menschenfiguren als Handpuppe, die mit 35 bis 65cm das perfekte Maß zum Kuscheln und Spielen haben. Dank der Menschengestalt ist es wahrscheinlich dann auch für die Älteren einfacher, als einem Teddy etwas zu erzählen. Leider sind sie nur nicht gerade günstig und genau das ist auch der Grund, warum hier noch keine der Handpuppen eingezogen ist. Allerdings habe ich vorhin gesehen, dass sie bei www.handpuppen-versand.de im Moment reduziert sind. Vielleicht sollte ich das Ganze doch noch mal überdenken, denn Weihnachten ist ja nicht mehr so weit weg. Allerdings – so wirklich sicher bin ich mir nicht, ob die Handpuppe dann nicht irgendwann ein trauriges Dasein im Schrank oder einer Zimmerecke fristen muss. …

Habt ihr Erfahrungen mit „sprechenden Puppen“? Lohnen sie sich vor allem auch bei „älteren“ Kindern mit zum Beispiel 6 Jahren? Funktioniert das dann überhaupt noch?

7 Kommentare

  1. anja

    Mit puppen sich selber darzustellen um kd zu helfen ist super!die kd sehen dich ja nicht als mama,sondern wirklich als teddy und erzählen dem teddy dann wirklich die ängste und sorgen. Bei therapien wird es oft angewendet,weil die kuscheltiere für die kleinen oft mit die ersten bezugskonstanten sind-neben den eltern. Mitunter funktioniert das sogar bei erwachsenen! die handpuppen kann ich dir wärmstens empfehlen-hab aus der serie eine schnecke-auf den namen charlotte getauft,die sich in ihr haus zurückzieht wenn es ihr zu laut im raum ist! passt mein unterarm komplett hinein und formt dann das maul mit den fingern!schick dir gerne bilder wenn du magst…..

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Bilder? Videos! :)

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      1. Anja

        Ich werde mal eins machen in Ruheposition und eins in Aktion ;)

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  2. Mauilein

    Also für Kinder unter 6 Jahren, ja, da funktioniert das ganz sicher und die sehen nicht dich oder denjenigen, der die Puppe die Stimme verleiht. Für diese Kinder sind die Puppen dann in dem Moment real. Allerdungs glaube ich bei Kindern ab 6 Jahren, das dies nur noch bedingt funktioniert. Ich hab damit nur sehr wenig Erfahrungen, nur mit meinen eigenen Kindern und die sind auch schon länger aus dem Alter raus.LG Mauilein

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  3. Bester Puschel

    Also ich denke auch das so ab 6 Jahre das ganze nicht mehr so richtig funktioniert. Aber probieren geht über studieren!!

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  4. gafi1

    Also meine Söhne hatten auch gerne mit Teddy und Co. Erzählspielchen usw..gemacht. Ich glaube auch nicht, dass Kinder über 6 Jahren schon zu alt dafür sind. Ich denke mal bis 8 oder 9 Jahren, evtl, sogar auch älteren Kindern könnte das auch noch gefallen und funktionieren ;).

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  5. Mark

    Hallo,

    Naja, Kinder bauen eine innige Beziehung zum ihrem Wegbegleiter, in diesem Fall den Teddy auf, zumindest denke ich das, zumindest wenn ich an meine Kindheit zurück denke.

    Denn daran kann ich mich noch sehr gut erinnern. Wer hat da nicht mit Puppen oder Teddy’s gespielt. Überall, ganz egal wohin es ging, er war immer mit dabei. Und wehe wenn nicht ! Abends vor dem schlaffen gehen, sogar dem Teddy eine Gute Nacht gewünscht -;). Aber so ist das halt und sollte kein Grund zur Sorge bereiten. Mit der Frage, bis zu welchem Alter das gut geht, denke ich ab 6 -7 Jahre, zählt der Teddy nicht mehr als Ansprechspartner Nummer 1.

    Wobei es auch sicher viele Erwachsene gibt, die immer noch ihren Teddy aus der Kindheit haben.

    VG aus dem schönen Saalrand

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