Der perfekte Rasen

Der perfekte Rasen – schon seit dem Frühjahr spukt das Thema in meinem Kopf herum und wartet darauf, in Worte gefasst im Blog zu erscheinen. Ich wollte euch Bilder zeigen, die richtigen Hilfsmittel für die Rasenpflege und noch vieles mehr. Doch dann kam der Regen. 3 Wochen lang regnete es jeden Tag fast durchgehend. Unsere Regenwasser-Zisternen freute es, den Rasen weniger. Unmengen an Pilzen wuchsen plötzlich überall. Rasen mähen konnte man vergessen und das Gras schoss in ungeahnte Höhen. Als es endlich wieder aufhörte zu regnen, kam die Trockenheit. Zwei Mal Regen in 4 Wochen ist auch nicht viel besser und so sieht unser Rasen im Moment auch aus. Das Thema „perfekter Rasen“ ist deshalb vielleicht alles andere als passend, aber trotzdem möchte ich euch einiges darüber erzählen. Über die richtige Wahl des Rasenmähers zum Beispiel, über die grundlegenden Dinge der Rasenpflege und ich möchte euch ein „kleines“ Hilfsmittel auch vorstellen. Eigentlich sogar zwei. Aber dazu in einem späteren Posting mehr, da ich sonst wohl hier jeden Rahmen sprengen würde.

Rasenfläche

Die Rasenpflege übers Jahr

Mähen / Schneiden
Sobald das Grad zu wachsen beginnt, also so ab Mitte/Ende März, sollte gemäht werden. Später dazu mehr.

Mulchen
Wer seinem Rasen richtig viel Gutes tun will, mulcht. Dies geht entweder mit einem Mulchmäher oder per Hand. Der Mäher zerkleinert das abgeschnittene Gras noch weiter und wirft es so aus. Es bleibt im Gras liegen und dient dort als Nährstoffquelle. Wer keinen speziellen Mäher hat, kann auch zur Harke greifen und 1x im Jahr Humus in den Rasen einarbeiten.

Düngen
Je nach Beanspruchung und auch Aussehen muss ein Rasen gedüngt werden. Das kann noch im Frühjahr passieren um das Wachstum anzuregen, aber auch im Herbst oder im restlichen Jahr. Es gibt speziellen Rasendünger, der für die jeweiligen Anforderungen gemacht ist. Aufpassen sollte man unbedingt, wenn man kleine Kinder hat, denn nicht jedes Granulatkörnchen löst sich nach dem ersten Regenguss auf! Auch sollte man nicht einfach pauschal irgendeinen Dünger kaufen, sondern genau auf die Nährstoffe und den Bedarf achten. Ein Fachmann hilft hier weiter.

Vertikutieren
Das wohl Ungeliebteste, denn wer hat schon Lust auf ganz viel Kraftaufwand oder stellt sich extra einen Vertikutierer hin? Dabei bringt es ganz viel, wie wir selbst erlebt haben.
Mit einem sich drehenden Messer wird senkrecht durch das Gras und ca. 5mm in die obersten Erdschicht geschnitten, dabei wird Unkraut, Moos und anderer Filz mitgerissen. Dem Rasen tut es gut, denn er wird vom Unrat befreit und kann besser wachsen. Empfohlen wird es 1-2x im Jahr.

Lüften / Aerifizieren
Ich gebe zu, das Rasen belüften hat mich schon beim ersten Mal abgeschreckt, als ich es nur gehört habe. Nicht, weil es so furchtbar ist, sondern weil es einfach viel Arbeit ist. Zumindest dann, wenn man ein 2.000m² großes Grundstück hat.
Die Kurzfassung: In den Rasen werden Löcher gedrückt bzw. gebohrt, diese werden mit Sand verfüllt. Das alles passiert in einem gewissen Abstand zueinander und lockert so Stück für Stück den Boden auf. Wasser kann besser aufgenommen werden und das Gras kann besser wachsen. Wie auch das Vertikutieren kann das Lüften ca. 1-2x im Jahr durchgeführt werden.

Gießen
Ein großer Garten ist zwar toll, aber spätestens wenn der Rasen Wasser braucht, wird es teuer und aufwändig. Ein Rasensprenger sollte mind. 1 Stunde an einer Stelle stehen, damit nicht nur die oberste Erdschicht, sondern der Boden insgesamt durchfeuchtet wird. Außerdem sollte man nur Morgens (wenn noch keine Sonne scheint) bzw. Abends gießen. Auf gar keinen Fall am Tage bei strahlendem Sonnenschein, wie es die ganzen Kinder-Wasserspritz-Spielzeughersteller immer wieder so gern zeigen.
Wie das Wasser auf den Rasen kommt, ist dabei völlig egal. Am einfachsten sind da natürlich die verschiedenen Rasensprenger, die einfach umgesetzt werden oder sogar fest im Garten installiert sein können.

2 kinder im Gras

Die richtigen Geräte

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Arten von Rasenmähern – Spindelmäher und Sichelmäher. Spindelmäher kennen viele von euch sicher noch von früher – die Handmäher mit einer großen Rolle. Einen stelle ich euch demnächst ein klein wenig vor.
Die Sichelmäher arbeiten nicht so akkurat wie ein Spindelmäher, deshalb kann man das Ergebnis auch nicht wirklich vergleichen. Schaut man sich die Grashalme an, sieht man allerdings schon einen Unterschied. Beim Spindelmäher ist das Gras recht glatt geschnitten, beim Sichelmäher eher ausgefranst.

Je nach Grundstücksgröße und vor allem auch -Anforderungen benötigt man andere Geräte. Wir nennen zum Beispiel einen Aufsitzmäher, einen Hand-Spindelmäher und einen Rasentrimmer unser Eigen. Klingt ganz schön viel, aber alles ist regelmäßig in Benutzung und erfüllt seinen Zweck.
Mit dem Handgerät kommt man zum Beispiel super in Ecken, die der Aufsitzmäher nicht schafft, unter dem Trampolin zum Beispiel. Der Rasentrimmer dagegen befreit die Bäume und auch die Rasenkanten oder die ganz kleinen und unliebsamen Ecken auf unserem Grundstück vom Unkraut und Gras.

Mulchen oder Gras-Fangkorb?

Ein Rasenmäher mit Mulchfunktion ist toll! Zumindest dann, wenn man Rentner ist, keine Kinder oder fast täglich mindestens ein paar Stunden Zeit hat. Kann man nicht alle Dinge mit „JA“ beantworten, sollte man lieber zum Fangkorb greifen.

Auch wenn sich das recht drastisch anhört, ich weiß leider genau, wovon ich spreche. Zu Beginn brauchten wir natürlich einen Rasenmäher. Niemand, der bei klarem Verstand ist, will 2.000m² mit der Hand mähen, also suchten wir einen Aufsitzmäher. Die Neupreise sind Wahnsinn, zumindest dann, wenn man noch mitten in der Bauphase steckt, 1.5 Kinder hat und mit nur einem Gehalt lebt. Also freuten wir uns unglaublich, als wir sehr sehr günstig an einen alten Mulch-Aufsitzmäher kamen. Im letzten Jahr klappte es leidlich gut, auch wenn es schon teilweise Stress war, jede Woche 2x für rund eine Stunde Rasen zu mähen. Klingt ein bisschen nach Luxusproblemen, aber man muss tatsächlich auch erst einmal mit zwei Kleinen Kindern die Zeit dazu finden!

In diesem Jahr lief es dagegen überhaupt nicht gut. Durch den Regen schoss das Gras in die Höhe und konnte nicht gemäht werden. Ist das Gras nass oder auch nur ein klein wenig feucht, verklebt es im Mäher alles. Beim normalen Rasenmäher wird es sicher ähnlich sein, beim Mulchmäher schmeißt es dann Klumpen und dicke Würste aus dem Auswurf. Der Hammer kommt dann also nach dem Mähen, denn je nachdem, wie lang das Gras ist, kann es da natürlich nicht liegen bleiben. Wir verbrachten diverse Stunden und Tage damit, mit einem Rasenrechen das komplette Gras zusammenzukratzen und zu entsorgen – und das nach jedem Mähen wieder!
Beim Mulchen geht es darum, nur die obersten Millimeter abzuschneiden. Ist das Gras zu lang, kann man natürlich mit der Schnittlänge spielen. Aber irgendwann ist Gras selbst dafür zu lang und dann hilft nur das auskämmen des verbliebenen Rasens. Ich kam mir ein bisschen vor wie bei der Heuernte, aber immerhin die Kinder hatten ihren Spaß. Lässt man das Gras einfach liegen, erstickt es irgendwann das Gras, denn es deckt die komplette Oberfläche ab.
Wir harkten also nach dem ersten Schnitt nach dem großen Regen. Dann nach dem zweiten und auch nach dem dritten. 2.000m² mit einem Rasenrechen, für den man auch schon einiges an Kraft braucht, um ihn durch das Gras zu ziehen. Um den Schnitt einigermaßen zu halten, mussten wir am Anfang alle 2 Tage mähen, so schnell wuchs das Gras. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass wir sogar hätten täglich mähen können. Mit einem Fangkorb hätten wir uns einiges an Kraft und Arbeit gespart.

2 Kinder im Gras / Heu

das zusammengekratzte alte Gras von ca. 40m² Rasenfläche …

Wie mäht man richtig?

Das kann man natürlich nie so ganz genau sagen, denn es hängt vom Wetter, dem jeweiligen Garten und auch der Beanspruchung ab. Aber es gibt ein paar Grundregeln.

Man mäht das erste Mal im Jahr den Rasen, wenn das Wachstum wieder eingesetzt hat, das Gras also sichtbar länger geworden ist. Je nach Wetter ist das so Mitte bis Ende März.  Man mäht jedoch nicht direkt von lang auf ganz kurz, sondern kürzt den Rasen (immer!) stufenweise. Ist er zum Beispiel 9cm lang und soll später 3cm haben, mäht man zuerst 3cm ab, später wieder 3. So werden die Pflanzen nicht beschädigt oder gestresst.
Bei uns hat es sich über den heißen Sommer sogar bewehrt, den Rasen gar nicht zu mähen und etwas länger zu lassen. Der Boden trocknet dann nicht ganz so schnell aus. Ist die heiße Zeit vorbei und das Gras wächst wieder sichtbar, kann man es langsam wieder zunehmend kürzen.

Eine gute Zeit zum Rasenmähen ist übrigens der Abend. Das Gras ist dann nicht mehr feucht vom Morgentau, sondern trocken. Auch knallt die Sonne dann in der Regel nicht mehr so sehr auf das abgeschnittene Gras und den Boden – der Rasen wird es euch danken!

Eigentlich ist Rasen mähen ganz leicht. Die Rasenpflege ist ein bisschen zeitintensiver, lohnt sich aber sehr, wenn man dafür mit einem schönen grünen Rasen belohnt wird.
Im nächsten Posting stelle ich euch ein paar Helfer für den perfekten Rasen vor. Und bis dahin könnt ihr mir ja vielleicht eins verraten:

Wie oft pflegt ihr euren Rasen? Macht ihr überhaupt mehr als nur Rasen mähen?

19 Kommentare

  1. Gabi Fischer

    Das mit dem perfekten Rasen ist gar nicht so einfach. Bei uns wächst auch immer Unkraut oder es sind verbrannte Flecken im Rasen. Mit der richtigen Rasenpflege kann man das sicherlich hinbringen, aber so fanatisch bin ich dann doch nicht, dass alles perfekt aussehen muß. lg Gabi :)

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Das haben wir hier auch aufgegeben, denn es bringt sowieso nichts :D Unser Rasen ist im Moment auch mehrheitlich gelb, nur das Unkraut schießt grün drüber hinaus.
      Absolut toll für das Graswachstum ist aber ein Trampolin – darunter schießt das Gras richtig in die Höhe. Früher haben wir das immer jede Woche ein Stück weitergerückt, damit der Rasen überall toll aussieht. Seit es sich allerdings selbständig machte, ist es jetzt festgebunden – nix mehr mit verbessertem Graswachstum überall….

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  2. Pingback: Rasen trimm dich – mit Gardena! › Sandra's Testblog

  3. RalfTr.

    Ja das mit dem Rasen ist jedes Jahr wieder spannend. Die Zusammenfassung zur Rasenpflege hier finde ich gut. Voriges Jahr hatte ich das Problem das der Rasen zwar immer schön grün war, ohne Unkraut aber auch kaum gewachsen ist. Vor 2 Jahren war der Rasen nach dem Düngen Pfutsch… Mal sehen was heuer geschieht.

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  4. Stefan

    Bald ist wieder März und die Gartensaison beginnt. Was ich auf jeden Fall mal ausprobieren werde, ist dein Hinweis mit dem stufenweisen Mähen. Das war mir nicht bewusst. Dieses Jahr habe ich zudem auch wieder mit Moos zu kämpfen :-(

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  5. Martina

    Da hat Stefan recht, bald ist wieder Frühling und damit Arbeistzeit. Rasen mähen ist nicht soo das Problem, der ist relativ klein. Leider sieht er nicht so toll aus, können wegen freilaufender Hasen eher wenig machen. Maßnahmen wie Rasen düngen sind da eher schwierig. Theoretisch verbreiten die Tierchen zwar ihren eigenen organischen Dünger, aber natürlich immer schön auf einem bestimmten Platz. Da steht dann innerhalb kürzester Zeit ein Urwald, aber eben auch nur auf einem kleinen Fleck.

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  6. Sascha

    Danke für die vielen Tollen Tipps. Werde deine Webseite sehr gerne weiterempfehlen

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  7. Brigitte

    Sehr sehr gute Zusammenfassung für jeden der sein Rasen liebt! Die Methode mit dem stufenweisen Mähen ist echt genial! Werde ich mal ausprobieren.

    Lg

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  8. Ralf Au.

    Ich hab mir entschlossen einen kleineren Grundstück zukaufen, um mehr Zeit für sich zuhaben, statt den haleb Tag rasen zu mähen ^^

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  9. Sascha Köster

    Der Beitrag ist schon etwas älter, aber dennoch denke ich wird dieser mir trotzdem helfen :) Ich werde das mit dem mähen versuchen, denn im Sommer sah mein Rasen schon immer etwas “trocken aus“ – ich hoffe das sich das damit beheben lässt.
    Vielen Dank für die zahlreichen Tipps.

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Bitte! Viel Glück, ich hoffe, dass die Tipps dir helfen. :)

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  10. Lars

    Hallo Sandra,

    erstmal sehr guter Artikel! Wir pflegen unseren Rasen sehr oft und mit vielen verschiedenen Geräten, da wir großen Wert auf eine schöne Rasenfläche legen!

    Luca

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  11. Daniel

    Ein super Beitrag, wenn das mal meine Nachbarn machen würden dann wäre der Rasen schon viel schöner.

    Aber auch ich konnte noch etwas lernen.

    Super, vielen Dank!

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  12. Tom

    Sehr ausführlicher Post, sehr schön zu lesen!
    Ich setze nach wie vor auf Mulchen. Mein Rasen hatte immer Probleme mit Moos.
    Hab seit 2 Jahren einen Mähroboter im Einsatz und seit dem sieht der aus wie ein britischer Rasen, einfach nur klasse.
    Also trennen will ich mich von dem Teil nicht mehr. Man sollte sich zwar auch noch etwas an der frischen Luft bewegen, aber bei der Größe mache ich das nicht mehr selber. Meine Frau haben dann am Wochenende wenigstens mehr Zeit für die Kinder.
    Und Bekannte schwärmen immer von unserem Rasen, und dabei haben wir ja gar nichts gemacht, sondern unser fleißiger Helfer :D

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  13. Stefan

    Hallo Sandra,

    ein toller Beitrag. Wir haben uns auch gerade ein größeres Grundstück zugelegt (Von der Stadt aufs Land) und daher beschäftige ich mich jetzt im Winter sehr intensiv mit dem Thema Rasen. Da wir viel Rasen haben, will ich diesen natürlich auch in voller Pracht gedeihen lassen :-)
    Jetzt im Winter kommt daher die Theorie und im Frühjahr gehts dann los.

    LG

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  14. Oscar

    Ich schwöre auch auf das Mulchprinzip, wie Tom das schon so schön erwähnt hat.
    Das Moos verschwindet so auch nach einiger Zeit!
    Mein Nachbar hat zwar keinen Mähroboter, aber auch einen Mulchmäher.
    Die kosten ja sehr viel weniger als Mähroboter. Das Ergebnis ist aber ungefähr vergleichbar.
    Ich durch meinen Mähroboter spare aber extrem viel Zeit, das ist aber meiner Meinung nach das Geld wert.
    Er steht schon in den Startlöchern für den Frühling :)

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  15. Sonja

    Guter Artikel, der auch zeigt wie schwierig der Weg zum perfekten Rasen ist.
    Ich habe für mich ein optimales Vorgehen gefunden.
    Im März dünge ich erstmalig. Danach dünge ich anstatt alle acht Wochen alle vier Wochen allerdings mit der halben Düngermenge. Dadurch vermeide ich Stoßwachstum, da kommt man dann nämlich mit dem mähen nicht hinterher, wenn man wirklich immer nur um 1/3 abmähen will. Ansonsten regelmäßiges mähen, meistens zweimal die Woche und eben ausreichendes bewässern.
    Auf vertikutieren, belüften, mulchen etc. verzichte ich komplett. Macht glaube ich nur mehr Arbeit als es Nutzen bringt.
    Nur das Unkraut macht Probleme, selbst bei der größten Trockenheit wächst es problemlos …

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  16. Sven

    Ich hab seit einigen Monaten einen mittelgroßen Garten. Ich hätte nicht gedacht, dass es so viel Zeit benötigt den Rasen gepflegt zu halten. Deine Zusammenfassung ist wirklich hilfreich, vor allem wenn man nich so eine Erfahrung mit sich bringt.

    Schönen Gruß!

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  17. Hans Vollmer

    Toller Artikel! Ergänzen möche ich noch das es fürs Vertikutiern sogenannte Stachelwalzen gibt. Für den kleinen Privatgarten ausreichend und kostet maximal 30 Euro!

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