[Rezension] „Der gefrorene Rabbi“ – Steve Stern

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  • „Der gefrorene Rabbi“ – Karl-Blessing-Verlag / gehört zur Randomhouse-Gruppe
  • Hardcover
  • 496 Seiten
  • ISBN 978-3896674364
  • 21,95 Euro

 

Das Buch:

Beim Durchwühlen der Gefriertruhe stößt der gelangweilte Teenager Bernie Karp zwischen Tiefkühlpizzas und Koteletts zufällig auf einen Eisblock, in dem ein bärtiger alter Mann eingefroren ist. Ein Rabbi, wie seine ebenso gelangweilten Eltern ihm erklären, der innerhalb der Familie als eine Art Talisman über Generationen weitergereicht wurde.

Bei einem Stromausfall geschieht das Unglaubliche: Der Rabbi taut auf und erwacht zu neuem Leben. Der aus der Zeit gefallene heilige Mann entwickelt ungeahnte Energien und entdeckt lukrative Entfaltungsmöglichkeiten in der modernen Welt. Während der Rabbi in einem Einkaufszentrum das „Haus der Erleuchtung” gründet und gestressten Managern und frustrierten Hausfrauen das Seelenheil verkauft, glaubt Bernie, endlich einen Sinn in seinem Leben gefunden zu haben. Er findet nach und nach heraus, wie der gefrorene Geistliche von einem polnischen Schtetl des neunzehnten Jahrhunderts in eine Gefriertruhe im Memphis der Gegenwart geraten ist, und will das Familienerbe bewahren. Doch der Rabbi macht nichts als Ärger.

Der Autor:

Steve Stern wurde 1947 in Tennessee geboren und lehrt Englische Literatur am Skidmore College in Saratoga Springs, New York. Er hat bereits mehrere Romane geschrieben und wurde mit dem National Jewish Book Award ausgezeichnet.

Ein paar Gedanken von mir:

Ich lese sehr gern und freue mich über jedes Buch, das ich in die Finger bekomme. Leider habe ich gerade in den letzten Monaten viel weniger Zeit, doch ich nehme mir sie irgendwie immer. Und obwohl ich es nicht mag, über Bücher oder Verlage „herzuziehen“, muss ich doch ein paar Dinge loswerden, die einfach nicht in die spätere Rezension des Buches passen:

Ich hatte aufgrund der schlechten Verpackung bzw. des geknickten Buches eine mail an Randomhouse geschickt. Eigentlich habe ich gar nicht wirklich mit einer Antwort gerechnet. Na ja, nicht mit einer persönlichen. Eher mit einem Standardsatz von wegen „Es tut uns leid“. Aber es kam gar nichts. Kein Weltuntergang, aber ich finde es schade. Und leider passt es auch zum restlichen Eindruck, denn ich aufgrund des Buches über den Verlag gewonnen habe…

Wie in meinem anderen Post geschrieben, habe ich ein Taschenbuch bekommen. Macht nichts, denn ich mag Taschenbücher. Und es ist mir völlig egal. Über die paar Rechtschreibfehler, die ich bis jetzt „gefunden“ habe, kann ich auch drüber wegsehen. Schließlich hat der Verlag an alle, die das Buch vorab zu lesen bekommen, ein unredigiertes und unkorrigiertes Textmanuskript geschickt. Das betrifft übrigens nicht nur vorablesen, sondern unter anderem auch die Amazon-Tester …

Was mich aber wirklich nervt, ist das fehlende Glossar. Wie der Buchtitel schon sagt, dreht sich im Buch alles um eine jüdische Familie und deren Geschichte bzw. die des Rabbis. Klar, dass natürlich auch ein paar jiddische Begriffe vorkommen. Aber es sind reichlich, auch wenn sich 3-5 pro Seite nicht viel anhört. So lange es einfache Begriffe wie zum Beispiel „Schul“ sind, kann man sich seinen Teil ja noch denken. Aber die sind leider selten. Statt dessen lese ich Begriffe wie „Chassidim“, „maßkl“, „gilgul“….

Ihr könnt Euch vielleicht vorstellen, wie groß mein „Lesespaß“ ist. Ich habe anfangs einige Begriffe im Internet versucht zu ergooglen. Keine Chance. Eine Freundin half mir anfangs und erzählte, dass es wohl 2 Sprachentwicklungen bzw. unterschiedliche Ausdrücke für Wörter gibt – je nachdem ob USA oder der Rest der Welt. Super.
Jetzt lese ich die Begriffe einfach mit und verstehe sie halt nicht. Denn leider ist es auch nichts, was sich im Zusammenhang ergiebt.

Zusammenfassend und kurz gesagt: Liebe Randomhouse-Gruppe: Geiz ist nicht immer geil – manchmal kann er auch schädlich sein. Vor allem, wenn es darum geht, ein Buch vorab zu lesen und bekannt zu machen!

Meine Rezension wird sicher noch ein bisschen auf sich warten lassen. Allerdings habe ich als nächstes schon ein superschönes Buch liegen, auf das ich mich wirklich freue… Vielleicht sollte ich doch ein bisschen Gas geben ;)

2 Kommentare

  1. Die Familienmanagerin

    Das ist ja nun in der Tat sehr ungünstig und mir würden allzu viele, mir unbekannte Worte auch den Lesespaß verderben, wenn ich nicht wenigstens aus dem Zusammenhang die Bedeutungen in etwa deuten kann.

    Solange das nur ab und an mal vorkommt, würde ich darüber hinwegschauen – aber nicht durchgängig durch das gesamte Buch.

    Sowas würde mich wohl schnell veranlassen, vom Kauf eines solchen Buches Abstand zu nehmen und natürlich auch daran hindern, eine Kaufempfehlung auszusprechen.

    Warum in einem solchen Buch keine erklärenden Hinweise an die Hand gereicht werden, ist mir unverständlich, erst recht bei diesem Verlagshaus.

    Ich werde künftig wohl genauer ein Buch grob durchblättern und verstärkt Rezensionen lesen, bevor ich kaufe.

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  2. Sandra

    Im Originalbuch bzw. der normalen Verkaufsausgabe ist ein Glossar drin. Damit sollte das ganze etwas einfacher werden. Wie ausführlich das allerdings ist, weiß ich auch nicht ;)

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