Der Ärger beginnt erst nach dem Umzug!

Ich hasse Umzüge. Auch wenn unser Umzug ins Haus damals für mich „dank“ Schwangerschaft etwas entspannter war – Chaos war es trotzdem. Noch dazu zogen wir im Januar um und hatten auch an Weihnachten schon diverse Umzugskartons da stehen. Doch das alles war nichts gegen den Umzug einer Freundin vor 2 Wochen. Die Kinder bei den Großeltern rückten wir gleich morgens um 9 Uhr zum vereinbarten Zeitpunkt an. Überall standen noch fast leere Kartons und die wenigen vollgepackten waren so schwer, dass man sie allein kaum tragen konnte. Doch nach dem Umzug selbst wurde es nicht besser, denn die ganze Wohnung musste gestrichen werden. 120m². Mir reicht es eigentlich schon, dass ich unser Obergeschoss streichen muss, da mag ich nicht auch noch bei anderen streichen. Aber was tut man nicht alles für Freunde. …

wandfarbe

Der ganze Umzug und vor allem die ganze Arbeit danach rief keine guten Erinnerungen wach. Unser damaliger Vermieter wollte absolut nichts in die Wohnung investieren und feilschte um jede Modernisierung. So war ihm extrem wichtig, dass die Wohnung perfekt aussah, wenn man sie als Mieter wieder verließ. Unsere Wohnungsübergabe war dementsprechend auch Horror, denn neben dem extrem pingeligen Hausverwalter war gleich noch ein sehr exakter Azubi dabei – keine Chance, dass irgend ein Mangel übersehen werden würde.
Das Protokoll sprach für sich, denn neben Schäden in der Versieglung der Holzdielen, einem kaputten Fenster und dem Zustand der uralt-Küche wurde auch noch der Zustand der Tapeten und die Farbe moniert.  Ich hatte zwar alles weiß gestrichen, allerdings damals die günstigste Farbe verwendet, weil ich überhaupt nicht einsah, ihm auch noch Geld in den Rachen zu schmeißen. Schließlich sah die Wohnung, als wir sie übernahmen, auch nicht viel besser aus und auf 12 Lagen Tapete, die wir in einem Raum entfernten, tut sicher nichts teures not. Die Vormieter hielten sich damals sehr genau an ein BGH-Urteil, wonach es völlig egal ist, in welcher Farbe die Wände einer Wohnung oder eines Hauses gestrichen sind. Beim Auszug übermalten sie alles eher grob – dagegen sah meins schon super aus.
Die restlichen Mängel in der Wohnung hatten wir nicht verschuldet. Unsere Vormieter hatten den Boden mehr schlecht als recht abgeschliffen, Kerben reingeschliffen und zusätzlich nur da versiegelt, wo keine Schränke standen. Trotzdem wollte der Hauseigentümer von uns eine Verbesserung und tat so, als hätten wir den Fußboden „verbrochen“. Gleiches mit dem innen angelaufenen Fenster und den diversen anderen Problemen, auf die wir schon beim Einzug hinwiesen.
Schlussendlich konnten wir dank Einzugs-Übergabeprotokoll alles nachweisen, aber es war nervig. Auch heute noch bin ich  total froh, dass wir damals zum Einzug auch in den Mieterschutzbund eintraten. Brauchen konnten wir ihn in den 6 Jahren mehr als ein Mal und auch der Hinweis mit dem Protokoll stammt von da.

Meine Freundin dagegen hatte einen netten Vermieter. Der Zustand der Wohnung war schon von vornherein super, er kam selbst mit sämtlichen Protokollen und Hinweisen an und half auch bei sonstigen Fragen weiter. Sie hatte sich zwar vorher schon im Internet informiert, aber im Nachhinein brauchte sie das Wissen gar nicht unbedingt. Zumindest nicht für diese Wohnung. (Ein interessanter Ratgeber rund um das Thema Mieten findet sich zum Beispiel bei Immobilienscout.de. Die Tipps sind sogar in Zusammenarbeit mit dem Mieterschutzbund entstanden!)
So im Nachhinein wäre es schön gewesen, auch so viel Glück zu haben. Aber immerhin weiß ich „dank“ unserer alten Wohnung, wie wertvoll eine Rechtsschutzversicherung sein kann, kenne die Gesetze zu bleihaltigen Wasserrohren, die Hintergründe bei klopfenden Heizungsrohren und kenne mich grob im Sanitärbereich aus. Und das alles hat ja auch schon mal was …

4 Kommentare

  1. Carolin

    Ach Gottchen, das klingt ja gar nicht schön! Wir sind vor acht Wochen umgezogen und hatten auch ziemlich Stress – allerdings vor allem deswegen, weil zwischen alter und neuer Wohnung 500km liegen ;)
    Gut, dass ihr die Probleme lösen konntet und im Endeffekt zwar Ärger, aber keinen Schaden hattet!
    Liebe Grüße!

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  2. Rene

    Ein Umzug ist im Allgemeinen immer sehr nervenaufreibend. Deine Story klingt echt nicht gut. Neben deinen Erfahrungen, gibt es aber auch Umzügler, die einfach zu spät mit der Umzugsplanung, z.B. dem Packen von Umzugskartons anfangen. Auch hier kann man sich einigen Stress ersparen.

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Stimmt, das haben wir zum Ende hin dann auch gemerkt. :D Wir haben zwar sehr zeitig angefangen, aber irgendwann gingen uns die KIsten aus und wir ließen es ein wenig schleifen. Keine gute Idee ;)

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  3. Debby

    Ja, ein Umzug ist immer eine Strapaze – das kann ich voll und ganz nachvollziehen! Wir haben letztes Jahr ein Haus gebaut und damit verbunden war auch ein Umzug. Da gab es ganz schön viel zu regeln, wie etwa die wichtigsten Bauversicherungen abschließen, die ganze Planung und auch das übergangsweise Wohnen in einer Ferienwohnung…

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