„Dampfnudelblues“ – Rezension

Franz ist Polizist im kleinen Ort Niederkaltenkirchen im tiefsten Bayern. Dort lebt er zusammen mit Ludwig, seinem Hund, im Saustall. Direkt nebenan die Oma und der Papa. Wie auch im ersten Teil wird Franz natürlich von Oma bekocht. Franz revanchiert sich dafür mit allen möglichen kleinen Gefallen oder Einkaufstouren.
Das Leben könnte so schön sein zwischen Dampfnudeln und Schweinshaxe, wäre da nicht der Höpfl. Das ist der Rektor der hiesigen Schule, ein komischer Typ und auch nirgendwo wirklich beliebt. Keine Überraschung also, dass an seiner Hauswand steht „Stirb Du Sau!“. Doch allein das ist noch kein Grund große Ermittlungen einzuleiten. Erst als der Höpfl von einem Zug überfahren wird, beginnt Franz seine Ermittlungen. Dabei stellt er sehr schnell fest, dass viel Arbeit auf ihn zukommt, denn immerhin gibt es 37 Verdächtige.
Doch auch sonst wird sein Leben kompliziert. Sein Bruder  Leopold hat inzwischen eine kleine Tochter, die sich nur bei Franz beruhigt. Mit seiner (Fast)Freundin Susi läuft es auch nicht so prickelnd, weswegen er mehr als ein Mal Probleme mit der Oma bekommt.
Gut, dass Franz zumindest auf die Hilfe seines ehemaligen Kollegen und Freundes Birkenberger hoffen kann.
Endlich ging es zurück nach Niederkaltenkirchen. Ich hatte Franz, seine Oma und eigentlich das ganze Dorf schon im ersten Teil lieb gewonnen und wollte unbedingt wieder zurück. Nun war es endlich so weit. Ohne den ersten Teil noch einmal gelesen zu haben, fühlte ich mich sofort zurückversetzt. Der Anschluss ans erste Buch fällt leicht, denn es gibt keinen im eigentlichen Sinn. „Dampfnudelblues“ ist ein eigenständiger Roman, für den man den ersten Teil nicht gelesen haben muss. In kleinen und vor allem kurzen Erklärungen erfährt der Leser immer wieder kurze Episoden und Erklärungen aus dem ersten Teil „Winterkartoffelknödel“. Diese sind genau richtig dosiert – nicht zu lang und nicht zu kurz.
Wie auch schon im ersten Teil erlebt man alles aus der Sicht von Franz. Wie damals schon, ist auch dieser Teil wieder in schönstem Bayrisch geschrieben. Doch während ich im ersten Teil noch 2-3 Seiten zum Eingewöhnen brauchte, fiel es mir hier nicht einmal mehr auf.
Man kann während des Lesens leicht vergessen, dass „Dampfnudelblues“ ein Provinzkrimi ist. Es dreht sich zwar vieles um Höpfl, dessen Verschwinden und das seltsame Ableben, aber eben nicht alles. Ich hatte immer das Gefühl, dass das Leben von Franz im Vordergrund steht, denn schließlich nehmen die Frauen in diesem Teil eine relativ große Rolle ein. Sei es Susi, die Oma oder Uschi – die Tochter seines Bruders, die er kurzerhand in Sushi umtauft. Schließlich war der Name von Franz‘ Mutter Uschi und der ist heilig.
Natürlich ist auch hier die Oma wieder auf Schnäppchenjagd. Auch hört der Papa die Beatles immer noch in ohrenbetäubender Lautstärke und baut Hanf hinter dem Schuppen im Garten an. Und natürlich dreht sich auch für alle anderen Dorfbewohner das Rad weiter, wie zum Beispiel für den Flötzinger und den Simmerl, die beide abnehmen wollen und deshalb Walken gehen. Stockentenrennen – wie Franz es nennt.
Alles in allem ist es wieder ein sehr gelungener Roman von Rita Falk. Der Schreibstil ist leicht und locker, so dass auch der Dialekt überhaupt nicht stört. Für alle, die doch Probleme haben, gibt es ein Glossar am Ende des Buches.
Ich habe wieder Tränen gelacht – sogar fast mehr als beim ersten Teil. Franz nimmt wie immer kein Blatt vor den Mund und so begutachtet er irgendwann auch Susi’s Dellen am Oberschenkel. Blöd nur, dass er den Mund nicht halten kann …
Ich hatte meine Bedenken, ob Frau Falk den ersten Teil in der ganzen Art und Weise überhaupt erreichen, geschweige denn toppen kann. Und ich muss sagen, der 2. Teil ist sogar viel besser. Die vielen Anekdoten aus Franz‘ Leben lassen die Geschichte mit Höpfl mehr und mehr in den Hintergrund gleiten, so dass wirklich der Franz und sein Leben im Vordergrund stehen.
Wieder einmal hatte ich das Gefühl, ich wäre mitten im Geschehen und würde sie alle kennen. Tu ich ja auch irgendwie.
Und schon in der 2. Hälfte des Buches wurde mir eins klar: Ich will mehr davon! Viel mehr! Aber es gibt ja bald einen 3. Teil. Und auch das wird hoffentlich nicht der letzte gewesen sein ….
Ein Buch, dass ich euch absolut ans Herz legen kann! Übrigens auch die Rezepte im Anhang. Die Dampfnudeln werde ich ganz sicher ausprobieren ;)
5/5 Sternen!

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