Beschäftige mich!

Ich bin keine dieser Mütter, die zu jeder Zeit das Internet befragt und sucht, ob auch andere Mütter die gleichen Probleme haben, ob das Kind altersgerecht entwickelt ist oder sonstiges. Warum auch, denn es bringt mir ja doch nichts außer dem Wissen, dass es wohl nur eine Phase ist, die irgendwann vorbei geht. Andernfalls würde es mich vielleicht sogar frustrieren oder verwirren, wenn ich mir unseren Jüngsten anschaue. Mit seinen 11 Monaten kann er „immer noch“ nicht sitzen, obwohl andere das schon mit 6 Monaten können. Dafür versucht er gerade verbissen, sich an allem hochzuziehen, was ihm in die Quere kommt. Er klettert allein unsere 15cm hohe Spiel-Matratze hoch und wieder runter und übt sich am hinstellen. Jeder halt in seinem eigenen Tempo und ohne Druck – und das ist auch gut so.
Aus Neugier habe ich gestern aber dann doch gekuckt. Unser Großer ist schon seit 2 oder 3 Wochen in einer neuen Phase, in der er mehr oder weniger von einem Tag auf den anderen plötzlich völlig verändert war. Deutlicher ging es kaum und selbst das Internet sagt, dass Jungs mit 4 Jahren einen Hormonschub haben und ihr Testosteronspiegel sich verdoppelt. Nun ist er zwar erst 3,3/4, aber ich glaube, da sind wir schon mittendrin – zumindest hoffe ich, dass es nicht noch schlimmer wird. ;) Schlecht schlafen, ständig weinen, immer mit dem Dickkopf „durch die Wand“ wollen und um sich treten und hauen kennen wir ja aus den letzten Jahren schon zur Genüge. Völlig neu ist für uns aber diese Planlosigkeit, in der er keine Ahnung hat, was er mit sich und der Welt anstellen soll. Und das finde ich teilweise noch schlimmer als die Trotzphasen.

heul doch

Schlägt man ihm vor, mit Duplo zu spielen, findet er das langweilig. die Holzeisenbahn ist öde (denn der Kumpel hat eine mit Fernbedienung von LEGO), Malen ist doof, Basteln genauso. Eigentlich ist alles doof, vor allem das ich ihm nicht erlaube, Laufrad zu fahren. Wie auch bei immer noch gut 10cm Schnee? Mit Autos spielen geht irgendwie immer, die dann auch direkt Unfälle bauen und gegeneinander fahren. Ich glaube, das ist so ein typisches Jungending, oder?
Insgesamt merkt man schon deutlich, dass er sich mit vielen Dingen in Richtung der größeren Kinder orientiert. Die kleinen Legosteine für größere Kinder findet er plötzlich viel besser und könnte stundenlang nach Bauanleitungen Fahrzeuge bauen, Experimente findet er genauso super, wie komplexere Rollenspiele oder auch umfangreichere Basteleien. So er sie denn anfängt. Denn auch wenn er es am Anfang doof findet – am Ende ist er doch wieder total stolz, freut sich und findet es total toll, so wie zum Beispiel letzte Woche das Wäscheklammer-Ei.

wäscheklammer-ei

die Idee ist „uralt“, diese Vorlage hier aus dem Tollabox-Blog

Beschäftigen ja, aber wie?

Für mich bedeutet es jeden Tag, ihm immer wieder Anreize zu geben, was man tun könnte. Oft lasse ich ihn zwar, damit er auch „lernt“, sich mit sich selbst zu beschäftigen, aber nach einer Weile braucht er oft einen Anstubser. Häufig möchte er dann basteln. Was ganz großes und tolles und kreatives! Und es muss witzig sein und eine Funktion haben! (Ja, Ansprüche stellen kann er schon ganz gut, der kleine Mann. ;) ) Das Klammer-Ei kam ziemlich gut an, aber mit der Zeit wird es immer schwerer, etwas tolles zu finden, ohne gleich 20 neue Bastelbücher kaufen zu müssen. Außerdem möchte ich mir noch so ein paar Steigerungsmöglichkeiten für später aufheben.

Ein absolutes Highlight für uns beide ist im Moment die Tollabox, die dank einiger Gutscheine monatlich nach Hause kommt. Die Projekte sind spannend und wirklich gut und nicht nur er hat eine Menge Spaß dabei. Auch wenn es auf Dauer (und zum vollen Preis) ganz schön teuer ist, lohnt es sich sehr. Aber es sind halt nur 3 Projekte im Monat, die zwar länger als einen Tag, aber keine 30 Tage bespaßen.
In den letzten Tagen wurde hier mit den Woody-Stiften von Stabilo viel an die Fensterscheibe gemalt. Da es eine Art Buntstift ist, malt es sich richtig gut und vor allem lässt es sich sehr gut wieder abwischen. Was eigentlich als Osterdeko gedacht war, erweist sich jetzt als knallbunter, richtig schöner Blickfang, denn durch den ganzen Schnee dahinter kommt es erst richtig gut zur Geltung. Weiterer Vorteil: die dreckigen Fenster fallen jetzt nicht mehr auf. ;)
Nächste Woche geht es mit Eierkartons in den Oster-Endspurt und nach Ostern werde ich mich wohl mit ihm an ein Luftballon-Zeitungspapier-Sparschwein und dann endlich an unsere Schuhkarton-Sitzbank machen. Geplant habe ich auf jeden Fall reichlich, ob das aber auch alles so klappt, wird sich zeigen.

Eine Freundin hatte mir noch empfohlen, mich doch mal auf www.creactiva.de umzuschauen, da es dort ganz viele verschiedene und nicht-alltägliche Stifte geben würde. Habe ich natürlich gemacht und mich sofort in einige Dinge verliebt. Schaut euch mal im Bereich „Malen & Basteln“ die Samtbilder-Boxen an! ♥ Die sehen so toll aus! Ich bin mir jetzt schon ziemlich sicher, dass mindestens eine dieser Boxen hier einziehen wird. Die bekomme dann allerdings ich. Und wenn Sohnemann dann wirklich zuverlässig und sicher gut ausmalen kann und nicht nur dann, wenn er das auch möchte, bekommt er auch seine eigene Box zum ausmalen. Bis dahin kaufe ich ihm vielleicht die Puste-Stifte, die er aber gerade am Anfang ganz sicher nur unter Aufsicht verwenden darf. Dafür ist mir die Gefahr, das Zimmer neu streichen zu müssen, einfach zu groß.

Und hoffentlich hält diese Phase (denn die ist es ganz bestimmt) nur ganz kurz an. Ich will mir nicht für die nächsten 12 Monate täglich ein Bastelprojekt ausdenken (müssen) ….

Habt ihr noch Basteltipps für mich? 

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