[Tutorial] Clempad HD 6 plus – Apps vom Gerät auf SD-Karte verschieben

Zur Abwechslung gibt es heute mal eine Anleitung für leidgeprüfte Eltern und Clempad-Besitzer, die (so wie ich) ständig Apps deinstallieren müssen, weil der Speicherplatz einfach nicht ausreicht.

Gerade wenn man so speicherhungrige Apps wie die von LEGO installiert, sind die 5GB unseres Clempad HD 6plus schnell weg. Da das Tablet aber einen Kartenslot und eine Erweiterungsmöglichkeit bis 32GB mitbringt, kaufte ich also eine micro-SD und dachte, ab jetzt wird alles ganz einfach. Typisches Windows-Handynutzer-Denken, denn dort ist das mit der Karte wirklich total simpel. Man kann individuell jede App und jeden Ordner mit 2 Klicks verschieben oder Sachen sofort auf Karte abspeichern.
Mit keiner Sekunde dachte ich daran, dass das in Android gar nicht möglich ist! Nach stundenlanger Internetsuche habe ich jetzt aber doch einen Weg gefunden, endlich wieder Platz im internen Speicher und eine gut genutzte 32GB-microSD-Karte im Clempad. Und nachdem mich vor einiger Zeit schon einmal die gleiche Frage erreichte, kommt hier die Anleitung dazu, die eigentlich bei jedem Gerät mit Android 5.1 funktionieren müsste. Andere Android-Versionen lasse ich mal ganz bewusst außen vor, darüber wurde schon genug geschrieben. Auch verzichte ich absichtlich auf Screenshots, denn auch die unterliegen bei Programmen einem Urheberrecht und ich mag mich da ungern in Nesseln setzen. Sollte aber eigentlich alles recht gut beschrieben sein. Falls ihr etwas nicht versteht, fragt gern nach!

Wichtig: Die einzige Möglichkeit beinhaltet, euer Clempad zu rooten. Damit erlischt in der Regel die Herstellergarantie auf das Gerät!
Ich übernehme keine Haftung für eventuelle Schäden, Probleme oder sonstiges. Das Ausprobieren erfolgt auf eigene Gefahr. Und nur weil es bei mir funktioniert hat, muss es bei euch nicht zwingend klappen. Auch wenn mir beim CLempad HD 6 plus kein Grund einfällt, warum es bei euch nicht gehen sollte. …

Schritt 1 – der Root-Zugriff

Ohne geht es nicht, denn in dieser Android-Version ist das Verschieben von Apps eigentlich nicht möglich. Durch den Root-Zugriff bekommt ihr allerdings erweiterte Nutzungsrechte, die euch das Verschieben über ein paar Umwege doch ermöglichen.
Ein sehr schönes Tool ist hier Kingoroot, denn man pfuscht nicht in den Einstellungen rum, sondern installiert das Tool und startet es – viel mehr nicht. Laut chip.de soll es allerdings nicht sehr zuverlässig sein und nicht bei allen Tablets funktionieren. Bei mir klappte es problemlos und funktioniert auch nach div. Neustarts immer noch.

  • Kingoroot auf den heimischen PC laden und installieren.
  • Das Clempad zur Hand nehmen und in die Android-Einstellungen wechseln, denn zuerst muss USB-Debugging zugelassen werden. Geht dafür in den Einstellungen ganz nach unten zu „Über das Tablet“, tippt darauf und im nächsten Punkt auf die „Build-Nummer“. Hier tippt mehrfach auf die Nummer, damit ihr in den Entwickler-Modus wechseln könnt. Geht wieder zurück zu den Einstellungen, dort findet ihr jetzt unten einen zusätzlichen Punkt „Entwickleroptionen“. Aktiviert dort den Punkt „USB-Debugging“ und geht wieder raus.
  • Startet jetzt Kingoroot. Ihr werdet aufgefordert, euer Tablet mit dem PC zu verbinden und USB-Debugging einzuschalten (habt ihr ja gerade getan). Den Rest erledigt das Programm allein, wobei ihr auf dem Tablet und dem PC den Fortschritt als %-Zahl sehen könnt. Bei mir dauerte es rund 15 Minuten.
  • Am Schluss gibt es eine Meldung und ihr könnt das Programm schließen.
  • Deaktiviert jetzt unbedingt wieder den USB-Debugging-Modus. Zusätzlich könnt ihr ganz oben im Entwicklermodus alles „grau“ und damit nicht bearbeitbar machen, indem ihr ihn ausschaltet.

Groß verändert hat sich bis jetzt nichts. Kingoroot hat eine App „Supernutzer“ installiert und fragt nun bei jeder App, die Root-Rechte benötigt, ob du diese erlauben oder blockieren möchtest.

Schritt 2 – die micro SD-Karte

Bevor ihr die benötigte App installiert und (wie ich) sinnlos rumprobiert, machen wir mit der microSD weiter. Die muss nämlich zwingend für die App partitioniert werden, sonst funktioniert das Verschieben nachher nicht!

  • Ladet euch den MiniTool Partition Wizard auf den PC und installiert ihn.
  • Steckt nun die microSD-Karte in den PC und startet das Programm.
  • Sind noch Daten auf der Karte? Runter damit und irgendwo sichern, denn gleich wird alles auf der Karte gelöscht!
  • Im großen Fenster des Programms seht ihr alle Festplattenpartitionen – auch die eures PCs! Bei mir steht die Karte als „Disc 2“ ganz unten.
  • Rechtsklick auf die Zeile eurer SD-Karte und dann auf „Delete“. Damit löscht ihr alle Daten auf der Karte. Fehlen noch die neuen Partionen, die jetzt kommen. Ihr erstellt insgesamt 2 Partitionen, wobei die zweite die ist, die nachher für eure Apps genutzt wird. Überlegt euch die Größeneinteilung gut, sonst müsst ihr nachher die gesamte Partitionierung neu machen! Ich habe für die erste Partition für Fotos und Co nur ca. 4GB genutzt, die restlichen GB stehen komplett für Apps zur Verfügung.
  • Macht wieder einen Rechtsklick und geht nun auf „Create“, um die erste Partition (Fotos, …) zu erstellen:
    • Dateiname: bleibt euch überlassen. Bei mir heißt sie „SD Karte“
    • Create as „Primary“
    • File-System: FAT32
    • mit dem großen Schieberegler in der Mitte bestimmt ihr die entsprechende Größe
    • OK
  • Danach folgt die zweite Partition. Beginnt wieder mit einem Rechtsklick und „Create“. Die folgende Meldung mit „Yes“ bestätigen.
  • Wählt wieder „Primary“ bei „Create as“. Als File-System nehmt nun aber „Ext4“. (Ext2 funktioniert nicht!). Den Rest könnt ihr belassen und geht mit „OK“ wieder raus.
  • Passen alle Einstellungen, geht oben links auf Apply und besorgt euch nen Kaffee. Bei 32GB dauert es rund 30min, bis er fertig ist.
  • Am Ende erfolgt eine Meldung und ihr könnt die Karte entnehmen und das Programm schließen.

Schritt 3 – die App „Link2SD“

Endlich kommt die Karte ins Clempad! Unter „Speicher“ solltet ihr jetzt zum einen den internen, aber auch den externen Speicher sehen. Nicht wundern – euch wird als Größe der Karte nur die erste Partition angezeigt!

  • Ladet euch die App „Link2SD“ aus dem Google Playstore herunter und öffnet sie.
  • Beim ersten Öffnen werdet ihr gefragt, welches Dateiformat ihr für die SD-Karte verwenden wollt. Wählt „Ext4“ aus, was ihr oben ja für die 2. Partition vergeben habt. Danach werdet ihr aufgefordert, das Clempad neu zu starten.
  • Bekommt ihr statt dem „neu starten“ eine Fehlermeldung, passt die Ext-Auswahl nicht und ihr müsst eine andere ausprobieren. Ich hatte zuerst Ext2, was nicht funktionierte. Hier dann Schritt 2 wiederholen, dabei aber bei der 2. Partition Ext3 ausprobieren und nachher zu Schritt 3 übergehen.

Damit habt ihr alle Vorarbeiten erledigt und könnt ab sofort Apps auf die Karte verschieben!
Wichtig: Mit der kostenfreien Version von Link2SD könnt ihr ca. 10% der Daten auf Karten verschieben. Die restlichen Programmdateien lassen sich nur in der Vollversion verschieben. Ich habe zuerst alles ausprobiert und erst nachdem es klappte, die (heute) 1,99€ für die Vollversion investiert.

Schritt 4 – das Verschieben der Apps

Öffnet ihr Link2SD, erscheint eine Liste aller Apps – auch der systeminternen. Oben rechts könnt ihr euch die Liste sortieren lassen – hier bietet sich nach Größe an. Rechts neben den Apps seht ihr jeweils einen Stern und bei einer verschiebbaren App ein kleines Speicherkartensymbol. Tippt eine App mit SD-Symbl an und scrollt im erscheinenden Fenster etwas nach unten bis zu „Link erstellen“. Klingt nicht danach, aber genau mit diesem Punkt wird die App auf die SD-Karte verschoben. Habt ihr die Vollversion, könnt ihr das Link erstellen an verschiedenen Stellen auf der Seite durchführen und damit alle App-Teile verschieben. In der Pro-Version könnt ihr sogar entscheiden, ob die App auf der ersten oder zweiten angelegten Partition landen soll.

Tippt „Link erstellen“ an und achtet darauf, dass im nächsten Fenster alle Punkte (bis auf den letzten gesperrten) ein Häkchen haben. Mit OK bestätigen. Fertig! Ihr bekommt jetzt eine Meldung, dass die Dateien erfolgreich auf die SD-Karte verschoben wurde. Schaut ihr jetzt in den Einstellungen unter „Speicher“, sollte der verfügbare Platz auf eurem internen Speicher größer geworden sein. Im externen Speicher taucht er dagegen nicht auf, da diese Partition ja nicht angezeigt wird. Man sieht es allerdings in er Link2SD-App.
Wollt ihr die App wieder in den internen Speicher verlegen, geht im gleichen Fenster auf „Link entfernen“ und bestätigt den folgenden Dialog.

Viel Erfolg!


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8 Kommentare

  1. Felix

    Hallo Sandra,
    danke für dieses Tutorial.
    Ich muss sagen, dass sich „rooten“ für mich immer viel zu kompliziert angehört hatte. Ich benutze zwar die Geräte, aber da wirklich so tief eingreifen.. lieber nicht ;)
    Dafür klingt deine Anleitung besonders einfach, zumal dieses Programm am PC wohl alles Nötige erledigt.
    Besonders hat mir gefallen, dass man zusätzliche Optionen bekommt, wenn man mehrfach auf die Build Nummer klickt :D Wer sollte denn darauf kommen?
    Grüße,
    Felix

    Antworten
  2. Thomas

    Hallo,
    nach stundenlangem Suchen bin ich nun endlich hier gelandet. Das ist genau, was ich gesucht habe! Danke. Du hast ja wirklich alles super erklärt, werde ich direkt einmal ausprobieren.

    Grüße
    Thomas

    Antworten
  3. Selcuk

    Hi,

    ja das kenne ich nur zu gut. Aber rooten ist auch so eine Sache für sich. Ich hab damals mein Samsung S3 gerootet ohne mich zu informieren. Als dann alle Daten weg waren war ich natürlich entsetzt. Aktuell bin ich zu Apple umgestiegen. Das iPad läuft bei mir ohne Jailbreak und ist noch so fix wie am ersten Tag.

    Antworten
    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Ganz wohl war mir auch nicht dabei, allerdings hatte ich außer ein paar Apps sowieso nicht viel drauf. Wäre also kein Verlust gewesen. Aber du hast Recht – man sollte sich vorher darüber im Klaren sein, dass auch viel schief gehen kann.

      Antworten
  4. Julian

    Sehr hilfreich, super danke!!!

    Antworten
  5. Dietrich Hecht

    Hey,

    zu deinem Artikel kann ich leider nicht viel sagen. Aber bin gerade auf der Suche nach einem Geschenk für meinen Neffen und dachte da könnte so ein Kindergerechtes Tablett mit Lernspielen doch eine gute Idee sein.

    Wie ist das Clempad so? Benutzt du dass für deine Kinder? Wie kommen die damit zu recht? Kannst du es empfehlen?

    Lieben Dank und Grüße
    Dietrich

    Antworten
  6. Dietrich Hecht

    Hey,

    zu deinem Artikel kann ich leider nicht viel sagen. Aber bin gerade auf der Suche nach einem Geschenk für meinen Neffen und dachte da könnte so ein Kindergerechtes Tablett mit Lernspielen doch eine gute Idee sein.

    Wie ist das Clempad so? Benutzt du dass für deine Kinder? Wie kommen die damit zu recht? Kannst du es empfehlen?

    Lieben Dank und Grüße
    Dietrich

    Antworten
  7. Julia

    Auch ich hatte meinen 2 Kindern letztes Jahr das Clem Pad für 110 euro gekauft und mich schon so oft geärgert das der Speicher voll ist das ich auch schon mehrfach über einen Austausch nachgedacht habe.

    Deine Anleitung klingt simple aber irgendwie habe ich Panik es neu zu installieren. So viel Ahnung habe ich dann doch nicht. Mal schauen ob ich nicht erst eins „zerstöre“

    Antworten

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