Ein monstermäßiger Kindergeburtstag

In den letzten Wochen war es hier vergleichsweise hektisch und unruhig, denn gleich zwei Geburtstage standen an. Meinen habe ich nicht groß gefeiert, unser Großer dagegen bekam seinen ersten richtigen Kindergeburtstag. 4 Jahre wurde er schon und natürlich mussten all seine Kindergartenkumpel zu uns kommen. Lange habe ich im Vorfeld verhandelt, denn wäre es nach ihm gegangen, hätten wir 10 Kinder einladen müssen. Schlussendlich entschieden wir uns für eine einfache Regel – es dürfen jedes Jahr höchstens so viele Kinder eingeladen werden, wie unser Sohn alt wird. In diesem Jahr 4, im nächsten 5 und so weiter.

Baustelle oder Pirat?

Im Vorfeld hatte ich mir natürlich so meine Gedanken gemacht, das endgültige Konzept stand allerdings tatsächlich erst einen Monat vor dem Geburtstag fest. Für mich war wichtig, dass es kein gekünsteltes Fest ist, sondern ich ein paar Spiele in der Hinterhand habe, wir 1-2 witzige Aktionen machen und die Kinder ansonsten im Garten toben können. Es muss ja auch Vorteile haben, wenn man im Sommer Geburtstag hat. Basteln wollte ich auch, aber alles dabei auf ein Minimum reduzieren.
Auf gar keinen Fall wollte ich so eine superperfekt duchgestylte Party, auf der von der Serviette bis zur Girlande alles aufeinander abgestimmt und womöglich noch teuer in div. Partyshops gekauft wurde. Und eigentlich hatte ich mir schon vor Monaten vorgenommen, ganz bestimmt auch keine Gastgeschenke herauszugeben.

Vor Monaten schon fragte ich den Großen mal ganz beiläufig nach einem Thema für seinen Geburtstag. Baustelle sollte es sein, dann sollte es um Trekker und ein wenig später um Motorräder gehen. Nachdem ich allerdings die Preise für Kinder-Baustellenhelme sah, entschied ich in diesem Jahr einfach ein Thema. Monster nämlich. Die sind cool, witzig und vor allem unheimlich wandelbar, so dass man fast alles machen kann. Und glücklicherweise war auch der Große sofort Feuer und Flamme.

Vorbereitungen für einen Monster-Geburtstag

Als erstes mussten natürlich die Einladungskarten fertig werden. Ich wollte mir keine fertigen kaufen und auch kein Monster ausdrucken, denn die Einladungen sollten etwas besonderes werden. Und ich glaube, das ist mir ganz gut gelungen:

Einladungskarten Kindergeburtstag mit Monster drauf

Das Monster ist nach einem Schnitt aus dem Revoluzzza-Blog, es ist Ninni das revoluzzzioonäre Monster. Eine Anleitung zu den Karten findet ihr hier bei mir im Blog.
Das gleiche Monster sollten alle Kinder übrigens später noch bei einer Schatzsuche finden.

Deko:
Neben normalen Girlanden sollte es Monster-Luftballons geben.  Die sollte sich jedes Kind selbst zusammenstellen und nachher auch mit nach Hause nehmen dürfen. Außerdem malte ich auf Flaschendeckel kleine Monstergesichter – die sollten später auf dem Tisch liegen. Hätten sie auch, wenn ich noch daran gedacht hätte …
Für die geplanten Monsterballons malte ich Münder und Augen in allen möglichen Variationen auf Papier und nutzte das als Kopiervorlage. Jedes Teil war dann mindestens 5x vorhanden, damit es garantiert keinen Streit geben würde.

Spiele:
Auch wenn wir Sommer haben und im Garten feierten, sollte es doch ein paar Spiele geben. Nicht zwangsweise, sondern nur dann, wenn es passt. Zum einen waren da die oben erwähnten Monster-Luftballons. Bevor die Kinder aber ihr Monster bekamen, mussten sie eine Monster-Grimasse schneiden. So konnten sie beweisen, dass sie auch mit ihrem Luftballon-Monster umgehen können und überhaupt eins haben dürfen. Wer ein bisschen das Gesicht verzog (alle also), durfte sich einen der Figurenballons aussuchen. Die hatte ich im Vorfeld schon aufgepustet und mit einer Murmel für ein späteres Spiel befüllt. Oben am Verschluss hatte ich eine Schnur als Leine angebunden und am unteren Ende schon Füße aus Pappe angeklebt.
Die Kinder bekamen dann die ganzen Augen und Münder und durften kleben. Allerdings nicht mit Leim, sondern mit doppelseitigem Klebeband. Im Vorfeld hatten wir alle Monsterteile so präpariert, dass man nur noch den Klebeband-Schutz auf der Rückseite abziehen musste und alles sofort aufkleben konnte. Wie sich im Nachhinein herausstellte, war es das perfekte Bastelniveau für die vier Räuber. Leim und alles andere hätte viel zu lange gedauert.

Mit den Monstern hätte es zu späterer Zeit noch eine Art „Reise nach Jerusalem“ geben sollen. Alle laufen um Stühle und wenn die Musik aufhört, müssen alle Monster auf einem Stuhl sitzen. Und natürlich wäre es immer ein Stuhl weniger als Monster gewesen. Im Vorfeld hatten wir es ausprobiert und gerade durch die Unwucht mit der Murmel ist das gar nicht so einfach, wie man vielleicht denkt. Noch dazu war an dem Tag doch ziemlicher Wind. Gespielt haben wir es trotzdem nicht, denn der Sandkasten inkl. geschenktem Sandbohrer war viel zu spannend…

Außerdem geplant und sogar durchgeführt wurden die Monster-Seifenblasen. Ok, es waren eher normale Seifenblasen und hauptsächlich hatten die Eltern damit Spaß – aber egal. …

ein Teil der fertigen Monster in einer Kiste

Das letzte Spiel war zugleich die größte Aktion des Geburtstages und kostete auch am meisten Vorbereitungen. Eine Schatzsuche sollte es geben, bei der jedes Kind „Tutu“, das Monster finden und mit nach Hause nehmen sollte. Im Vorfeld befragte ich also die Eltern nach den Lieblingsfarben der Kinder, wobei ich allerdings nur meine schon vorhandenen Frottee-Stoffe „opferte“. Die Monster wollten natürlich auch noch genäht, die Route ausgedacht und eine Schatzkarte gemalt werden.
Das mit dem Malen ließen wir allerdings ganz schnell wieder, denn wenn man am Stadtrand wohnt, gibt es nicht so viele mögliche Wege und selbst 4-jährige sehen auf einer Karte, wenn man sie im Kreis schickt. Also wurde eine Geschichte geschrieben von Tutu, dem entführten Monster. Es wurde zwar in ein Auto gezerrt, konnte aber trotzdem noch ein bisschen seiner Umgebung sehen und beschrieb den Kindern den Weg der Entführer. Es sollte bis zum Haus eines Freundes gehen, dort sollten sie eine kleine Stärkung finden und später „nur“ noch per Schleifenbändern den Weg nach Hause finden. Dort wartete dann der Schatz – den sie natürlich ausgraben mussten.

Essen:
Auch wenn das Essen bei Kindergeburtstagen immer irgendwie untergeht, ist es natürlich schon wichtig. Es gab Monster-Cake pops nach einer Vorlage aus „Torten dekorieren“ und für die Eltern einen Regenbogenkuchen. Abends wurde dann einfach gegrillt. Zum Trinken gab es für die Kinder Wasser, aber nicht irgend ein Wasser. Ich besorgte Flaschen mit Sportverschluss für alle Kinder und beklebte die Banderolen mit buntem Papier. Jedes Kind bekam eine andere Farbe und konnte sich dann mittels der Münder und Augen seine eigene Flaschendeko kleben. Die Flaschen nahmen sie mit zur Schatzsuche und später natürlich auch mit nach Hause.

kindergeburtstag monster cake pops

Der Tag der Tage

Um 15 Uhr sollte es losgehen und die Zeit davor war grauenhaft. Bis einen Tag vorher änderten sich die Wettervorhersagen von „sonnig“ über „Regenschauer“ bis hin zu „Dauerregen“ und wieder zurück zu „sonnig“, so dass man kaum etwas planen konnte. Wir bauten unseren großen Pavillon auf, mussten ihn später aber wegen des Windes teilweise wieder abbauen. Noch dazu goß es um 14.30 in Strömen. Kein guter Start.
Trotzdem wurde es richtig nett. Im Gegensatz zu den Vorbereitungen lief die Party völlig entspannt ab, die Kinder tobten im Garten und mussten teilweise wirklich zu den Spielen überredet werden.
Die Monster-Luftballons fanden alle sehr cool, auch wenn es für ein paar Sekunden lange Gesichter über die „Belehrung“ zum Thema Murmel im Ballon gab. Erstaunlicherweise ist auch nur einer beim bekleben geplatzt – ich hätte mit sehr viel mehr gerechnet. Und während die Kinder schon längst wieder durch den Garten tobten, malten und klebten die Eltern immer noch und richtig coole Ballons entstanden.

Irgendwann ging es los zur Schatzsuche und auch wenn ich erst so ein bisschen Bedenken hatte, dass die Geschichte für 4-jährige vielleicht ein bisschen zu heftig ist – sie kam fast überall sehr gut an. Erwartet hatte ich, dass sie sofort losstürmen würden, aber alles lief wirklich geordnet ab – fast wie ein netter Spaziergang. Autospuren wurden gedeutet (die natürlich nicht von uns kamen), Frösche gesichtet und Hinweise gesucht. Die Route musste zwar wegen akuter Lauffaulheit stark gekürzt werden, aber auch das war kein Problem. Spätestens nachdem sie im Carport die von mir versteckte Dose mit einem neuen Hinweisbrief und Smarties als Wegzehrung gefunden hatten, waren alle wieder richtig fit.
Der Rückweg war schnell erledigt, schließlich musste man nur noch nach den Bändern an Hecken und Bäumen Ausschau halten. Die führten die Kinder wieder zu uns bzw. zu einem Kieshaufen, in dem für jeden eine Tüte mit seinem eigenen Tutu und den Edelsteinen (Smarties) steckte. Dafür mussten sie allerdings mit ihren Sandschaufeln erst einmal graben ….

Für die Kinder war es ein tolles Erlebnis und unser Großer erzählt heute noch völlig begeistert von dem Auto, dass ganz schnell um die Kurve fuhr. So schnell, dass Tutu dabei heraus- und in den Sandhaufen geschleudert wurde. …
Für alle Beteiligten war es ein wirklich toller Nachmittag. Meinen Vorsatz, keine Gastgeschenke zu machen, hatte ich ja schon in der Planungsphase sehr schnell vergessen und ich muss sagen – es hat sich wirklich gelohnt. Die Kids haben sich richtig über Tutu gefreut und genau das ist ja die Hauptsache.

Mal schauen, was mir denn nächstes Jahr so einfällt ….

 gefundenes Monster bei der Schatzsuche


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7 Kommentare

  1. Nicole

    Hallo Sandra,

    das hört sich nach einem wirklich tollen und gelungenen Kindergeburtstag an.
    Du hast Dir wirklich sehr viele Gedanken gemacht und einen tollen Geburtstag geplant. Toll.
    Und Deine Tutus sind einfach nur süß…..

    Liebe Grüße
    Nicole

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  5. Thomas

    Der Beitrag ist zwar schon etwas älter, aber ich musste meinen Senf dennoch hier abgeben. Eine echt klasse Idee für die Kinder und auch das Umsetzen ist sicherlich für die Erwachsenen ein Spaß. Werde beim nächsten Kinder-Budsdag ^^ ein paar Sachen machen.

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  7. Lea

    Hallo Sandra,

    echt ein toller Beitrag zum Thema Kindergeburtstag. Zwar hat mein Sohn erst im April Geburtstag, aber ich fange jetzt schon an ein wenig zu planen. Ich mag es nicht, wenn ich am Ende im Stress bin. Du hast so tolle Ideen. Gerade die Schatzsuche ist echt super :). Unser Thema ist Fußball. Mein Mann hat schon zwei Tischkicker für den tag besorgt bzw. seine beiden Brüder gefragt, ob wir uns die für den Tag ausleihen dürfen. Danke für deinen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Lea

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