Babywelt in Hamburg – ein kleiner Rückblick

Die Babywelt Hamburg – seit Jahren habe ich mich immer wieder gefragt, ob es sich überhaupt lohnt, da hinzugehen.
Denkt man positiv, dann hat man ganz viele verschiedene Anbieter in einer Halle und bekommt ohne großen Aufwand ein maximales Beratungsergebnis. Pessimisten dagegen fragen sich wohl einfach, warum sie für eine Messe, bei der man nur kaufen und sich informieren kann, auch noch Eintritt zahlen sollen. Denn 10 Euro sind es immerhin.

Deutschlands größte Messe rund ums Kind findet jedes Jahr in Hamburg, Stuttgart und München statt. Gedacht ist sie für alle Bald-Eltern und Familien mit Kindern von 0-6 Jahren. In diesem Jahr waren es immerhin 121 Aussteller, die in Hamburg vertreten waren. Eine ganze Menge, auch wenn sie doch in der großen und teilweise abgetrennten Halle ein bisschen verloren wirkten. Teilweise hab ich mich sogar gewundert, dass die Halle künstlich so stark verkleinert wurde, anstatt lieber die Gänge für Kinderwagen und Co. etwas größer zu halten.

Mit dabei waren viele große und bekannte Marken, aber auch kleine Labels und DaWanda-Shops. Eher schade fand ich, dass die Kindersitz-Hersteller recht mau vertreten waren. Neben Concord und kiddy waren nur die eher unbekannten Hersteller von TAKATA vor Ort. Der Rest verließ sich wohl einfach auf den riesigen Stand von BabyOne.
Dafür schenkten sich die Hersteller der verschiedenen Babyartikel, wie Schnuller, Flaschen und Co. gar nichts. Alle waren sie da und präsentierten sich mit großen Ständen und mehr oder weniger tollen Neuheiten. Für mich kleines Highlight, aber auch  absolutes Kopfschüttelobjekt: der Baby Spa Wirlpool von Rotho Babydesign. Schlappe 1.200 Euro soll er kosten, dafür bekommt Baby bzw. Kleinkind dann eine blubbernde Badewanne vom Feinsten. Selbst Farbwechsler sind mit eingebaut und sollen so für eine optimale Entspannung sorgen, während die Blubberblasen Koliken mindern sollen. Na wenn das mal kein optimaler Kaufgrund ist…. ;)
Ein weiteres etwas abgedrehtes Teil ist der Digisense-Sensor für Windeln. Ein kleines Aufnahmeteil wird auf die Windel geklebt, die Empfangseinheit verbleibt bei den Eltern. Ab sofort zeigt der Digisense die Temperatur des Babys an, überprüft die regelmäßige Atmung und ob die Windel gewechselt werden muss. Passt etwas nicht, gibt er einen Alarmton von sich.
Die restlichen Neuentwicklungen waren eher altbekannt und wenig spektakulär – schließlich kochen alle nur mit Wasser.

Natürlich durfte auch bei dieser Messe die Showbühne nicht fehlen. Von Sport bis hin zu Modenschauen und dem Tripp Trapp-Aufbauwettbewerb wurde vieles geboten. Und dank der vielen riesigen Sitzsäcke von Smoothy war es sogar richtig gemütlich. Zumindest dann, wenn man kein kleines Kind dabei hatte und sich richtig entspannen konnte.
Wer nicht nur Messestände kucken wollte, konnte sich in diversen Workshops reichlich Tipps holen. Leider waren die Plätze rar und teilweise wohl auch nur mit Voranmeldung zu bekommen.

Messe

Und so war’s

Die Messehallen liegen relativ zentral und umgeben von div. Parkhäusern. Kennt man sich aber aus und ist vor allem gleich morgens da, kann man sich ganz gut die relativ hohen Parkgebühren sparen. Und so ein klein bisschen Fußweg schadet ja nichts. …
Hingegangen sind wir übrigens mit einem festen Vorsatz: keine wenig Werbetüten anzunehmen – einzig eine Felicitas-Kiste (die man ohne Beratung bekam!) sollte mit. Unseren Vorsatz mussten wir schon am Eingang überdenken, als jeder Besucher eine Messetüte inkl. Los in die Hand gedrückt bekam. Budni versorgte alle mit „wichtigen“ Kleinigkeiten, wie Cremes und Süßigkeiten. Gleich vorab: wir gaben unser Vorhaben irgendwann auf, sortierten aber immerhin noch. ;) Auf dem Nachhauseweg hatten wir plötzlich reichlich Tüten gefüllt mit ganz vielen Prospekten, aber auch mehr oder weniger brauchbaren Kleinigkeiten, die wir oder auch unser Großer bekommen hatten. Highlights für ihn Malbuch und Stifte von Volvo und die Fußmess-Schablone von Elefanten. Warum auch immer – er liebt dieses Teil und hat nun endlich ein eigenes zum Spielen.
Frischgebackene Eltern konnten sich bei den großen Drogerien der Umgebung direkt zum Babyprogramm anmelden, was  sich vor allem bei DM lohnte. Hier gab es zusätzlich zur Box noch ne riesige Tüte an Proben mit dazu. Rossmann dagegen lockte die Eltern mit Babyfotos zu sich an den Stand. Andere dagegen dachten einfacher und sorgten auch ohne Geschenke ganz einfach dafür, dass die Kids unbedingt an ihren Stand wollten. Bei unserem Sohn zumindest funktionierte der Trick mit den diversen Bobbycars und Laufrädern der Firmen bestens. ;)

Die Stände reichten von superklein bis hin zu riesig und boten mal mehr, mal weniger Aktionen für Kinder. Elefanten hatte zum Beispiel einen kleinen Laufparkour für Kinder errichtet, auf dem man auf verschiedenen Untergründen laufen konnte. An einem Stand konnten sich Kinder schminken lassen. Jedoch fast überall mit dabei: Kleine Bestechungen in Form von Süßigkeiten oder Geschenken. Während bei Humana die Leute Pudding oder ähnliches löffelten, schleppten sie bei BabyOne kostenlose Windeleimer weg. Eine Familie sah ich gleich mit 3 Eimern … Als Eltern musste man eigentlich immer sortieren und die ganzen Süßigkeiten möglichst schnell in der Tasche verschwinden lassen. Denn nach der 10. Tüte mit Gummibärchen reicht es irgendwann auch mal einem 3-jährigen. Super waren hier die Leute, die die Sachen an uns Eltern und nicht den Kindern gaben. Leider denkt nur nicht jeder so weit. ;)

Natürlich gehören zu einer Baby- und Kleinkindmesse auch laufende Maskottchen und Figuren. Wir sahen eine Giraffe,  nen roten Elefanten, eine Pinguindame, ein Schaf und eine halbe Bärin. Sohnemann war von jeder Figur schwer beeindruckt und redet selbst heute, 2 Tage nach der Messe, immer noch davon. Genauso wie von der riesigen Hüpfburg mit Rutsche, die er nun gern auf Dauer im Garten stehen hätte. ;)

Wirklich viel für größere Kinder gibt es übrigens nicht. Obwohl der Veranstalter ein Alter von bis zu 6 Jahren nennt, waren der Laufpfad, Kinderschminken und Hüpfburg schon die einzigen Highlights für die Milchzahnmonster. Auch von den Themen der Stände her gab es nichts für sie. Es gab genau einen Stand mit Spielzeug, aber selbst das war eher für 1-2 jährige oder sogar Neugeborene gedacht. Kinderbücher oder auch Verlage suchte man leider vergeblich. Selbst die laut Ausstellerliste genannte Sony Music kam, genauso wie Stiftung Warentest nur für kurze Aktionen vorbei, die zeitlich zwar geplant waren, aber nirgendwo bekanntgegeben wurden. Entweder hatte man Glück und war gerade da oder halt eben nicht.

Rückblickend war es auf jeden Fall ein schöner Tag. Ich habe viele schöne Gespräche geführt, kenne jetzt endlich einige Leute hinter den emails, die wir bisher schrieben und habe eine ganze Menge Eindrücke und auch Produktideen der Hersteller mitgenommen.

Es gab gute Redner und Verkäufer, aber auch einige, die sich überhaupt nicht um potenzielle Kunden scherten. Sowohl bei großen, also auch den kleinen Firmen musste man schon mal ein Privatgespräch der Mitarbeiter unterbrechen, um etwas fragen zu können oder sich trauen, den miesmuffig schauenden Berater anzusprechen. Einige andere dagegen sprachen die Besucher aktiv an, wie zum Beispiel das israelische Unternehmen Digisense. Obwohl er kein Wort Deutsch konnte, sprach er unverblümt und total nett jeden an, der an ihm vorbeilief.

Wieder hinfahren würde ich wohl nicht unbedingt, denn inzwischen sind unsere Kinder einfach zu alt. Für unseren Großen war es dank Hüpfburg, Maskottchen und den ganzen Süßigkeiten ein toller Tag. Ich selbst kannte auch bedingt durch den Blog und meine 2. Schwangerschaft viele der vorgestellten Produkte schon, so dass es nicht viel Neues gab. Und groß einkaufen lohnt sich bei sehr oft gesehenen 10% Messerabatt auch nicht unbedingt.
Für Schwangere ist es allerdings eine tolle Möglichkeit, sich an einem Ort ganz viele Infos rund ums Kind zu holen. Und dank Still-Lounge und Wickelecke kann es auch für Jung-Mütter ein absolut entspannter Tag sein ….

 

Übrigens wollte ich eigentlich ganz viele Fotos gemacht haben. Wollte. Denn irgendwie wurde es nur dieses eine einzige. Das lag zum einen an der rechtlichen Situation zum Veröffentlichen, hauptsächlich aber einfach an der fehlenden Zeit. So müsst ihr mit diesem einen Bild von oben vorlieb nehmen. ;)

4 Kommentare

  1. TanjasTestwelt

    Ich wusste gar nicht, dass man da auch einkaufen kann. Angeschaut hätte ich mir eine Babymesse auch gerne mal, aber Fiona ist schon zu alt :( Aber Hut ab, dass du da mit Kind hin bist. Das stelle ich mir sehr stressig vor. Werbegeschenke mag ich gerne! Kleiner Tipp: Auf der Buchmesse gibt es immer massig Pixibücher geschenkt.

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    1. Sandra (Beitrag Autor)

      Doch, gibt einige Stände, an denen man auch kaufen kann. Im speziellen war das halt BabyOne, Naturino, Elefanten und die ganzen Babybedarf-Hersteller, wie Nuby, Mam und co. Außerdem natürlich auch bei den kleinen Händlern. Ist eigentlich ne ganz gelungene Mischung. :)

      Für’s große Kind hatte ich ja extra den Mann als babysitter mit. Der kleine blieb durchgehend im Tragetuch – ist ja noch nicht so schwer, als dass es anstrengend wäre. :)

      Buchmesse klingt toll, wäre ich auch liebend gern mal. Ist nur leider viel zu weit weg… :(

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  2. Jennifer

    Hallo Sandra,

    wunderschön geschriebener Artikel. Dem ist nichts hinzuzufügen :)

    Ich hoffe, du hast einen wunderschönen Tag verbracht. So einen Fatboy habe ich mir übrigens gesichert und er steht jetzt auf unserer neuen Terrasse. Einer der wenigen Höhepunkte für mich …. seufz.

    Sei lieb gegrüßt aus Heidelberg, von einer mit „kleinerem Stand“ ;)

    Jennifer
    Little Dreams Come True

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  3. Anika

    Ich war im letzten Jahr auf der Babymesse – noch im schwangeren Zustand. Damals fand ich es ziemlich voll und bin ziemlich überfordert gewesen. Trotzdem gab es einige schöne Anregungen.

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